Assassin's Creed: Brotherhood

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Hinweis: Falls ihr Probleme mit dem Spiel habt und Hilfe benötigt, schaut doch mal in unsere Komplettlösung zu Assassin's Creed: Brotherhood.

Es ist schon gut, dass das neue Assassin's Creed den Beinamen Brotherhood trägt und nicht etwa die bedeutungsschwangere "3" wie einen Sack voller steinschwerer Erwartungen hinter seinem Titel herziehen muss. Damit sei keinesfalls gesagt, dass sich das Spiel wie ein liebe- und ambitionsbefreites Vollpreis-Update anfühlt, denn das tut es nicht. Stattdessen erlaubt der pathetische Zusatz, Assassin's Creed: Brotherhood als das zu genießen, was es sein will: Die natürliche, organische Verlängerung des zweiten Teils.

Als wäre der einjährige Hiatus nie gewesen, setzt die Animus-interne Handlung um Ezio dort an, wo ihr euch nach dem Finale von AC II notgedrungen ausklinken musstet: In Rom, in den fremdartigen Katakomben unter der Sixtinischen Kapelle. Mit dem Apple of Eden im Gepäck, machen sich Ezio und Mario Auditore auf nach Monteriggioni, um dem Rest des Clans von dem Triumph zu berichten. Doch die Borgia-Sippe sinnt auf Rache, dieses Mal in Form von Cesare Borgia, dem Sohn des Papstes, der sich gleich zu Beginn als wunderbar hassenswerter, zentraler Antagonist entpuppt.

Ohne zu viel verraten zu wollen: Cesare ist es zu verdanken, dass sich Ezio mehr oder weniger mittellos in Rom wiederfindet und die heruntergekommene Stadt kletternd und kämpfend vom Joch der Borgia-Herrschaft befreien muss. Der Wiederaufbau Roms ist es auch, der den Verlust der Villa Auditore kompensiert. Anstatt stundenlang darin zu versinken, ein verarmtes Anwesen zur mächtigen, autonomen Festung aufzurüsten, drängt ihr hier den Borgia-Einfluss in der gesamten Stadt zurück und schenkt Rom so neues Leben.

Dazu schaltet ihr in der riesigen Hauptstadt sowie ihren vorgelagerten Ebenen und Vororten Wachtürme und Hauptmänner aus. Jeder dieser besonders hartnäckigen Gegner ist auf eine Weise platziert, die dazu motiviert, ihn auf dem effektivstem Wege zu erledigen, jeder Turm ein bisschen anders zu besteigen. Ist ein Viertel gesäubert, beginnt ihr zu investieren. Ihr renoviert Aquädukte, Schmiede, Schneider und Ställe und beschert der Bevölkerung damit Wohlstand und – keine Lüge – schönes Wetter. Stadtbild und Atmosphäre wenden sich so im Verlauf der knapp 20 Stunden langen Kampagne durch eure Hand zum Besseren. Die Verzahnung dieses mehr oder minder sekundären Spielfortschritts mit dem Rest der Kampagne ist absolut vorbildlich und einer der motivierendsten Faktoren im Spiel.

Assassin's Creed: Brotherhood - Launch-Trailer

Während man die Borgia so nach und nach von der Stadtkarte wischt, baut man Rom beinahe nebenbei wieder auf, weil einen stets neue Marker auf der Mini-Karte vom Storypfad herunter locken. Dabei macht man nie etwas nur um der Optik willen, weil jede Renovierung auch neue Waffen, Kleidung, höhere Geldeinkünfte oder einfach eine Schnellreise-Funktion an einen neuen Ort verspricht.

Ein Zähler addiert im Hintergrund derweil die totale Synchronisation eures Vorgehens mit den (im Rahmen der Spielfiktion) tatsächlichen Ereignissen zu einem Prozentwert, der ebenfalls nach und nach neue Missionen und Funktionen freischaltet. Alles greift ineinander und das macht geradezu süchtig. Man kennt das ja vom zweiten Teil. Hier ist das alles aber noch nahtloser integriert; mehr Teil der Umgebung, durch die ihr euch bewegt, als entfernter Klecks am Rande der Weltkarte, der nur alle paar Stunden mal eine Rolle spielt.

Ab der fünften der 14 Erinnerungssequenzen im Animus kommt der Spieler in den Genuss des Features, dem wir den Namen von Ezios zweitem Abenteuer zu verdanken haben: Ihr versammelt nach und nach eine eigene Bruderschaft der Assassinen um euch. Pro ausgeräuchertem Borgia-Turm dürft ihr einen von den Stadtwachen terrorisierte Bürger rekrutieren, sich eurer Sache anzuschließen. Diese Neu-Assassinen könnt ihr markierten Gegnern mit der LB-Taste (beziehungsweise L1) auf den Hals schicken. Bis zu Level zehn kann ein jeder eurer stets im Zweier-Team agierenden Kollegen im Rang aufsteigen und sich dabei immer neue Rüstungsteile, Waffen und andere Hilfsmittel verdienen.

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