Team Meat: DRM schadet mehr als Piraterie

Entsprechende Sicherheitsmaßnahmen machen Piraterie eher wahrscheinlicher.

Super-Meat-Boy-Entwickler Tommy Refenes hat sich in einem Blogeintrag zum Thema DRM geäußert. Seiner Ansicht nach verursacht DRM mehr Schaden als die Piraterie selbst und würde so manchen überhaupt erst dazu bringen, sich ein Spiel illegal zu besorgen.

„Ich denke, ich kann mit Sicherheit sagen, dass Super Meat Boy mindestens 200.000 Mal illegal runtergeladen wurde. Wir nähern uns den 2 Millionen verkauften Exemplaren und die Annahme, dass 10 Prozent davon zusätzlich illegal runtergeladen wurden, ist nicht unsinnig."

„Als vorausdenkender Entwickler, der in der Gegenwart lebt, habe ich erkannt und akzeptiert, dass ein kopiertes Exemplar eines digitalen Spiels nicht damit gleichzusetzen ist, dass jemand Geld aus meiner Tasche entwendet. Team Meat fährt aufgrund der Piraterie am Jahresende keine Verluste ein und das sollte auch kein anderer Entwickler."

Piraterie wird es wohl immer geben und für Refenes sind Investitionen in DRM-Systeme, die sowieso nicht richtig funktionieren, keine cleveren Entscheidungen - sowohl aus geschäftlicher als auch aus ökonomischer Sicht.

„Die Realität des heutigen Software-Zeitalters sieht so aus, dass das Internet effektiver bei der Umgehung solcher Dinge ist als die Unternehmen bei ihrer Erschaffung sind. Ein Unternehmen investiert große Geldsummen in DRM und in den meisten Fällen knackt das Internet das Ganze in wenigen Tagen. Ist es das investierte Geld wirklich wert, wenn das DRM fehlerhaft ist?"

„Hat euch diese Woche des funktionierenden DRMs bei eurem Spiel mehr Käufe von potentiellen Piraten beschert, weil sie es sich zum Launch nicht illegal besorgen konnten? Nochmal: Es gibt keine Möglichkeit, das festzustellen und daher kann man es auch nicht als korrekte Rechtfertigung für das Ausgeben von Geld nutzen."

Im Gegenteil: Die Wahrscheinlichkeit, dass jemand ein Spiel illegal runterlädt, ist nach Ansicht von Refenes sogar geringer, wenn man ein Spiel problemlos zum Laufen bringt und es nicht mit irgendeinem Always-On-DRM-System verknüpft ist.

„Leider gibt es nichts, was irgendjemand tun kann, um aktiv das Kopieren seines Spiels zu unterbinden", schreibt er. „Ich glaube, die Wahrscheinlichkeit, dass jemand eure Software kopiert, ist geringer, wenn die Software einfach zu kaufen und zu nutzen ist und das tut, womit man sie bewirbt."

„Man kann niemanden dazu zwingen, seine Software zu kaufen. Gleichermaßen kann man auch niemanden davon abhalten, sie zu stehlen. Die Leute müssen eure Software kaufen WOLLEN und euch unterstützen WOLLEN."

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