Disgaea 4: A Promise Revisited - Fazit und Wertung

Ein großartiges Spiel. Schade nur, dass es noch immer unzugänglich ist.

Ihr müsst Zeit für den Genuss von Disgaea 4 mitbringen. Denn obwohl die ersten Kapitel recht leicht verstreichen, kommt ihr später ohne das nötige Grinden nicht vom Fleck. Es ist nicht wirklich schwer im traditionellen Sinn, aber durchaus anstrengend. Wer ein Problem damit hat, nicht nur seine Figuren, sondern auch deren Ausrüstung in zusätzlichen Gefechten aufzustufen, sollte lieber einen großen Bogen um den Titel machen.

Auf der anderen Seite ist auch Disgaea 4 wieder ein Traum für Leute, die vom Leveln nicht genug kriegen und stundenlang dieselbe Stage wiederholen können, um ein paar Zahlen zu vergrößern. Ich kann gut verstehen, wieso manche Personen über 200 Stunden in einen Durchlauf ballern. Auch wenn alles zu Beginn sehr komplex und verwirrend erscheint, arbeitet man sich mit dem nötigen Durchhaltevermögen in die Systeme ein und wird dafür mit einem der besten Kampfsysteme aller Zeiten belohnt. Darüber hinaus strotzt der Titel mit seinem putzigen Animedesign nur so vor Charme. Technisch gesehen ist Disgaea 4 keine Glanzleistung. Sieht man aber zum ersten Mal einen der wahnwitzigen Komboangriffe, kann man sich das Lächeln nur schwer verkneifen.

Die Handlung erforscht keine neuen Ecken des Disgaea-Universums, erfreut aber wie immer mit grandiosen Charakteren. Die Anti-Helden der Serie waren seit Beginn eines der wichtigsten Markenzeichen. Statt eines dunklen Anti-Helden übernehmt ihr mal wieder die Rolle eines exzentrischen Bösewichts, der sich aus dem dümmsten Grund auf die gute Seite stellt. War es im letzten Teil ein zerstörter Speicherstand, ist es dieses Mal das Versprechen, euren Untertanen Sardinen zu geben, das euch zur Vernichtung der Unterwelt bewegt. So schnell kann es eben gehen.

Bei der Portierung der PlayStation-3-Version auf die Vita ging kein Feature verloren. Sogar die DLCs sind alle direkt dabei. Nur die Framerate leidet ab und zu unter dem krassen Effektgewitter, falls ihr mal wieder einen Meteoritenhagel heraufbeschwört.

Auch auf der PlayStation Vita gehört Disgaea 4: A Promise Revisited zu den besten Taktikrollenspielen überhaupt. Dabei kann man sich darüber streiten, ob eine fehlende Überarbeitung der Serie nun schlecht ist oder nicht. Disgaea richtet sich schließlich primär an die Fans und bietet gewohnte Kost. Die Kämpfe sind komplex, die Angriffe überdreht und die Handlung ergibt keinen Sinn, setzt dafür jedoch voll und ganz auf den Humor. Keine Revolution, aber zumindest das hohe Niveau bleibt erhalten.

Probleme entstehen allerdings weiterhin für Serieneinsteiger. Selbst erfahrene Genre-Liebhaber werden hier zunächst auf Granit beißen, bis sie sich in alle Elemente eingearbeitet haben. Sobald diese längere Anfangsphase hinter einem liegt, ergötzt man sich am Meer der scheinbar unendlichen Möglichkeiten und versinkt für komplette Nachmittage in der verrücktesten Unterwelt der Spielgeschichte.

8 /10

Unsere Wertungsphilosophie

Links zu Angeboten und Anbietern auf dieser Seite können sogenannte Affiliate-Links sein. Mit einem Kauf über einen dieser Links unterstützt ihr Eurogamer.de. Wir erhalten vom Anbieter eine kleine Provision.

Zu den Kommentaren springen (6)

Über den Autor:

Björn Balg

Björn Balg

Redakteur

Freier Autor und wahrscheinlich der letzte Mensch ohne einen Facebook-Account. Liebt Trash und verbringt zu viel Zeit mit dem Ansehen von Katzenvideos.

Weitere Inhalte

Weitere Themen

Kommentare (6)

Die Kommentare sind nun geschlossen. Vielen Dank für deine Beiträge!

Verstecke Kommentare mit niedrigen Bewertungen
Sortierung
Threading