Xbox Wireless Headset (Series X/S) - Test: Für den Preis ein tolles Paket

Trotz kleiner Schwächen eine gute Wahl.

Die Preise für (Gaming-)Headsets reichen von ganz wenig bis ganz viel. Wer am untersten Ende der Fahnenstange zugreift, sollte keine klangliche Superqualität erwarten, das versteht sich von selbst. Microsofts erstes eigenes Wireless-Gaming-Headset für die neue Xbox Series X und Xbox Series S beweist aber, dass es auch nicht zwingend ein dreistelliger Betrag sein muss, um ausgezeichneten Sound zu bekommen. Für unter 100 Euro leistet das Xbox Wireless Headset enorm viel!

Im Vergleich zu teureren Headsets ist das Xbox-Headset ein Leichtgewicht und sitzt dank seiner guten Polsterung nach Stunden noch angenehm auf eurem Kopf. Angesichts des Preises sind erwartungsgemäß weniger hochwertige Materialien verbaut, was im Umkehrschluss nicht heißen soll, dass das hier eine schlechte Qualität hätte. Im Gegenteil: es fühlt sich wertig an, ist sauber verarbeitet und stabil. Nichts knackt oder knirscht oder wirkt sich beim Tragen anderweitig störend aus. Hier gibt's nichts zu meckern.

Alles leicht im Griff beim Xbox Wireless Headset

Die Steuerungsoptionen des Headsets habt ihr dabei immer gut im Griff. Es gibt hier keine kleinen Drehrädchen wie bei anderen Headsets, vielmehr dreht ihr die äußeren Enden der Ohrmuscheln. Auf der rechten Seite legt ihr die Gesamtlautstärke fest, links regelt ihr die Balance zwischen einer Bluetooth- und der Xbox-Wireless-Quelle. Eines der cooleren Features des Xbox Wireless Headsets ist, dass es sich gleich mit mehreren Drahtlosquellen verbinden kann. Zum einen via Xbox Wireless mit der Konsole, wofür ihr dann gegenüber anderen Headsets kein USB-Dongle benötigt, zum anderen besteht eine Verbindungsmöglichkeit via Bluetooth 4.2. Konkret bedeutet das, dass ihr zum Beispiel eine Verbindung mit eurer Xbox aufbaut und nebenbei mit eurem Smartphone, um so zum Beispiel Musik einzuspielen oder mit anderen Leuten zu sprechen. Dahingehend präsentiert sich das Xbox-Headset sehr flexibel.

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Schlicht, aber schön. (Xbox Wireless Headset Test)

Dass die Ohrmuscheln als Lautstärkeregler dienen, macht die Sache zugleich weniger fummelig. Ihr müsst im Eifer des Gefechts somit nicht zuerst nach dem richtigen von zwei kleinen, nebeneinander befindlichen Drehreglern fühlen. Zudem gibt es feste Start- und Endpunkte, die euch verdeutlichen, ob es noch leiser oder lauter geht. Bei der Balance mit dem linken Regler gibt's zudem in der Mitte eine Markierung, die euch zeigt, dass ihr die perfekte Balance erzielt habt. Insgesamt eine gute Lösung.

Diese Soundoptionen habt ihr

Standardmäßig bekommt ihr mit dem Xbox Wireless Headset Stereo-Sound, wenngleich es drei Surround-Modi auf Xbox und PC unterstützt: Windows Sonic, DTS Headphone:X und Dolby Atmos. Windows Sonic ist bei der Xbox mit dabei, wenn ihr die beiden anderen nutzen möchtet, müsst ihr dafür Geld zahlen. Dolby Atmos (zirka 15 Dollar) und DTS Headphone:X (zirka 20 Dollar) könnt ihr aber jeweils mit einer Trial-Version testen und schauen, ob euch das den Preis wert ist, indem ihr die Apps Dolby Access beziehungsweise DTS Sound Unbound aus dem Microsoft Store herunterladet.

Welcher davon dann euer Favorit ist, kann ich natürlich nicht sagen. Wenn ihr das Headset habt, lohnt es sich aber, das einmal selbst herauszufinden. Am Ende stellt sich die Frage, ob ihr es zwingend braucht? Es gibt hier keinen guten Allrounder und nicht jedes Spiel unterstützt die Surround-Modi. Zudem liefern Dolby Atmos und DTS Headphone:X je nach Titel unterschiedliche Ergebnisse und haben eigene Stärken, was das Ganze nicht leichter macht. Davon abgesehen leisten aber auch der klare Stereo-Sound und Windows Sonic gute Dienste. Ihr habt nicht das Gefühl, zwingend zu Atmos oder DTS greifen zu müssen, um hier einen guten Klang zu bekommen.

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Die Lautstärke reguliert ihr direkt an der rechten Ohrmuschel ohne Gefummel. (Xbox Wireless Headset Test)

Partner oder Mitbewohner bekommen von eurem Gaming nicht viel mit, denn es dringen wenige Geräusche nach außen. Gleichzeitig hört ihr aber schon noch, wenn draußen die Welt untergeht - oder jemand was von euch möchte. Der Stereo-Sound ist wie erwähnt klar und klingt - für den Preis, den ihr hier zahlt - gut. Schwächen zeigen sich allerdings beim Bass, der in der Standardeinstellung ab und an ein wenig zu viel des Guten rüberbringt und hier nicht mehr ganz so klar wirkt, sondern eher unschön in den Ohren dröhnt. Höherpreisige Headsets bekommen das definitiv besser hin, wenn ihr wert darauf legt. Bei den Mitten und Höhen ist die Performance von Microsofts Gerät zum Glück besser. Sie glänzen nicht, leisten aber insgesamt eine gute Arbeit.

