Test: Star Wars Pinball für Switch - Die Macht ist stark in dieser Kugel

So viel Star Wars, wie ihr nur flippern könnt.

Ich hatte schon ein Weilchen mal wieder Lust auf einen guten Flipper. Die letzten Pinballs, mit denen ich mich intensiver beschäftigte, liegen schon ein wenig zurück - Pinball Dreams, Revenge of the Gator und Sonic Spinball ... - aber eine Runde Kirby's Pinball Land machte Lust auf eine frische Erfahrung. Was man alles so im Schrank findet, wenn man umzieht. Und siehe da, der Anruf des Publishers kam wie ein göttlicher Zufall - wobei der Gott wohl eher die winzige Sub-Gottheit des Pinballs wäre: Ob ich nicht Star Wars Pinball testen wolle. Sicher, wie schlimm kann es werden.

Nun, erstaunlicherweise und zu meiner Überraschung: Gar nicht schlimm. Im Gegenteil. Was wohl auch daran liegt, dass das Spiel von Zen Studios kommt, einem ungarischen Entwickler, die seit über zehn Jahren, angefangen mit Pinball FX, hauptsächlich ihr Geld mit virtuellen Flippertischen und passenden Lizenzen machen. Nach so langer Zeit hat man wohl raus, wie eine Kugel rollen muss, sodass wir gar nicht groß über die Ballphysik sprechen müssen. Sie funktioniert, hat das richtige Abprallverhalten und ein wenig gefühltes Gewicht. Passt alles.

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Detailverliebt bis manchmal zur Überfrachtung.

Es ist damit eher die Frage, was man mit dem Tisch und seinem Design anstellt, um den Spieler länger bei Laune zu halten. Nichts ruiniert einen Flipper grundlegender als ein langweiliger Aufbau ohne viele Extras oder aber - noch schlimmer - ein unfaires Setup, in dem der Ball ständig schuldlos im Boden versinkt. Nun, beider Dinge macht sich Star Wars Pinball ein klein wenig schuldig, aber keine Sorge: Nie gleichzeitig und sicher nicht auf jedem seiner nicht weniger als 19 (!) Tische. Das ist richtig, 19 Tische, jeder mit seinem eigenen Star Wars Thema. Mal einer der alten Filme, mal einer der neuen, Dinge wie Clone Wars wurden nicht vergessen und Charaktere wie Han Solo und Boba Fett haben sogar eigene Tische. Es ist ein wenig erschlagend zu Beginn, um es vorsichtig zu sagen.

Auf den ersten Blick scheint das aber vor allem Masse bei den Einzel-Screen-Tischen zu bedeuten. Ein hübsches Bild hier, ein paar Gimmicks, wie ein drehbarer Millenium Falcon da, aber nichts, was ein normaler Tisch nicht auch könnte. Bis dann Laser anfangen, auf Bonus-Bumper zu schießen oder Luke und Vader auf das Feld spazieren, um ein Laserschwert-Duell auszutragen. Es ist gut, dass jeder Tisch eine 15-seitige Erklärung bereithält, was ihr dort alles tun könnt, was welchen Multiball oder Multiplikator startet und welche sonstigen Extras es gibt. Das unterscheidet sich jedes Mal dramatisch, jeder Tisch will gelernt und gemeistert sein - nicht, dass ich da auch nur nah dran wäre -, jeder mit seinen eigenen Tücken und Stärken. Und selbst bei denen, die mir nicht so lagen - Starfighter Fighter Assault halte ich sowohl visuell wie auch inhaltlich mit mehr als 25 Features für überladen - kann ich nicht sagen, dass ich nicht mit Freude ein oder zwei Stunden zubrachte.

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Kopf bitte drehen: Vertikal sehen die Tische mit Abstand am besten aus.

Das liegt auch daran, dass Zen Studios wirklich alles aus der umfangreichen Lizenz rausholte. Für jedes Thema und jeden Tisch gibt es eigene Soundeffekte und Samples und sogar so viele davon, dass nicht so schnell die Ermüdung einsetzt. Egal, ob man bei den Tischen zur alten Trilogie nostalgisch wird oder sich über moderne Zitate aus Rogue One freut, es wird viel geboten und es ist nur schade, dass die Dot-Matrix-Anzeige selbst auf groß gestellt etwas zu klein ist. Auch hier steckte man in jeden Tisch viel Liebe und die kleinen Animationen stehen den Klassikern unter den echten Tischen in nichts nach. Als wäre das alles nicht genug, gibt es noch einen kleinen Karrieremodus, mit einem etwas undurchsichtigen Macht-System und Missionen. Dazu kommen freischaltbare Boni-Modifikatoren, die man vor dem Spiel verteilt. Ist nicht meins, aber ein wenig mehr Tiefe ist da, wenn man sie denn sucht. Ein lokaler Hotseat-Modus wird genauso geboten, wie eine Online-Liga und natürlich Scoreboards. Da ist nicht viel, was fehlen könnte und weit mehr als mir zum Thema Flipper eingefallen wäre.

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Jeder Tisch hat seinen eigenen animierten Abschuss der Kugel.

Dass es Star Wars Pinball nur für die Switch gibt ist ein wenig schade, denn ohne die systemspezifischen Extras ist das Spiel auch in der vertikalen Ansicht übersichtlich genug, um Freude auf einem großen Screen zu haben, selbst wenn der Tisch ein wenig gestaucht wird. Aber das wichtigste visuelle Feature lässt sich eben nur hier relativ einfach benutzbar halten - wer will schon seinen 60-Zoll-Screen um 90-Grad drehen. Man sieht den Tischen sofort an, dass sie für den vertikalen Modus gemacht sind und entweder steuert ihr dann mit zwei der kleinen Tasten unten und ihr schaltet komplett auf Touch-Screen um. Beides funktioniert tadellos, wobei ich immer noch die Tasten für mehr Haptik beim Spiel bevorzuge.

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Dinge, die real halt nicht gehen: Zen Studio liebt es, Figuren auf das Spielfeld zu schicken.

Nichts erwartet, mehr Flipper bekommen, als ich je spielen wollte. Star Wars Pinball lässt sich für relativ kleines Geld - 30 Euro digital wie auch physisch - nicht lumpen. Es werden fast 20 durchweg spaßige Tische geboten, jeder mit seinen eigenen kleinen Extras und Gimmicks. Die Lizenz wird bis zum Anschlag ausgereizt, der vertikale Modus sieht auf dem kleinen Screen hinreißend aus und die Ballphysik passt. Dazu gibt es noch mehr optionale Modi und Extras für alle, denen selbst so ein Flipper nur für sich ein wenig zu puristisch daherkommt. Noch besser wird es eigentlich nur hiermit, aber das sprengt die Kasse dann doch zu sehr.

Entwickler/Publisher: Zen Studio / Nintendo - Erscheint für: Switch - Preis: ca. 30 Euro - Erscheint am: erhältlich - Sprache: Deutsch, Englisch und mehr - Mikrotransaktionen: noch nicht, neue Tische sind aber wahrscheinlich - Getestete Version: Switch

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Über den Autor:

Martin Woger

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