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Warpgate & Terra Incognita

Lieber in unendliche Weiten als ins Unbekannte

Warpgate

Freeverse / 161 MB / 3,99 Euro

Dass das Space-Opera-Genre im Stil von Wing Commander und Privateer irgendwann zurückkommt, damit habe ich immer gerechnet. Aber nicht, dass das auf den mobilen Geräten geschehen würde. Erst die hervorragenden Galaxy of Fires (Teil 2 bald auch für Apple) und jetzt das epische Warpgate.

Eine komplette Galaxis mit vielen Systemen und noch mehr Planeten, mehrere Fraktionen, eine große, sich verzweigende Story, hunderte von kleinen Einzelmissionen. Handeln, ein nachvollziehbares Wirtschaftssystem, viele verschiedene Schiffe mit ausbaubaren Waffensystemen, Großkampfschiffe und sogar die Möglichkeit, Freunden von fernen Planeten eine Postkarte per E-Mail zu schicken. Wenn es um Features geht, dann gibt sich Warpgate keinerlei Blöße. Der schiere Umfang ist für ein solches „kleines“ Spiel schlicht aberwitzig.

Ich will mein iPad. Dann wäre das noch schicker.

Damit der Einstieg schnell gelingt, zeigt euch Warpgate in einem umfangreichen Tutorial alle Aspekte. Die Steuerung teilt sich in Raumnavigation auf einer 2D-Ebene und die Kämpfe mit Bewegungssteuerung auf. Um von Planet zu Planet zu kommen, sucht ihr den Zielpunkt auf der übersichtlichen Systemkarte und folgt dann der gezogenen Linie. Mit einem leichten Fingerwischen startet das Schiff in diese Richtung, weitere Wischer passen den Kurs an. Auf dieser in 3D dargestellten Ebene werdet ihr nicht selten angegriffen und könnt entscheiden, ob ihr flüchtet oder euch stellt.

Seid ihr mutig (oder im Wissen sicherer Überlegenheit), zoomt die Ansicht auf die Kontrahenten, wo sich ein halbes Dutzend Schiffe und mehr tummeln können. Feinde werden automatisch anvisiert, sodass ihr keine Sorge haben müsst, auf Verbündete zu feuern. Das Schiff wird über Neigung des iPods gelenkt und nach einer kurzen Eingewöhnungszeit funktioniert das ganz anständig. Da alle Waffen sowieso automatisch zielen, geht es in erster Linie sowieso mehr um das Ausweichen.

Der einzige echte Kritikpunkt dürfte sein, dass dieses Spiel scheinbar eher für das iPad entworfen wurde und vieles, gerade bei herausgezoomter Ansicht, ganz schön murkelig ausfällt. Das soll aber nicht andeuten, dass Warpgate ein hässliches Spiel wäre, ganz im Gegenteil. Der Weltraum ist wundervoll bunt, wie immer in Spielen dieses Genres, die Schiffe sehen ordentlich aus und der Sound wirkt über Kopfhörer erstaunlich satt. Nur die Planeten selbst sind dann doch etwas lieblos. Man sieht nicht viel davon. Ein wenig Text und die Buttons für Shop und Missionen. Es sind halt eine Menge Planeten, aber ein wenig mehr grafische Abwechslung hätte sein dürfen.

Trotzdem sollte sich niemand diesen Koloss entgehen lassen. Vier Euro für eine grandiose Verneigung vor dem Elite/Privateer-Gedanken, die an keiner Stelle Kompromisse beim Umfang oder Spielspaß eingeht. Das Einzige, was derzeit in diesem Genre noch besser sein könnte, ist die höher aufgelöste iPad-Version. Los Apple, schraubt schneller, ich will mein iPad!

Terra Incognita

Mitsuru Kamiyama / 8,8 MB / 0,79 Euro

Hier musste ich doch erstmal ein wenig recherchieren. Nach einem kurzen Anspielen kam mir das alles doch irgendwie sehr nach PSone vor. Und richtig, das Spielchen startete seine Karriere als eines der wenigen Homebrew-Games auf der ersten PlayStation, wurde vor Kurzem der PSP als Indie zugeführt und bereichert jetzt auch den App-Store mit seiner Anwesenheit.

So nah herangezoomt ist es halbwegs schick, aber noch schwerer spielbar.

Die Handlung des Rogue-Puzzle-Action-RPGs ist simpel. Untersucht eine unbekannte Insel und findet die Prinzessin. Oder so ähnlich. Effektiv arbeitet ihr euch durch einzelne Bereiche, in denen es Verschieberätsel, Geschicklichkeitseinlagen oder Kämpfe zu überwinden gilt. Die Steuerung des Helden in der Iso-Ansicht kann man als Meh bezeichnen, denn so richtig gut klappt das alles mit dem virtuellen Stick an keiner Stelle. Insbesondere Sprünge, die ein wenig Genauigkeit erfordern, darf man doch ein paar Mal wiederholen.

Noch schlimmer wird es bei den Kämpfen. Die Reichweite der Waffen ist lächerlich und die Treffererkennung ein ganz schlechter Witz. Oder eine Hommage an die übelsten NES-Verbrechen, aber das macht es nur bedingt besser. Geht Kämpfen in Terra Incognita aus dem Weg oder, falls es doch sein muss, hackt zu und hofft das Beste. Eine echte Anpassung an den kleinen Screen oder Apple generell gab es eh nicht. Die Tastenbelegung wird immer noch mit den PlayStation-Symbolen angezeigt.

Dass sich das Spiel so mäßig spielt, ist eigentlich schade. Hier finden sich immer wieder nette Rätsel und das Erkunden der Insel könnte wirklich Spaß machen. Auch das Hochleveln an sich ist natürlich ein Antrieb, dem man sich nur schwer entziehen kann. Aber am Ende sind es ein paar Stöcke zu viel, die euch da zwischen die Beine geworfen werden. Mal schauen, vielleicht können Updates und Feinpolitur das vorhandene Potential erschließen, aber derzeit kann ich euch leider nicht ernsthaft zu Terra Incognita raten.

9 / 10

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Über den Autor

Martin Woger Avatar

Martin Woger

Chefredakteur

Chefredakteur seit 2011, Gamer seit 1984, Mensch seit 1975, mag PC-Engines und alles sonst, was nicht FIFA oder RTS heißt.

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