Xbox Wireless Headset: Kleines Kabel und kleines Mikrofon

Inwieweit der Bass ein Problem darstellt, das empfindet jeder anders. Wenn es euch stört, lassen sich Anpassungen mithilfe der Xbox-Accessoires-App vornehmen. Ihr habt verschiedene Voreinstellungen oder fummelt manuell an den einzelnen Einstellungen herum. Den Bass hier auf der Standardeinstellung ein wenig nach unten zu regulieren, schadet jedenfalls nicht und führt zu einer besseren Qualität. Im Großen und Ganzen räumt das Xbox Wireless Headset mit seinem Sound natürlich nicht unter der gesamten Konkurrenz auf, der Unterschied zu mehrere hundert Euro teuren Kopfhörern ist spürbar. Auf der anderen Seite leistet es in Anbetracht seines Preises unter 100 Euro - auch wenn es nur einen Cent darunter liegt - sehr gute Arbeit und steht gegenüber preislich vergleichbaren Geräten gut da.

Ein Anschluss via 3,5mm-Kabel oder Bluetooth mit dem qualitativ besseren apt-X-Codec ist nicht möglich. Über Xbox Wireless könnt ihr es sofort und innerhalb weniger Sekunden nach Drücken des Buttons zur Synchronisation mit der Konsole verbinden, einfacher geht's nicht. Unterstützt euer PC oder Laptop Xbox Wireless, funktioniert das dort natürlich ebenso. Ansonsten ist eine Verbindung via USB-Kabel möglich. Oder ihr nutzt den Xbox Wireless Adapter für PC, der noch einmal extra Geld kostet, dafür aber mit seiner 2,4-Ghz-Verbindung noch etwas besseren Sound und weniger Latenz liefert. Mit Sony-Konsolen ist das Gerät auch via USB nicht kompatibel.

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Das Mikrofon hätte ein klein wenig länger sein können. (Xbox Wireless Headset Test)

Das beigelegte USB-Kabel dient zugleich dazu, das Headset aufzuladen. Wobei das Kabel extrem kurz (zirka 45 Zentimeter) ist und im Grunde keine vernünftige Wahl darstellt, wenn ihr es damit aufladen und gleichzeitig weiterspielen möchtet. Ein längeres Kabel hätte mit Sicherheit nicht die Welt gekostet. Es ist zwar nicht unwahrscheinlich, dass ihr ein langes USB-A-zu-USB-C-Kabel herumliegen habt, aber es geht ein wenig ums Prinzip. Das komplette Aufladen dauert um die drei Stunden und ihr könnt mit einer Laufzeit von um die 15 Stunden rechnen. Es hängt ein wenig davon ab, wie ihr es verwendet, mit wie vielen Geräten ihr es gleichzeitig nutzt und so weiter.

Bleibt noch das Mikrofon, das möchte ich nicht unterschlagen. Es ist ein kleines, fest angebrachtes Mikro, wie üblich auf der linken Seite. Wenn es noch ein klein wenig länger wäre, hätte das nicht geschadet. Und zwar aus einem einfachen Grund. Am Ende des Mikrofons befindet sich ein kleines LED, das euch zeigt, ob es stumm geschaltet ist oder nicht. Das Problem daran ist, dass ich das nicht sofort im Blick habe, sondern wirklich das Auge ganz nach links bewegen muss, um es zu bemerken - und selbst dann sehe ich es nur im Ansatz. Nicht die ideale Art, um schnell zu sehen, ob die Stummschaltung aktiviert ist oder nicht. Das ist aber die einzige Kritik daran, davon abgesehen nimmt es eure Stimme klar auf. Es mangelt dabei vielleicht ein klein wenig an Tiefe, natürlich klingt ihr aber auf alle Fälle.

Ihr bekommt das Xbox Wireless Headset unter anderem bei Amazon, Saturn, Media Markt, Gamestop, Alternate und im Microsoft Store.

Xbox Wireless Headset Test - Fazit

Für den Preis hat Microsoft mit dem Xbox Wireless Headset ein tolles Paket geschnürt. Natürlich sind die Unterschiede zu höherpreisigen Kopfhörern spürbar, was anderes war nicht zu erwarten. Beim Vergleich mit ähnlichen Geräten zeigt sich aber, dass Microsoft sehr gute Arbeit abgeliefert hat. Der Sound klingt im Großen und Ganzen klar, allein der Bass zeigt Schwächen. Das Kabel hätte länger sein können, das Mikrofon ebenso einen Tick mehr. Wer nicht hunderte Euro in die Hand nehmen möchte, kann somit guten Gewissens zur Microsofts Angebot greifen. Dafür spricht neben dem überwiegend gelungenen Sound auch die kinderleichte Einrichtung über Xbox Wireless, was die höherpreisige Konkurrenz nicht bietet.

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Über den Autor:

Benjamin Jakobs

Benjamin Jakobs

Leitender Redakteur News  |  f1r3storm

Seit 2006 bei Eurogamer.de und spielt hauptsächlich auf Konsolen. Mag Sci-Fi, Star Wars UND Star Trek. @f1r3storm auf Twitter.

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