Turok

Noch immer Mittelmaß

"Hackfleisch gefällig? Erledigen Sie einen Dino mit einer Granate."

Ganz klar, dieser Satz kann eigentlich nur aus Turok stammen. Im Februar verdiente sich die Konsolenversion in unserem Test gerade mal sechs Punkte. In der Zwischenzeit war Entwickler Propaganda Games nicht untätig und hat fleißig an der PC-Umsetzung geschraubt. Allerdings ohne nennenswerte Verbesserungen vorzunehmen.

Unverändert blieb logischerweise die Story. Turok und ein Trupp von Soldaten sollen seinen früheren Mentor Kane zur Strecke bringen. Dummerweise werden sie aber noch in ihrem Raumschiff vom Himmel geholt, bevor sie irgendwas erledigen können. Aber macht ja nichts, so ein Absturz verursacht nur ein paar kleine Kratzer. Und so liegt es hauptsächlich am guten alten Indianer, seinen Ex-Chef aufzuspüren. Auf dem Weg dorthin pustet man jede Menge Dinos und Soldaten aus den Socken. So weit, so 08/15.

Während man sich durch die Schlauchlevels des grünen Dschungels in Richtung Ziel fortbewegt, wird also eine Menge geballert. Auf dem PC geht dies zum Glück leichter von der Hand als noch per Gamepad. Im Gegensatz zu den Konsolen hat man für den Rechenknecht eine größtenteils ordentliche Steuerung hinbekommen. Keine zu schnelle Bewegungen. Kein unpräzises Zielen. Dank der flinken Maus hat man die Gegner und Viecher schnell im Fadenkreuz und ist so in der Lage, sie zielsicher wegzupusten.

Eine Vielzahl der Tasten dürft Ihr sogar nach eigenen Wünschen neu belegen. Etwas zu umständlich ist lediglich der Granatwurf ausgefallen. Dazu muss man nämlich gleich zwei Tasten drücken (Shift + rechte Maustaste). Wer das ändern will, hat keine Chance. Gerade diese Möglichkeit lässt sich nicht anpassen. Warum das so ist, wissen wohl lediglich die Entwickler.

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Das gibt Kopfschmerzen.

Überarbeitet werden mussten für die PC-Version ebenso die kleineren Quick-Time-Events, bei denen Euch beispielsweise Dinosaurier anspringen. Damit diese ihre Beißer möglichst außerhalb von Turoks Kopf behalten, drückt man wie auf den Konsolen verschiedene Tasten. Welche das sind, entscheidet der Zufall. Es kann also durchaus sein, dass man mal ausschließlich die linke Maustaste betätigen muss. Oder einfach nur abwechselnd auf A und D hämmert.

Weiterhin misslungen ist leider das Speichersystem. Selbst am heimischen Computer ist es unmöglich, an einer beliebigen Stelle einen Spielstand anzulegen. Stattdessen vertraut man nach wie vor auf Checkpoints. Und was wir schon im Februar bemängelt haben, ist selbst hier gleich geblieben. Die Speicherpunkte sind zum Teil wirklich mies platziert und lassen Euch im Falle des virtuellen Ablebens mitunter einfach mal wieder einen längeren, nervigen oder einfach nur schwierigen Abschnitt wiederholen. So etwas muss heutzutage nun wirklich nicht mehr sein.

Ein ebenfalls wichtiger Part bei Umsetzungen ist natürlich die Optik. Mit Turok haben die Entwickler gute Arbeit geleistet, denn die Portierung ist gelungen. Scharfe Texturen, gute Effekte und ein schön anzusehender Dschungel erfreuen Eure Augen.

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Turok stört die Gegner beim Breakdance.

Etwas sparsamer war man allerdings bei den Möglichkeiten zur Anpassung der Konfiguration. Ihr könnt lediglich mit Auflösung, Filter, Texturqualität und Umgebungsdetails herumspielen, um noch das eine oder andere Frame aus dem Spiel rauszukitzeln. Was mit einem guten Rechner jedoch nicht unbedingt nötig sein dürfte, denn Epics Unreal Engine 3 ist erfreulicherweise recht genügsam.

Auch die PC-Version von Turok ist aufgrund der schwachen Story und dem weiterhin mangelhaften Speichersystem nur bedingt eine Empfehlung wert. Immerhin funktioniert die Steuerung besser und ermöglicht so ein leichteres Zielen.

Was ich schon im Test der Konsolenfassung gesagt habe, kann ich hier eigentlich nur wiederholen: Eine interessantere Geschichte. Mehr Wendungen. Mehr Aha-Momente. Mehr Mut zur Kreativität. Das ist es, was Turok braucht. Vielleicht bekommen wir ja einen Nachfolger vorgesetzt, für den die Entwickler diese Punkte dann bitte berücksichtigen sollten.

Im jetzigen Zustand bleibt Turok jedenfalls nur ein Lückenfüller für Shooter-Fans und kommt an die Genregrößen nicht heran.

6 / 10

Ihr dürft bereits mit Turok durch den Dschungel streifen.

Unsere Wertungsphilosophie Turok Benjamin Jakobs Noch immer Mittelmaß 2008-05-20T08:40:00+02:00 6 10

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