A New Beginning

Adventure-Hattrick

Klimawandel ist ein Thema, das mir mittlerweile zu den Ohren raushängt. Ja, wir zerstören durch unser Verhalten langsam unseren Planeten Stück für Stück. Doch der Bevölkerung durch übertriebene Darstellungen oder Aufklärungskampagnen Angst einzujagen, ist nicht der richtige Weg. Daher hatte ich vor dem Start von A New Beginning Angst, mit Thema regelrecht erschlagen zu werden.

Zu meiner Erleichterung haben es die Macher vom gefeierten The Whispered World sowie Edna bricht aus nicht mit ihrer Botschaft übertrieben, sondern sie sanft in eine gut ausgearbeitete Geschichte verpackt. Ihr startet das Abenteuer mit dem Wissenschaftler Bent Svensson, der sich im hohen Alter in seine kleine, abgelegene Hütte zurückgezogen hat. Zuvor arbeitete er eifrig an der Forschung nach einem alternativen Kraftstoff, bis er seine Frau verlor und sich sein Sohn von ihm abwandte.

Sein Leben gewinnt durch die Ankunft der mysteriösen Fay jedoch wieder an Bedeutung. Die hübsche Unbekannte erzählt ihm nämlich, dass sie aus der Zukunft hergereist ist, da nur Bents Forschungen die sterbende Erde retten können. Im Jahr 2500 lebt die übrig gebliebene Menschheit unter dem Erdboden, da die Oberfläche durch die vielen Naturkatastrophen unbewohnbar geworden ist. Die einzige Möglichkeit bestand in einer Zeitreise, um die Bevölkerung zu warnen.

Ihr erlebt die Handlung durch die Augen beider Charaktere und springt zwischen den verschiedenen Zeiten hin und her. Zu Beginn spielt ihr mit Fay die Vorgeschichte nach, die sie Bent erzählt. Ursprünglich reiste das Team in das Jahr 2050. Doch zu diesem Zeitpunkt war der Erdwandel bereits in vollem Gange, wodurch der Großteil der Mannschaft in den verschiedenen Teilen der Welt starb und die letzten Überlebenden eine Möglichkeit zum erneuten Zeitsprung finden mussten.

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Der Anfang des Spiels versetzt euch in ein Endzeitszenario.

Während ihr diesen Teil nachspielt, hört man Bent und Fay immer wieder im Hintergrund über die Ereignisse reden. Diese Erzählstruktur sorgt dafür, dass ihr stets den Bezug zur aktuellen Situation behaltet und zudem ist es äußerst interessant zu erfahren, wie die Ereignisse in der Vergangenheit zum jetzigen Geschehen führen.

Dazu punktet der Titel mit den beiden stark ausgearbeiteten Hauptcharakteren. Die strahlende Spitze bildet Bent, der mit seiner Charakterentwicklung jeden stereotypischen Actionhelden alt aussehen lässt. Ich empfand es als überaus erfrischend, eine Figur zu befehligen, die komplett aus dem restlichen Heldenraster fällt. Bent ist alt, verbittert durch eine tragischen Erfahrungen, die man im Laufe der Geschichte genauer ergründet, und hat seiner Forschung abgeschworen. Erst nach und nach erlangt er seinen früheren Helferdrang zurück und akzeptiert seine Rolle. Bei solchen Protagonisten fallen manche flachen Nebencharaktere kaum ins Gewicht.

Die teilweise unfreiwillig komische Synchronisation dagegen schon eher. Alle wichtigen Personen werden durch eine professionelle Stimmen verkörpert, die jede Emotion korrekt einfängt. Die Sprechrollen von Figuren mit kurzem Auftritt verschenkte man hingegen auf der Straße. Zumindest erwecken viele der monoton gesprochenen Sätze diesen Eindruck.

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Trotz seines Ruhestands besitzt Bent immer noch ein paar alte Geräte im Keller.

Neben einer mitreißenden Geschichte benötigt ein Adventure aber noch clevere Rätsel. Auch hier überzeugt A New Beginning mit gelungenen Knobelaufgaben, die sich stets als Problem aus der Handlung ergeben und nicht bloß eingeworfen wurden, weil es an Stelle X unbedingt ein Hindernis geben muss. Das verhilft dem Titel nicht nur zu mehr Glaubwürdigkeit, sondern wirkt sich ebenso positiv auf die Logik hinter den Knobeleien aus.

Normalerweise existiert in jedem noch so guten Adventure dieses gewisse Rätsel, das selbst rückblickend einfach keinen wirklichen Sinn ergibt. Dieses Problem stellt sich hier bei keiner Denkaufgabe. Wobei ich anmerken muss, dass der Schwierigkeitsgrad einen Tick zu niedrig angesetzt ist. Zwar gibt es den ein oder anderen Hirnbrecher, wirklich festgebissen hab ich mich hingegen nirgendwo. Da ihr zudem nie viele Gegenstände bei euch tragt, lässt sich fast jedes Rätsel schnell mit ein wenig Ausprobieren lösen. Erprobte Adventure-Veteranen fühlen sich daher unterfordert. Darüber hinaus vermisse ich Dialogrätsel. In jedem Gespräch klappert ihr lediglich alle Antworten ab und habt keinen Einfluss auf den Verlauf der Unterhaltung.

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