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Ratchet & Clank Future: Tools of Destruction

Play it again, Ratchet

Also was genau ist denn jetzt NextGen-Gaming eigentlich? Wofür habt Ihr hunderte von Euro in teure Hardware gesteckt und was erwartet Ihr von einem echten NextGen-Spiel? Wenn es ein komplett neuer Denkansatz im Design sein sollte, eine Revolution in der Art wie Ihr Spiele bisher definiertet: Weitergehen, bitte gehen Sie weiter, hier gibt es nichts zu sehen. Habt Ihr allerdings weniger hehre Zielen, beispielsweise vertrauten Mechaniken in einer berauschenden Optik und mehr Umfang als je zuvor: Wunderbar, willkommen zu Ratchet & Clank Future – Tools of Destruction.

Sony und Insomniac Games waren sicher gut beraten, die Erfolgsformel Ihres Vorzeigelombax nicht auf den Kopf zu stellen. Schließlich war bisher jeder der Teil, vom Original über Going Commando bis Deadlocked ein Erfolg in jeder Richtung. Kritiker lieben ihn, Frauen wollen ihn, Männer wollen er sein und so weicht die neueste Episode um Lombax Ratchet und seinen Roboterbegleiter nur wenig von den bisherigen Eskapaden ab.

Diese fallen diesmal allerdings ein wenig ernster aus. Schließlich geht es wieder einmal um seinen Pelz und der aktuelle Diktator des Universums, Imperator Percival Tachyon, möchte sich genau diesen an die Wand nageln. Der Grad der Aggression gegen die eher possierlichen und pelzigen Lombaxe wird verständlich, als sich schon nach wenigen Minuten klärt, dass diese seinerzeit die imperiale Herrschaft einfach so beendeten und die Galaxis mit einer Zeit der Freiheit und des Friedens beglückten.

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Shiver me timbers! Ratchet im Piratenkostüm

Nun, die Zeiten haben sich wieder einmal geändert und Ratchet muss das Geheimnis seiner Herkunft, dem Verbleib der anderen Lombaxe und noch eine ganze Menge mehr lüften, bevor der Vorhang nach einem etwas zu offenen Happy End fällt.

Das klingt sicher nicht nach der SciFi-Tiefe, die ein Mass Effect Euch bieten kann, für die Ratchet-Serie stellt es aber schon fast ein monumentales Drehbuch dar. Solltet Ihr jetzt befürchten, dass Ratchets Humor unter dem Gewicht seiner Aufgabe gelitten hat, dann dürft Ihr erleichtert aufatmen. Slapstick, Situationskomik, One-Liners aus allen Richtungen und ein zu Hochform auflaufender Captain Qwark sorgen dafür, dass Ihr aus dem Schmunzeln trotz aller Tragweite und Action nicht herauskommen werdet.

Man muss es Insomniac auch hoch anrechnen, dass Ratchet & Clank Future: Tools of Destruction – im weiteren Ratchet ToD – zu der raren Gruppe von Spielen gehört, die nichts dem Zufall überlassen. Wo andere Welten sich zum größten Teil aus eher willkürlichen Ansammlungen von Grafikelementen – dort ein Baum und da ein Berg – zusammensetzen, überließ man hier nichts dem Zufallsgenerator.

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Endlich sehen wir jedes Haar an einem Lombax. Ist das jetzt schon Next-Gen?

Ihr werdet über zahlreiche Hommagen an die Vorgänger stolpern, auf der Piratenwelt Versatzstücke zu bekannten Piratenfilmscores heraushören und auf fast 20 Planeten der Illusion einer runden, in sich geschlossenen Spielwelt erliegen.

20 Planeten klingt jetzt nach fast schon mehr als Mass Effect, davon solltet Ihr Euch aber nicht täuschen lassen. Planet steht hier als Synonym für Level und einige dieser fielen eher kurz, wenn auch furios aus. Diese Adjektive beschreiben ganz gut die Spielerfahrung als solche. Wenn Ihr es eilig habt, weil Eure Freundin (Freund) Euch zu einer Spielzeit von einer Stunde pro Tag verdonnerte, wird Euch Ratchet ToD schon nach einer Woche mit dem Abspann wieder entlassen.

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