Sony gibt finale Hardwarespezifikationen der PlayStation 4 bekannt

Genaue Daten zur Xbox One bleiben unbestätigt.

Sony hat nach seiner gefälligen E3-Show die vollständigen Hardware-Spezifikationen der PlayStation 4 enthüllt, was uns zusätzliche Details liefert, die Möglichkeiten der neuen Hardware zu verstehen.

Die zentralen Eckdaten haben sich seit unserer letzten Berichterstattung nicht geändert. Die PS4 nutzt acht low-power AMD-Kerne, die auf deren kommender Jaguar-Architektur basieren (für den PC erscheint sie Ende des Jahres), und mit einer Radeon-GPU-Architektur zusammenarbeitet, die 1,84 TFLOPs Rechenlast stemmt. Diese Zahl bestätigt, dass die GPU 18 Recheneinheiten mit je 800 MHz besitzt. Während die Xbox One mehr oder weniger bestätigter Weise derer 12 hat, wurden deren Taktraten von offizieller Seite noch nicht bestätigt. Und obwohl es Gerüchte gibt, dass der Core heruntergetaktet sein könnte, legen unsere aktuellen Informationen doch nahe, dass er mit der gleichen Geschwindigkeit läuft, wie der der Sony-Konsole (wir gehen gerade einer letzten, definitiven Quelle diesbezüglich nach).

Ähnlich wie in der Xbox One ist auch in der PS4 eine 500GB Festplatte verbaut, was nicht unbedingt überrascht, wenn man bedenkt, dass diese Einheiten aktuell das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bieten. Der Unterschied liegt jedoch darin, dass man die HDD auf der PS4 mit einer handelsüblichen anderen Festplatte austauschen kann (was anscheinend auch SSDs einschließt). Auf der Xbox One gestaltet sich das anders, weil User diese HDD nicht selbst tauschen kann. Auf MS-Seite steigern unterdessen zusätzliche USB 3.0 Ports die Speicherkapazität über den Anschluss externer Geräte. Wenn man sich vor Augen hält, dass eine Blu-ray auf beiden Konsolen bis zu 50 GB an Daten mitbringen kann und Installationen auf beiden Geräten verpflichtend ist, könnte diese Festplatte jedenfalls sehr, sehr schnell voll sein.

Auch über das verwendete optische Laufwerk haben wir nun harte Fakten. Es ist ein 6x CAV Blu-ray-Laufwerk. CAV steht für Constant Angular Velocity, was bedeutet, dass die Disc mit demselben Tempo dreht, egal, wo sich der Lesekopf gerade befindet. Das bedeutet, dass die Daten im Äußeren Bereich der Disc viel schneller gelesen werden, als die im inneren. Dies war für Current Gen Spiele von deutlich größerer Bedeutung (sie liefen meist von der Disc), im Gegensatz zur Nect Gen, wo eine Installation erforderlich ist. Um das Spielerlebnis so unterbrechungslos wie möglich zu gestalten, laden Spiele das absolute Minimum und installieren den Rest dann im Hintergrund im sozusagen Stealth-Verfahren, während man schon spielt.

Diese Komponente bestätigt erneut ein definierendes Schlüsselelement der PS4-Hardware: Ihre die bisher nie gesehenen 8 GB GDDR5 Ram. Wenn man bedenkt, dass selbst die teuerste Verbraucher-Grafikkarte für den PC damit nicht mithält, kann man davon ausgehen, dass Sony mit dieser Investition große finanzielle Einbußen hinnimmt. Aber auf lange Sicht sollte es sich auszahlen. Grundsätzlich kann man sagen, je mehr RAM verfügbar ist, desto zukunftssicherer ist das System.

  • Produktname: PlayStation 4 Jet Black
  • Produktcode: CUH-1000A Serie
  • Unverbindliche Preisempfehlung: US 399 $, Canada 399 $, Europe 399 € und UK 349 Pfund
  • Hauptprozessor: Single-chip Custom-Prozessor
  • CPU: x86/64 AMD "Jaguar", Acht Kerne
  • GPU: 1.84 TFLOPS, AMD next-generation Radeon basierte Grafikarte
  • RAM: GDDR5 8 GB
  • Speicher: 500 GB Fesplatte
  • Abmessungen: Etwa 275x53x305 mm (Breite x Höhe x Länge)
  • Gewicht: Etwa 2.8 kg
  • Optisches Laufwerk: BD x6 CAV, DVD x8 CAV (nur lesen)
  • Input/Output: Super-Speed USB (USB 3.0) port x2, AUX port x1
  • Netzwerk: Ethernet (10BASE-T, 100BASE-TX, 1000BASE-T) x1, IEEE 802.11 b/g/n, Bluetooth 2.1 (EDR)
  • AV Output: HDMI Ausgang, Toslink SPDIF
  • Inhalt: PlayStation 4 System, Wireless Controller (Dual Shock), Mono-Headset, Stromkabel, HDMI-Kabel, USB-Kabel

