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Thrustmaster T.Flight Hotas 4 (inkl. War Thunder Starter Pack) - Test

Der Preisbrecher wird teurer.

Technisch fast identischer Nachfolger des Preisbrechers "Hotas X" und immer noch ein ordentliches Gerät. Nur leider 66 Prozent teurer.

Vor gut zwei Jahren überraschte mich Thrustmaster mit dem T.Flight Hotas X: für 45 Euro ein PC- und PS3-kompatibles "Hands on Stick and Throttle"-System zu bekommen, das schien zu gut um wahr zu sein. War es aber nicht. Die Materialien und die Ausstattung des Sticks ließen zwar durchblicken, dass das hier nicht die Krone der Technik war. Aber er tat, was er sollte, noch dazu zu einem lächerlich schmalen Preis, und erwies sich als durchaus haltbares Stück Hardware. Nach allen objektiven Kriterien ein guter Kauf, gerade wenn man als Einsteiger noch nicht weiß, ob und wie lange man dem Simulationsgenre die Treue halten wird.

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Das Design bleibt das gleiche. Ein bisschen zu verspielt für meinen Geschmack, aber funktional.

Nachdem das Teil aber nun mittlerweile auch gut sechs Jahre auf dem Buckel hat, war es Zeit für eine Revision. Viel getan hat sich nicht, das Design ist im Grunde das gleiche: Diesmal mit PS4-blauen Einsätzen, wo damals rote waren, und mit offizieller Unterstützung von Sonys Flaggschiff. Und weil der Umfang der dort einen Flight Stick unterstützenden Titel sich aktuell mit War Thunder komplett erschöpft, liegt dem Paket neben Stick und Schubeinheit, auch ein entsprechender Promo-Code bei. Funktional ist das Gerät folglich so gut wie identisch und überzeugt im Praxistest mit War Thunder auf Konsole, aber auch in Elite Dangerous und Star Citizen am PC als das was es ist: Ein mehr als nur solider Stick für Anfänger. An der Erkenntnis und dem Urteil, das schon der Test des T.Flight Hotas X erbrachte, ändern sich im Grunde nur eine Sache, die aber zünftig:

Warum kostet das gute Stück neuerdings auf einmal 75 Euro - wie kommt ein Aufschlag von 66 Prozent zu Stande? Schauen wir uns den Hotas 4 doch einmal genauer an: Wie gesagt gleicht er dem Vorgänger wie ein Ei dem anderen. Die Tasten rechts zur Moduswahl sind nicht mehr da - kann ich gut verschmerzen, weil ich die Spiele lieber die einzelnen Konfigurationen speichern ließ, der Select-Knopf heißt jetzt Share und an der Vorderseite der Stick-Einheit ist nun ein Anschluss für Pedale, was nett ist, aber auch ein bisschen witzig. Wer sich nach entsprechender Hardware umschaut, wird sehen, dass die aktuell günstigsten, die ohne Weiteres zu bekommen sind, mal eben doppelt so teurer sind wie selbst diese kostspieligere Version des bewährten Sparfuchs-Sticks. Man darf eigentlich annehmen: Wer sich den hier holt, hat nicht den Anspruch oder das Budget, auch noch Pedale anzustecken. Nun denn. Es ist eher ein Kuriosum als ein Negativpunkt.

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Alles im Griff und nah beieinander. Ein durchdachter Stick, der zwar erfordert, gerade am PC auch mal die Tastatur oder Maus zu bemühen. Aber für den Preis ist das schon in Ordnung.

Damals wie heute gefällt die Möglichkeit, beide Einheiten mit dem beigelegten Inbusschlüssel und dank integrierter Kabeltunnel auch erdbebenfest aneinander zu koppeln. Und auch der Drehregler, der den Widerstand des Sticks bestimmt (von - meiner Meinung nach "genau richtig" bis hin zu "etwas straffer" - allzu viel Spielraum ist da nicht), ist ein netter Bonus. Die analoge Wippe an der Schubeinheit und der Twist im Stick gewähren gerade am PC etwas Flexibilität, die die geringe Ausstattung mit Hat-Switches zunächst vermissen lässt. Nur einer dieser kleinen Joysticks findet sich an diesem Hotas: Unter dem Daumen der rechten Hand.

Der Schub ist immer noch etwas zu leichtgängig, dafür freue ich mich aber immer noch über die eindeutig spürbare Mittelstellung und die Platzierung der anständig, aber etwas hohl klickenden Buttons für die linke Hand. Auch der Weg, den der Stick zurücklegen kann, bevor er den Rand berührt, wirkt etwas kurz, aber in dieser Einsteigerklasse sind das fehlende Präzisionsgrade, die keiner erwartet. Wie gesagt: man kann schlechtere Sticks kaufen für das Geld, und die sind nicht einmal Hotas-Systeme.

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Vorne links der graue Anschluss für die Pedale, die ihr niemals an diesen hier anstecken werdet.

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Nun zu den Dingen, die nichts mit der Hardware an sich zu tun haben: Den digitalen War-Thunder-Inhalten, die auf Rubbelpapier der Packung beiliegen. Sind die vielleicht für den Kostenaufschlag verantwortlich? Unwahrscheinlich: Klar, der schwere US-Jäger aus Tier 2, die XP-38G ist ein echtes Biest und der Erfahrungs- und Forschungspunktebonus des Premium-Fliegers bringen einen ordentlich nach vorne. Die 500 Gold-Adler, die wiederum in neue Flieger wandern können, sind nett und die sieben Tage Premium-Account schnell vorbei. Dröseln wir das mal auf: Ein Flugzeug dieser Güte kostet meist um 1000 Gold-Adler. Macht 5,99 Euro. 500 Gold-Adler kosten 2,99. Das kürzeste Premiumkonto überdauert 20 Tage und kostet 7,49, also könnte man für die sieben Tage Premium-Zugang auch noch drei Euro veranschlagen. Insgesamt komme ich großzügig gerechnet auf zwölf Euro an digitalen Inhalten, die in keine Weise vom Hersteller subventioniert zu sein scheinen. Denn der neue Stick ist 30 Euro teurer als der alte, der seit einer Weile auch problemlos in War Thunder funktioniert.

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Das macht es schwierig, den Hotas 4 wirklich zu empfehlen. Sobald es seinen direkten Vorläufer nicht mehr problemlos im Handel zu kaufen gibt, sieht das vielleicht anders aus - denn dann wäre der Neue wieder das günstigste Hotas-System am Markt. Aber so fällt es schwer, sich einen Grund einfallen zu lassen, warum man zu einem funktional gleichwertigen Stick mit einer Handvoll digitaler Güter - das Premium-Flugzeug ist allerdings wirklich verdammt cool - greifen sollte, wenn es deutlich günstiger geht. Und wer das Ding nur am PC nutzen will - für den ist der Sprung zu Saiteks X52 dann preislich auch nicht mehr allzu weit.

Thrustmaster T.Flight Hotas 4 (inkl. War Thunder Starter Pack) - Test Alexander Bohn-Elias Der Preisbrecher wird teurer. 2016-04-11T08:00:00+02:00 3 5
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