Borderlands

500.000 Waffen für ein Halleluja

Die Games Convention ist wie ein gigantisches Klassentreffen. Entwickler und Journalisten sitzen zusammen, plaudern über die wichtigsten Neuheiten und diskutieren über die Trends der Zukunft. Ein großes Thema sind hierbei die Faktoren Innovation und Verkaufserfolg, die sich leider viel zu oft komplett ausschließen. Wenig überraschend gab es auf der diesjährigen Messe eine ganze Reihe uninspirierter Ego-Shooter zu begutachten, die scheinbar auch 2008 einen dicken Geldbeutel garantieren. Parallel dazu schälte sich aber noch ein weiterer Trend heraus, der gleich die beiden zugkräftigsten Genre zusammenführt.

Lagen Mixturen aus Shooter und Rollenspiel zu den Zeiten eines System Shocks noch wie Blei in den Regalen, beweisen Titel wie S.T.A.L.K.E.R. und BioShock eindeutig, dass man damit im 21. Jahrhundert Erfolge feiern kann. Dem Trend folgend fanden sich in den Leipziger Hallen gleich mehrere Titel, die sich diese relativ frische Misch-Methode zu Eigen machen. Neben dem viel versprechenden Mass Effect und dem Fallout-Revival, wird sich auch das von Gearbox entwickelte Borderlands auf ein paar Experimente einlassen.

Mit einem komplexen Inventar, Shops für Waffen und einem umfangreichen Erfahrungssystem, verlässt man die ausgetretenen Pfade und wagt sich in unbekanntes Terrain. Doch lest selbst, was uns Gearbox-Chef Randy Pitchfork im stillen Kämmerlin des 2K-Standes präsentierte und was es mit den 500.000 Waffen im Spiel auf sich hat.

'Borderlands' Screenshot 1

Was haben die Piraten wohl mit dem Bagger vor?

Zu Beginn erst einmal ein dickes Lob für den spannend klingenden Story-Hintergrund. Kein klassisches „Aliens“, „Star Wars“ oder Fantasy-Brimborium, keine ausgelutschte Terroristen-Hatz, Dämonen-Verfolgung oder nahende Atomschlag-Hysterie. Stattdessen entführt uns Gearbox bei Borderlands mit einem Szenario der Marke „Pitch Black meets Mad Max“ auf den unwirklichen Grenzplaneten Pandora, der seinem Namen alle Ehre macht. Die kargen Steppen und ausgedehnten Wüstenareale bieten Hort für allerlei tödliches Getier, fliegende Raubtiere mit widerlichen Krallenschwänzen machen die Luft unsicher. Nur eine kleine Menschen-Siedlung versucht, der widerspenstigen Natur ein Stückchen Erde abzutrotzen. Mittendrin unser Hauptdarsteller, der seinen Lebensunterhalt zwischen Glücksjägern, Bergarbeitern und Halsabschneidern als Söldner verdingt.

Die erste Anlaufstation der Präsentation ist ein umzäuntes Basis-Camp, in dem sich der Akteur in scheinbarer Sicherheit wiegen und mit Waffen und vor allem Fahrzeugen eindecken kann. Beim ansässigen Händler lockt ein prächtiges Sortiment, das auf den Einsatz eines Waffen-Algorithmus zurück zu führen ist.

'Borderlands' Screenshot 2

Enten-Jagd auf pandoranisch.

Der Computer setzt die Wummen aus verschiedenen Eckdaten zusammen, die am Ende zu den eingangs erwähnten 500.000 Metzelwerkzeugen führen. Zu Demonstrationszwecken schmeißen die Entwickler kurzerhand 40 Totmacher auf den Boden, verdeutlichen so die optischen Merkmale und geben an, dass sich die Waffen auch bezüglich ihrer Ballistik unterscheiden und etwaige Vor- und Nachteile aufweisen. Im Gegensatz zu den generierten Helfern werden die Gelände-Buggys liebevoll von Hand modelliert. Deren Äußeres scheint stark von den drei Mad Max Filmen inspiriert worden zu sein und lässt sich durch allerlei Updates modifizieren.

Von einer zerstörten Schönheit mit entstelltem Gesicht haben wir inzwischen auch schon einen Auftrag erhalten. Wir sind auf der Suche nach dem Nest der fliegenden Plagegeister, um das Leben zumindest für ein paar Monate erträglicher zu gestalten. Doch um die Ureinwohner von Pandora auszuräuchern, braucht man mehr als die schwachbrüstige Schrotflinte im Gepäck. Es muss richtig krachen. Leider gibt es den begehrten Sprengstoff nur von den Piraten, die arglose Wüsten-Reisende nicht nur ausnehmen, sondern auch gleich ohne Ausrüstung im Sand liegen lassen. Und ohne Ausrüstung ist man ein leichtes Opfer für die blutrünstigen Fliegemonster.

