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F.E.A.R. Files

(7 + 7) : 2 = X

Videospiel als solche und Game-Magazine im Speziellen stehen ja immer im Generalverdacht, die Jugend zu verderben. Deswegen gibt es an dieser Stelle mal eine kleine Rechenaufgabe, um Euren Bildungs-Stand zu testen: Was ist (7 +7) : 2? Na, ist doch nicht so schwer, oder? Kommt überlegt mal kurz. Na, na......falsch! Es ist nicht 7, sondern 6! Kein Wunder, dass jeder denkt, Computerspieler sind dämlich. Wenn Ihr nicht einmal solch eine einfache Aufgabe lösen könnt, solltet Ihr schnell Eure Konsole ausschalten und fleißig lernen. Wie? 7 soll doch richtig sein? Tut mir leid, da liegt Ihr vollkommen daneben. F.E.A.R. Files ist der unumstößliche Beweis, dass (7 + 7) : 2 manchmal eben doch 6 ist.

Meine recht progressive Rechenmethode erschließt sich aus dem Ist-Zustand unserer Gleichung. Fear Files besteht aus den beiden Variablen Extraction Point (Testbericht) und Perseus Mandate (Testbericht) – Story und Qualität bitte dort nachlesen. Beides sind Addons zu Monoliths Horror-Shooter F.E.A.R.. Die erste Variable erschien vor ca. einem Jahr, die zweite Variable erst vor wenigen Wochen. Beide Produkte bekamen auf dem PC bei uns stattliche 7 Punkte verpasst, während das Original - ebenfalls PC - zu seinem Release locker 9 wert gewesen wäre – wir haben nur die Xbox 360 Fassung getestet.

Wenn Ihr also beide Titel zusammenrechnet und diese dann durch 2 teilt, würde theoretisch 7 heraus kommen. Doch für unsere Berechnung muss man auch die Qualität des Originals Z, die verstrichene Zeit T und den Preis E hinzufügen. Ähm, wenn Ihr also K x T zum Quadrat nehmt und dann E addiert, dann kommt....ähm. Hm, jetzt versteh ich es auch nicht mehr. Mathe war aber noch nie meine Stärke, deswegen versuche ich es Euch zu erklären, ist ganz einfach.

Gunplay at its best.

Beide Erweiterungen sind eindeutig schlechter als das Original. Das liegt vor allem daran, dass sie nicht von Monolith selbst kommen, sondern von den Timegate Studios. Diese mussten nach dem Bruch zwischen Rechte-Inhaber Sierra und Monolith die Xbox 360-Fassung, die PS3-Version und die Zusatzmissionen übernehmen. Leider schafften sie es nicht, den gesetzten Standard zu halten. Gerade die Konvertierungen auf die Konsolen gelang nur mit kräftigen optischen Abstrichen. Die Fortsetzungen konnten zwar auf das solide Gameplay-Gerüst und die hervorragende KI bauen, doch Leveldesign und Story waren deutlich schlechter.

Trotzdem wurden Fans mit den beiden Addons gut bedient. Die intensiven Feuergefechte und die neuen Waffen entschädigten für die etwas dünne Substanz. Das Effektfeuerwerk in Kombination mit der Zeitlupe ließ die schwachen Texturen und kahlen Räume unwichtig erscheinen. Was also macht nun das neue/alte Paket mit den beiden Erweiterungen auf der Xbox 360 schlechter als auf dem PC?

Den ersten Punktabzug gibt es für die Tatsache, dass Extraction Point schon über ein Jahr auf dem Buckel hat und es gemeinsam mit Perseus Mandate zum Vollpreis verkauft wird. Die PC-Fassungen gibt es inzwischen deutlich günstiger. Als Ausgleich hätte in das Paket definitiv noch das Original mit dazugehört. Die Orange Box von Half Life 2 zeigt, wie man das richtig macht. F.E.A.R. Files in dieser Form für 60 Euro zu verkaufen, ist schlicht nicht gerechtfertigt.

Nette Charaktere, katastrophale Umgebung.

Ein weiteren Minuspunkt fängt sich das Spiel ein, weil kein Versuch unternommen wurde, zumindest die Xbox-Fassungen der Erweiterungen optisch an die PC-Originale anzupassen – auf dem Heimcomputer laufen alle Versionen deutlich hübscher mit einer veralteten 3 Ghz Single-CPU und einer Shader 2.0 Grafikkarte. Die Xbox kann deutlich mehr als die gezeigten Textur-Wüsten. Außerdem sollte das Spiel bei solch einer mittelprächtigen Optik nicht auch noch ruckeln. Die meiste Zeit läuft es zwar relativ flüssig, doch wenn es richtig zur Sache geht, bricht die Framerate ein und Ihr bekommt eine Gratis-Zeitlupe verpasst.

Damit ist die Sache klar: ((7 + 7) - 2) : 2 = 6. Ok, ich hab Euch beim Stellen der Aufgabe nicht alle Variablen verraten, aber nun ist doch alles ganz logisch, oder? Dennoch hat mir F.E.A.R. Files Spaß gemacht. Besonders wenn das Blei durch die Gegend fliegt, fasziniert das Gameplay - auch wenn es schon 2 Jahre auf dem Buckel hat. Dank der intelligenten Gegner und der soliden Inszenierung löst nicht nur die dröge Grafik ein wohliges Schaudern aus. Der Titel ist damit der lebende Beweise, dass man auch mit einem hässlichen Entlein Spaß haben kann. Wer also keinen PC besitzt und sich als echter F.E.A.R.-Fan bezeichnet, darf ruhig mal einen Blick riskieren. Der Rest wartet lieber auf das inoffizielle Sequel aus dem Hause Monolith. Project Origin sieht jetzt schon so gut aus, dass man fast weinen möchte.

F.E.A.R. Files ist für die Xbox 360 erhältlich.

6 / 10

In unserer Test-Philosophie findest du mehr darüber, wie wir testen.

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