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Dragon Age: Origins - Awakening

Guten Morgen, liebe Sorgen!

Hinweis: Auf der Suche nach Hilfe zum zweiten Teil? In unserer Komplettlösung zu Dragon Age 2 werdet ihr fündig.

Dragon Age: Origins war mit Leichtigkeit das massivste Singleplayer-Spiel des letzten Jahres. In diesem Licht wirkt es schon ein bisschen befremdlich, dass die herunterladbaren Inhalte zur letzten Eurogamer.de-10/10 allesamt... sagen wir mal „ein bisschen dünn" waren. Gut, man könnte nun einwenden, dass Neukäufer The Stone Prisoner und in einigen Versionen auch Warden's Keep per beiliegendem Code gratis auf die Platte bekamen. Das ändert aber wenig. Ein bisschen machte man sich Sorgen über BioWares Definition von einem lohnenswerten Stück digitaler Lebenserhaltung für diese so große Welt.

Spätestens mit Rückkehr nach Ostagar, durch das unser Benjamin ohne große Eile oder wütende Paviane im Rücken in etwa knapp einer Stunde wieselte, war mein „Bock" auf weiteren Klecker-Content an seinem Tiefpunkt angelangt. Trotzdem warf ich mich, schmerzfrei wie ich bin, in die erste „echte" Erweiterung. Zum Glück: BioWare rückt das in den letzten Monaten – ob gewollt oder nicht – gezeichnete Selbstportrait vom Content-Knauserer mit einem im Grunde genommen tadellosen Awakening wieder ordentlich gerade.

Für knapp 30 Euro, die für das Add-On anfallen, ist man auf dem mittleren Schwierigkeitsgrad gut und gerne 20 Stunden lang beschäftigt, ohne wirklich alles an Sidequests gesehen zu haben. Und besser noch: Für den Preis eines halben Spiels bekommt man auch die vom Hauptspiel gewohnten Qualitäten: Charakterzeichnung und Dialoge vom Fachmann, eine Geschichte, die den Namen noch verdient, und eine Welt, die trotz Open-World-Verzicht und Schlauchdesign verdammt alt und lebendig daherkommt.

1

Ohne Schurken im Trupp entgeht euch einiges an Loot.

Awakening setzt nicht lange nach dem Sieg der Grauen Wächter über die Verderbnis ein. Im Normalfall – so wissen die Elite-Krieger – würde sich die dunkle Brut mit dem Tod des Erzdämons wieder in die Löcher verkriechen, aus denen sie gekommen sind. Das ist dieses Mal aber nicht der Fall. Im Norden Fereldens, im Arltum Amaranthine, kommt es immer wieder zu heftigen Übergriffen durch diese besonders ungewaschene Ork-Variante. Und was noch viel schlimmer ist: Die Biester scheinen mehr oder weniger koordiniert vorzugehen, einige sollen sogar sprechen.

Diesem Mysterium geht ihr in drei großen Hauptquests auf den Grund, die euch jeweils in ein größeres Gebiet schicken. Erneut bleibt es euch überlassen, in welcher Reihenfolge ihr die Story-Missionen angeht oder ob ihr euch nicht erst den zahlreichen Nebenaufgaben widmen wollt, die ihr beinahe im Vorbeigehen annehmt. Damit ahmt das Add-On lose die Struktur des Hauptspiels nach. Wie schon im Warden's-Keep-DLC bekommt ihr dazu aber zentral im Norden des Arltums mit Vigils Wacht eine eigene Burg, die für den Verlauf der Geschichte den Dreh- und Angelpunkt eurer Operationen darstellt. Im Norden findet sich obendrein noch die Küstenstadt Amaranthine, der ihr ebenfalls den einen oder anderen Besuch abstatten werdet.

Die Missionen, die die Geschichte vorantreiben, sind in Buch und Ausführung von der gewohnten Dragon-Age-Qualität. Jedes der drei zentralen neuen Gebiete sieht klar anders aus, ohne aber Ton und Charakter der Welt aus den Augen zu verlieren. Und die Dialoge und kleinen Geschichten, die sich dort nach und nach auftun, fügen Hauptspiel und Erweiterung clever zusammen.

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Zauberer Anders führt dieses Mal die Sympathie-Hitparade an...

Die Sidequests halten dieses Niveau allerdings wieder einmal nicht. Vor allem die, die an den Schwarzen Brettern verschiedener Gilden ausgeschrieben sind, sind oft nicht wirklich der Rede wert. Die meisten erledigt man zwischen zwei (ordentlichen) Dialogboxen und vergisst dann gleich wieder, was man als Letztes gemacht hat. Nicht mies, aber auch alles andere als essentiell oder gar spannend. Sehr viel einnehmender ist da schon die Schnitzeljagd nach exotischen Zutaten, auf die euch euer durchgeknallter Haus- und Hofschmied schickt.

In den einzigartigen Ausrüstungsgegenständen, die aus den Ingredienzen für euch entstehen und auf deren Beschaffenheit ihr zum Teil auch Einfluss habt, findet ihr eine ausgezeichnete Motivationsquelle, die allein schon für viele Stunden sorgt, in denen man wie ein Zwangsneurotiker mit Freuden unter jeden Stein blickt.

Attraktiv sind erneut auch die Aufgaben der Gefährten, die wieder nach ähnlichem Muster ablaufen - Vertrauen gewinnen, zuhören, wichtige Person aus der Vergangenheit des Party-Mitglieds aufsuchen. Das funktioniert hauptsächlich wieder einmal, weil es BioWare gelingt, euch einige sympathische Mitstreiter an die Seite zu stellen, über die man einfach mehr erfahren will.

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