Rock Band 3

Is this the real life?

Kurze Frage: Wie lange bleibt ein Spiel durchschnittlich in eurem Laufwerk? Ein paar Tage, eine Woche oder gar einen ganzen Monat? Bei mir landen die meisten Titel nach dem Durchspielen sofort wieder in der entsprechenden Hülle, was meist nicht länger als drei Tage dauert. Jedoch gibt es eine Ausnahme, die ich alle paar Wochen wieder in meine Konsole schmeiße: Rock Band 2. In den letzten zwei Jahren wanderten etliche Zusatzsongs auf meine Festplatte und der interne Stundenzähler dürfte längst im dreistelligen Bereich angelangt sein. Kein Wunder also, dass ich auf der gamescom den Vorführraum des dritten Teils mit schweißnassen Händen betrat.

„Wir wollen den Spielern eine völlig neue Erfahrung ermöglichen.", betont Projektleiter Dan Sussman zu Beginn der Präsentation, während ich es mir auf einem nahe gelegenen Sofa gemütlich mache. „Unser Ziel ist es, dem Publikum die Instrumente näher zu bringen und sie noch realistischer zu gestalten.", sagt er und erläutert die Veränderungen gegenüber dem Vorgänger.

Die größte Neuerung stellt ohne Zweifel die Einführung des Keyboards dar, das Fans bereits seit dem ersten Rock Band verlangten. Damit steigt die Anzahl der maximalen Bandmitglieder auf sieben Personen. An dieser Stelle eine kleine Anmerkung: Falls ihr Rock Band noch auf einem normalgroßen Röhrenfernseher spielt, solltet ihr für Oktober über den Kauf einer neuen Glotze nachdenken, da ihr ansonsten mit Schwierigkeiten beim Notenlesen rechnen dürftet.

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Das Keyboard.

Das Keyboard ist gut verarbeitet und bietet mit insgesamt 25 Tasten zwei ganze Oktaven. Der Aufbau erinnert nicht von ungefähr an eine Keytar. Nehmt einfach den Gurt einer Gitarre und befestigt ihn an der Unterseite des Keyboards. Ob ihr gerne so rumlaufen möchtet oder das Gerät lieber auf eine feste Unterlage stellt, ist jedem selbst überlassen. Ich für meinen Teil packe die Vokuhila-Perücke mitsamt übergroßem Sakko aus dem Schrank und rocke ohne Scham vor dem heimischen Bildschirm ab. Vielleicht erscheint passend dazu noch ein Modern Talking Song zum Download.

Im normalen Modus benötigt ihr nur fünf weiße Tasten, mit denen sich auch die Gitarren- beziehungsweise Bassspuren spielen lassen. Die große Herausforderung wartet im Pro-Modus, der eine realitätsnahe Erfahrung bietet. Anstatt der fünf normalen Farben, erscheinen ganze 17 Tasten auf der Notenspur vor euch. Das ist im ersten Moment ziemlich überwältigend, doch geht es noch eine Stufe härter. Auch der Pro-Modus bietet vier Schwierigkeitsgrade. Auf den oberen beiden wechselt die Spur sogar zwischen den Oktaven, wodurch die Position der Finger ständig gewechselt werden muss und sogar erfahrene Spieler ins Straucheln geraten. Ich selbst verknotete meine Griffel bereits auf Mittel und fing mir ein paar hämische Kommentare ein. Trotzdem bereitete mir mein Versagen einen großen Spaß.

Ebenso kläglich verlief mein Testlauf mit den beiden brandneuen Gitarren. Die erste Variante von Mad Catz entspricht dem Design der Fender Mustang und ist mit 102(!) Tasten ausgestattet, die sich auf den 17 Bünden verteilen. Die Noten spielt ihr mit den sechs Seiten an. Wer den Realismus auf die Spitze treiben will, holt sich die für 2011 geplante Fender Squier Stratocaster, eine vollwertige MIDI-Gitarre mit 22 Bünden. Das Gefühl beim Spielen kann ich eigentlich nur als großartig beschreiben. Obwohl ich nur die oberste Seite beim Anspielen bediente, schoss das Adrenalin in meine Blutbahn und verwandelte diesen Moment in eine epische Erfahrung. Es hebt das Spielerlebnis auf eine ganz neue Stufe.

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Die Fender Squier Stratocaster. Do want!

Wie beim Keyboard spielt ihr im Pro-Modus den Song 1zu1 nach. Die Spur am unteren Bildschirmrand zeigt die sechs Seiten, auf denen die Noten erscheinen, die mit einer Zahl gekennzeichnet sind. Diese entspricht dem jeweiligen Bund. Ihr lernt wirklich das komplette Lied, wenn ihr auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad spielt. Im fertigen Spiel helfen euch verschiedene Trainingsmodi im Umgang mit den neuen Instrumenten. Zum ersten Mal haben echte Gitarristen einen Vorteil.

Kommen wir nun zur Neuerung, die mich als Schlagzeuger am meisten freute. Keine Angst, ihr braucht euch nicht schon wieder ein neues Set kaufen und könnt euer altes wunderbar benutzen. Denn in der normalen Variante hat sich rein gar nichts verändert. Spielt ihr jedoch im Pro-Modus, erhalten die Cymbals endlich eine Bedeutung. Diese kauft ihr als Erweiterung für euer Schlagzeug, falls ihr nicht schon ein Dreier-Set besitzen solltet. Neben der roten Spur für die Snare ist jede Farbe doppelt belegt. Erscheint eine normale, rechteckige Note, haut ihr wie bekannt auf eure Toms. Erblickt ihr allerdings eine runde Note in Form eines Becken, schlagt ihr auf das entsprechende Cymbal.

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