Sony hat zudem die genauen Daten der PlayStation 4 Eye Kamera und des Dual Shock 4 bekanntgegeben, einschließlich der Preise von 59 Dollar / 54 Pfund respektive 59 Dollar / 44 Pfund. Keine Überraschungen an dieser Front, aber wir stellten doch mit einer gewissen Enttäuschung fest, dass die PS4 eine "AUX"-Verbindung zur Konsole nutzt. Schade, es wäre großartig gewesen, eine 60/120/240 FPS-Kamera zu haben, die man auch an den PC anschließen kann. Außerdem bemerkenswert ist, dass die PS4 mit einem Mono-Headset verkauft wird, der Audio-Ausgang des Controllers aber echtes Stereo unterstützt.

Das ist der einzige analoge Audio-Support, den man an der PS4 findet. Wie auch bei der Xbox One sind alle wichtigen AV-Ausgänge des Geräts ausschließlich digital - beide haben die Unterstützung von SD-Auflösungen und analogem Komponenten-HD gestrichen, HDCP-verschlüsseltes HDMI ist die einzige Option hier. Diejenigen mit älteren Surround-Verstärkern wird freuen, dass es wenigstens Tosling SPDIF-Support für Stereo und Surround gibt, auch wenn 5.1 Formate (Dolby Digital, DTS) anscheinend noch nicht bestätigt wurden.

"Jetzt, wo die PS4-Hardwaredaten weitestgehend bekannt sind, bleibt nur noch die Frage danach, welche CPU und RAM-Ressourcen von dem OS in Anspruch genommen werden. "

Jetzt, wo die PS4-Hardwaredaten weitestgehend bekannt sind, bleibt nur noch die Frage danach, welche CPU und RAM-Ressourcen von dem OS in Anspruch genommen werden. Guerrilla Games letztes Post Mortem bezüglich des Enthüllungsvideos von Killzone: Shadow Fall legt nahe, das zwei CPU-Kerne für das OS reserviert sind (etwas, von dem man uns sagte, dass es sich noch ändern könnte, aber damit wird aktuell gearbeitet), aber die Menge an GDDR5 Speicher, die von Hintergrundprozessen benötigt wird, bleibt unbekannt. Wir wissen allerdings, dass 512 MB das Ziel waren, als die PS4 während der Entwicklung noch 4 GB-Systemspeicher anpeilte. Aktuelle Gerüchte sprechen davon, dass sich das auf 1 GB verdoppelt hat. Zugleich enthält Guerrillas Post Mortem eine Memory Map, die rund 3 GB "freien" Speicher ausweist, die vom OS belegt werden könnten. Eine bislang unbestätigte Theorie ist, dass der Game DVR, der Spielmaterial aufnimmt, während man spielt, möglicherweise auf eine RAM Disk schreibt, was Festplatten Bandbreite sparen würde. 15 Minuten von h-264 codiertem 1080p Video könnten bis zu 1 GB RAM in Anspruch nehmen. Aber einige würden vermutlich einwenden, dass es Verschwendung wäre derart leistungsstarken Speicher für eine Anwendung wie diese zu nutzen. Sie würde maximal etwa 2 MB/s Bandbreite verschlingen, während der GDDR der PS4 bis zu 176 GB/s schafft.

Andernorts besteht das einzige verbleibende große Next-Gen-Geheimnis in den vollends enthüllten Hardware-Eckdaten der Xbox One - ein Aspekt der Konsole hinblicklich dem Microsoft bislang nicht gerade zuvorkommend war. Viele der Details haben wir uns aus der ersten Vorstellung des Geräts selbst zusammengepuzzelt , aber harte Zahlen darüber, was im Innern der schwarzen Kiste wohnt, wären wirklich gern gesehen. Wir vermuten, dass Sonys Transparenz diesbezüglich durchaus daran liegen könnte, dass es weiß, dass es einen spürbaren Hardware-Vorteil der Xbox One gegenüber besitzt. Eine Situation, die nicht einer gewissen Ironie entbehrt, wenn man bedenkt, dass es die überlegene Grafiktechnologie der Xbox 360 und ihre Speicher-Bandbreite waren, die ihr dabei halfen, in so vielen Multiplattformtiteln einen Vorteil über die PS3 zu erhalten.

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