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XBLA: Screwjumper & Shrek'n'Roll

'Was gaaaaaanz Besonderes'

Für Xbox Live und Live Arcade stellt diese Woche gleich ein Doppeljubiläum dar: Der Live-Service wird junge fünf Jahre alt, was Microsoft mit ein paar Geschenken zelebriert. Bei den Arcade-Spielen kommt die große Nummer ins Sortiment, der 100ste Downloadtitel. Und Microsoft versprach uns etwas Besonderes.

Nach ein paar Runden mit der Nr. 100 bin ich mir nicht sicher, wie sie das so genau meinten…

Screwjumper

    And I´m freeeeeeeee, free fallin´….
  • Entwickler: THQ
  • Kostenfaktor: 800 Punkte (ca. 10 Euro)
  • Spieler: 1 bis 4
  • USK: ab 12 Jahren
  • Downloadgröße: 95 MB

Soso, das ist also etwas Besonderes: Ein Typ in einem Bomberman Act Zero-Kostüm wird in einen Schacht auf einem fernen Mond geworfen und fällt ein Weilchen senkrecht nach unten. Während des Falls gilt es, roten Dingen auszuweichen und grüne Sachen zu treffen. Am Boden angekommen geht es dann wieder zurück an die Oberfläche, diesmal mit mehr Tempo und einem Zeitlimit. Mehr böse rote und gute grüne Dinge pflastern den Weg. Gelingt Euch das, bevor der Timer abläuft, herzlichen Glückwunsch, Level geschafft.

Die Handlung um das Ganze herum hat irgendetwas mit einem explodierenden Reaktor zu tun und soviel Bedeutung wie der symbolische Sack Reis in China. Also liebes Xbox-Arcade-Team, wo ist jetzt das Besondere? Das gewisse Extra, die neue Idee? Irgendwas?

Keine Antwort ist auch eine Antwort, aber Spaß kann ja auch eine solche Banalität machen, wenn alle Regeln guter Spielbarkeit eingehalten werden. Leider kommt hier die Stelle, wo Euch Screwjumper wirklich in den freien Fall der Motivationslosigkeit schicken wird. Um einen solchen Test Eurer Reflexe genießen zu können und Euch praktisch in eine Action-Trance zu schicken, bedarf es einer perfekten Steuerung.

Die gibt es hier nicht. Auch nach zwei Stunden freien Fallens und verzweifelten Einsatzes aller Möglichkeiten in Form von Boost, Luftbremse und Dynamit, werdet Ihr noch sehr gezwungen vor Euch hinrudern. Zu keinen Zeitpunkt stellt sich das Gefühl intuitiv gelungener Manöver ein. Der permanente Eindruck, dass die Analogsticks gegen Euch arbeiten, drängt sich auf. Der Spielspaß fällt schneller als der Bomberman-Typ.

Es hilft auch wenig, dass sich nie das Gefühl einstellt, mit einer Fallgeschwindigkeit von vielen Metern pro Sekunde durch einen Schacht zu stürzen. Die Grafik zeigt sich ganz ordentlich, wenn auch unspektakulär. Mit der angemessenen Vermittlung des spektakulären Ereignisses eines Sturzes durch einen engen Schacht scheint sie aber permanent überfordert zu sein.

Da helfen weder die praktisch identischen Spielmodi noch die sporadisch auftauchenden neuen Hindernisse und auch der Vierspieler-Modus rettet nichts. Ihr stürzt online halt zusammen durch die öden Schächte; immer im Kampf um ein paar Punkte und gegen die Steuerung. Das Konzept könnte funktionieren. Screwjumper zeigt lediglich, wie man es nicht macht.

In unserer Test-Philosophie findest du mehr darüber, wie wir testen.

Über den Autor

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Martin Woger

Chefredakteur

Chefredakteur seit 2011, Gamer seit 1984, Mensch seit 1975, mag PC-Engines und alles sonst, was nicht FIFA oder RTS heißt.

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