Kommentare (16) vor 4 Jahren

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  • Jenson #1 vor 4 Jahren

    Das wird toll. Bzw. ich hoffe es. Macht Lust auf mehr. Szenario ist klasse und unverbraucht, der Coop könnte sehr spaßig werden, nun muss nur noch das Balancing der Waffen stimmen.
  • Ned #2 vor 4 Jahren

    Also die Präsentation war auf jeden Fall schon ziemlich lustig, vor allem als die plötzlich anfingen, hunderte von Waffen zu spawnen. :)
  • syLv #3 vor 4 Jahren

    'Borderlands' wird ohne Zweifel eines der interessanteren Spiele im Jahr der Europameisterschaft. Aber der Trend seit 2005 setzt sich weiter fort, und auch 2008 wird man die Zahl der Top-Games weiter ausbauen, und dieses gehört auf jedenfall dazu.
  • Lea #4 vor 4 Jahren

    Lustige, kleine Anekdote: Als ich bei der Borderlands-Präsentation saß und die Herren das Licht ausmachten, war ich schon so von der GC geschafft, dass ich fast einnickte. Und dann kam die Stelle, wo sich diese Flugviecher ein menschliches Opfer krallten und ein Schrei durch das Zimmer gellte. Widerliche Szene, aber danach war ich hellwach :p
  • Jenson #5 vor 4 Jahren

    Ich hab mich übrigens die ganze Zeit gewundert, wer der Typ ist, der hinten im Raum mit seiner Nase am Bildschirm klebte. Bis er plötzlich vor dem eigentlichen Spieler aufgetaucht ist. Netter Effekt und ein wohl sehr spaßiger Coop-Modus. Die Idee, ständig in das Spiel eines anderen Spielers beitreten zu können ist zwar nicht neu (Crackdown, son Spiel mit Kettensäge und Locust-Feinden) aber sehr löblich. Und es hatte eine Art Drachen als Gegner drin. Besser gehts nicht mehr. *g*
  • Lea #6 vor 4 Jahren

    Hahaha, ja. Bei mir war es aber andersherum: Ich dachte erst, die Figur, die plötzlich vor dem Akteur auftauchte, sei nur ein regulärer NPC :) Bis ich verstand, dass der von dem Mitarbeiter in der Ecke gesteuert wurde :p
  • Heavy_Rain #7 vor 4 Jahren

    Beim Szenario bin ich mir noch nicht ganz sicher, ob es auch bei der breiten Masse ankommt...

    Wenn es nach Fallout 3 raus kommt, dürfte das Szenario wahrscheinlich schon wieder etwas beliebter sein.

    Bei Stalker und Bioshock würde ich allerdings nicht gerade von Rollenspiel Elementen reden, nur weil man die Leichen "beklauen" darf.
  • Kristian #8 vor 4 Jahren

    Naja, ist definitionssache. Im Vergleich zu nem Killzone 2 oder nem Call of Duty ist das schon Hardcore-Rollenspiel! Außerdem droppen die Leichen bei den Spielen ja Items, das ist auf jeden Fall eine Mischung.
  • Lea #9 vor 4 Jahren

    BioShock hat in dem Sinne Rollenspiel-Elemente, als dass Du dem Akteur ja bestimmte Fähigkeiten zuweisen kannst und diese sogar auflevelst (upgradest). Sind halt ganz kleine Elemente :) (Stalker hab ich nicht gespielt, also enthalte ich mich hier einmal :)
    Editiert von 1 um 06/09/07 @ 18:11
  • Jimpanse #10 vor 4 Jahren

    das klingt ja sehr sehr sehr geil ;D @Ned: wo hast du das gesehen?? gibts da ein video im netz?? wenn ja, hast du nen link??? thx
  • Lea #11 vor 4 Jahren

    Er war ebenfalls bei der Präsentation :) Ned = Eurogamer! :)
  • Heavy_Rain #12 vor 4 Jahren

    Gut, wenn du mit Killzone 2 und CoD vergleichst, dann vergleiche ich mit Baldurs Gate und Kotor. ;)

    Ein paar kleine Elemente sind drin, keine Frage aber sie sind sehr weit von einem Rollenspiel entfernt, nicht mal ein Genre-Mix.
  • Kristian #13 vor 4 Jahren

    naja, Borderlands geht einen Schritt weiter und liefert auch Erfahrungslevel. Es ist eben so ein Spiel, bei dem die Genre-Grenzen durcheinander gewirbelt werden.
  • Lorrn #14 vor 4 Jahren

    hui... das kann echt mal übelst nice werden :)
  • Jimpanse #15 vor 4 Jahren

    aso, danke @Lea, würde auch zu gerne etwas davon sehen ;/ *schnief* da kann mich nur ein evtl. Gewinn beim Gewinnspiel, aufmuntern ;)
  • BathiBoi #16 vor 4 Jahren

    hui, ein interssantes spiel. muss ich mir merken. ich liebe endzeit szenarien...