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Hey BioWare, diese vier Dinge will ich in Dragon Age 4 sehen!

Habt ihr was zum Schreiben?

Dass Dragon Age 2 besser ist, als sein Ruf habe ich euch ja gestern schon - finde ich - lückenlos bewiesen und zum Start im Game Pass einige sehr schöne, alte Fantasy-Spielstunden aus meiner Erinnerung gekramt. Bei einer Reihe kommt man allerdings nie umhin, zu vergleichen, was man mochte und was einen nicht abgeholt hat... und da ploppen natürlich auch gleich die klaren Vorstellungen auf, wie die Fortsetzung werden sollte. Dragon Age 4 ist schon seit einer Weile in (hoffentlich nicht zu chaotischer) Entwicklung und soll auch erst 2023 erscheinen - ich habe aber jetzt bereits vier klare Wünsche, was ich unbedingt im neusten Teil sehen will - also: Ohren auf, BioWare, und danke, dass ihr aufmerksam mitlest!

1. Bitte wieder eine düstere Story

Inquisition kam mir da teilweise braver vor, als die Vorgänger-Teile, aber Dilemmata, Situationen und düstere Ereignisse waren schließlich immer ein tolles Markenzeichen der Reihe. Und damit meine ich nicht nur Blut, Gedärme und Brutalität, sondern auch die psychologischen Zwischentöne. Die Welt von Thedas ist eben kein fröhlich-ironisches, kunterbuntes Albion (die Fantasy-Welt aus der Fables-Reihe), sondern auch ein Lore-Nährboden für Konflikte und Dramen. Dafür brauchten die ersten Teile nicht immer Schockeffekte oder Gewalt-Voyeurismus, sondern einfach immer wieder unerwartete, tiefgründige Wendungen im Plot. Die sorgten zum Beispiel in Dragon Age Origins dafür, dass das RPG letztlich so viel mehr war als nur ein Fantasy-Genre-Klischee. Genau das würde ich mir im 4. Teil auch wieder wünschen - mehr Mut zu den Grauzonen, wie zum Beispiel beim Templer-Magier-Konflikt der ersten Teile.

Die Geschichte rund um den Dread Wolf wurde schon in Dragon Age Inquisition begonnen und bietet Dragon Age 4 Stoff für weitere Dark-Fantasy-Handlungsstränge.

2. Keine Open World

Ja, ich weiß, da scheiden sich die Geister, aber ich finde, die Open World in Inquisition hat dem Spielprinzip nicht gutgetan. Wie ich schon in meiner kleinen Würdigung von Dragon Age 2 geschrieben habe: In Inquisition verliefen sich die guten Story-Ideen in einer endlosen, relativ leeren offenen Welt und ich habe das Spiel dadurch trotz meiner Liebe für die Lore immer wieder weggelegt, weil mich das immer gleiche Herumlaufen genervt hat. Ich sage damit nicht, dass in Dragon Age 4 fantasievolle Elfenwälder oder Stadterkundungen in Tevinter nicht toll wären, aber am liebsten in einer halb-offenen Welt, die den Erkundungsdrang befriedigt, sich allerdings nicht in ewigem Gerenne verliert. Wenn schon Open World, dann macht das Ganze wenigstens etwas kleiner, aber dafür sinnvoller: Wenn man Orte schon erkunden kann, sollte es auch Gründe und Anreize geben, das überhaupt zu tun.

Für Dragon Age 4 wurden schon zahlreiche Regionen angedeutet, darunter Tevinter und Antiva - ob das Ganze wieder eine Open World haben wird?

3. Champions ohne Klischees

Ob einem die an Dramen reiche und vielleicht etwas hektische Stadt-Story in Dragon Age 2 nun gefallen hat oder nicht: Besonders cool daran war, dass man einmal nicht mit dem mächtigen Auserwählten oder der Heldin aus den Prophezeiungen an den Start ging. Vielmehr ging es um einen Niemand, eine ganz normale, einfache Person, die vor dem Nichts steht, ganz neu anfangen muss und sich als Champion wider Willen zur Legende der Stadt aufschwingt. So ähnlich könnte es auch in Dragon Age 4 werden, denn Erzählerstimme Varric deutet im Cinematic-Trailer bereits an: Die neue Hauptfigur habe keine magische Hand und stamme nicht aus einer alten Prophezeiung, sie sei ein Charakter, den zuerst niemand kommen sehen wird. Und genau das finde ich ein spitzenmäßiges Versprechen für die kommende Hauptfigur - bitte genau so machen!

Im Teaser zu Dragon Age 4 deutet Varric bereits eine bodenständige Haupfigur an - die Außenseiter-Idee kann BioWare gerne genau so durchziehen.

4. Ausgefeilte Skilltrees

Die Kämpfe der Dragon-Age-Reihe waren schon immer Party-basier und da ist es umso wichtiger, genug differenzierte Fähigkeiten aufzufächern, dass es sich lohnt, unterschiedliche Gruppenkumpels mit auf die Reise zu nehmen. Gerade darin hatte die Reihe leider schon öfter eine Schwäche. Besonders in Teil 1 gab es nicht so viele Möglichkeiten, die Gruppe abwechslungsreich zu gestalten, sodass am Ende lauter ähnliche Builds entstanden. Gerade in Sachen Magier würde ich mir einmal mehr Skilltree-Optionen wünschen, sodass nicht am Ende jeder Party-Member dieselben Zauber beherrscht. Und trau dich ruhig, mich mal zu Entscheidungen zu zwingen, Dragon Age 4. Charaktere müssen auch keine Alleskönner à la Elder Scrolls sein. Inquisition hatte rein charakterlich wirklich großartige Figuren, umso schöner wäre es aber noch, wenn die in Dragon Age 4 auch mit kreativen, abwechslungsreichen Fähigkeiten im Team punkten könnten und nicht nur mit coolen Sprüchen.

Artworks zeigen schon ein paar Charakterzeichnungen für Dragon Age 4 - im Idealfall sind die Figuren nicht nur cool, sondern auch vielseitig im Kampf.

Insgesamt hoffe ich einfach darauf, dass Dragon Age etwas mehr "back to the Roots" geht und nicht wie in Inquisition (das trotz allem noch ein unterhaltsames Fantasy-Spiel war) auf allgemeine RPG-Trends à la "Open World aufspringt, mit tausend teilweise austauschbaren Nebenquests". Als Teenie packte mein PC Inquisition nicht, ich musste eine ganze Weile absolut vorfreudig darauf warten und habe letztlich leider nicht mehr das gefühlt, was die ersten Dragon-Age-Teile bei mir auslösten - auf dieses Gefühl in neuem Gewand hoffe ich bei Teil vier.

Und wie stellt ihr euch das perfekte Dragon Age 4 vor?

Über den Autor

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Judith Carl

News-Redakteurin

Judith Carl ist Volontärin für News und Social Media bei Eurogamer.de. Judith hat Medienwissenschaften studiert. Sie streamt begeistert am liebsten Rollenspiele und Adventure Games auf Twitch. Ihre weiteren Leidenschaften sind LARP, Pen and Paper, und Trash-Filme.

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