Gigabyte P34G - Test

Ein Spiele-Laptop mit Power, der keine erhöhte Körperkraft zum Tragen erfordert? Dann zeigt mal her!

Ein Gaming-Laptop? Nein, danke. Fluggesellschaften haben Gepäckbegrenzungen. Ich habe keine Lust, für einen Laptop ein Fitnessstudio zu besuchen. Ein Rollkoffer als Laptop-Tasche sieht immer so komisch aus.

Ich hatte durchaus immer ein paar Ausreden parat, wenn es daran ging, eine Entschuldigung gegen den Kauf eines Gaming-Laptops zu finden. Jetzt sieht es so aus, als bräuchte ich ein paar neue, denn das Feature, dass beim Gigabyte P34 sofort auffällt, ist, dass all die genannten sich erübrigt haben. 1,7 Kilo liegen auf dem Level meines nicht mehr ganz frischen Toshiba Ultrabook, nur wenig über dem 13er MacBook Air und sehr bequem auf dem Schoss. Noch dazu ist er gerade mal knapp über 2 cm dick. Das ist zwar nicht Ultrabook-Standard, aber viel fehlt nicht.

Trotz seiner schmalem Ausmaße und des noch schmaleren Gewichts scheint beim ersten Blick auf die Ausstattungsliste nichts zu fehlen. Ein Intel i7 tut seinen schnellen Dienst, zur Seite stehen der Intel HM87-Chip, eine GTX 760M von Nvidia kann alles an Spielen zumindest starten, was es derzeit gibt, 16 GB DDR3 RAM sind mehr, als die meistens Desktops derzeit verbaut haben und zwei Festplatten - eine 128 GB SSD und eine reguläre 750er. Trotz des Gewichts fiel das Display mit immerhin 14 Zoll und 1080p-Auflösung - 1920x1080 - nicht klein aus. Kleiner, als man es bei den sonstigen Geräten für diese Funktion gewohnt ist, aber trotzdem. Windows 8 - angesichts der RAM-Größe natürlich 64 Bit - rundet das Ganze insoweit ab, als das ein Betriebssystem vorhanden ist, auch wenn ich mich immer noch nicht so ganz dran gewöhnen konnte. Aber schließlich zeigten ja scheinbar Versuche mit der Battlefield-4-Beta, dass die Nummer 8 der 7 zumindest im Tempo deutlich überlegen sein dürfte.

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Dann schauen wir doch mal im Detail, was das P34G kann. Beim Auspacken gibt es nichts Großes zu berichten. Die Packung ist im Gegensatz zu mancher Origami-Kunst bei Designer-Laptops schlicht und funktional. Das Netzteil ist größer, als es aktuell sein sollte. Wer sich an so etwas deutlich stört, wird ein Problem mit dem 200-Gramm-Backstein haben. Das Kunstlederetui ist eine nette Dreingabe und schützt zumindest minimal auf Reisen, selbst wenn die Polsterung das Gerät nicht vor ernsten Attacken retten dürfte.

Tastatur, Touchpad und Verarbeitung

Beim ersten Anfassen de P34G wird klar, wo schon mal gut Gewicht eingespart wurde. Die untere Seite besteht komplett aus Plastik der vom Gefühl her zarteren Sorte. Nicht „Ich habe Angst es anzufassen"-zerbrechlich, aber doch schon eines, bei dem man sich die Frage stellt, was wohl passiert, sollte der Laptop mal selbst aus geringer Höhe abstürzen. Für die Oberseite wählte man ein mattes, sehr angenehm anzufassendes Aluminium, das Fingerabdrücke anzieht und in das mehr oder weniger dezent der Schriftzug des Herstellers eingelassen wurde. Nur in silbernem Plastik und nicht-leuchtend, was so ist, wie ich es mag, aber halt ohne den Leuchte-Flash, den so manches Konkurrenzprodukt bietet. Überhaupt erinnert das P34 vom Look her eher an ein Business-Notebook.

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Nichts wackelt, nichts quietscht, die Verarbeitung macht einen sehr guten Eindruck.

Das ändert sich im Inneren nicht groß. Aufgeklappt zeigt sich, dass der Displayrahmen nicht vollständig aus Metall besteht, sondern das eigentliche Display in Plastik eingefasst wurde. Das innere Gehäuse um die Tastatur besteht ebenfalls aus Aluminium, auch wenn es sich von der Haptik etwas seltsam anfühlt. Wie eine Mischung aus Aluminium und Plastik. Keineswegs unangenehm, aber irgendwie anders. Die Tasten selbst sind in Plastik gefasst und hier wurde ein wenig gespart. Wie bei allen nicht ganz so vornehmen Laptops sind die Tasten links und rechts fest eingesetzt und bewegen sich keinen Millimeter nach unten, in der Mitte dagegen gibt es ein deutliches Einsacken von mindestens einem Millimeter. Das ist weit weniger dramatisch als beispielsweise bei einem Toshiba-Gerät, aber nicht gerade State of the Art. Trotzdem, der Anschlag mag nicht ganz auf dem Niveau von Lenovos X-Geräten liegen, angenehmes Tippen ist damit überhaupt kein Problem. Natürlich sind die Tasten hintergrundbeleuchtet und das auch sehr ansprechend in einem schön kalten weißlichen Blau.

So nett die Tasten des Keyboards sind, beim Touchpad traf man bei Gigabyte eine denkbar unglückliche Wahl. Es ist eines der Firma Elan und die angenehme Oberfläche des Pads und die stattliche Größe können einen echten Haken nicht wieder wettmachen. Inzwischen hat sich praktisch jeder Mensch daran gewöhnt, dass mit einem Fingertippen ein Klick ausgeführt wird und mit zweien ein Doppelklick. Letzteres kennt das Elan aber nicht und sein Treiber schon gar nicht. Alternative Treiber anderer Hersteller wurden erwartungsgemäß nicht akzeptiert und so muss man für jeden Rechtsklick - und nur für den, weil so ziemlich alle anderen Multitouch-Gesten funktionieren - zu der Taste darunter greifen. Das ist ein unglaublich nervendes Manko und macht die Maus an der Seite selbst beim Arbeiten praktisch zur Pflicht. Das ist sie für Spiele sowieso, aber manchmal will man ja auch was anderes tun und dann ist diese krude Mischung aus Multitouch, aber nicht bei dieser einen Standard-Geste, kaum mehr als eine Krücke. Zumal die eine große Kipptaste für die beiden Maustasten unter dem Pad auch nicht die Krönung darstellt. Ein Patch kann dieses Problem schnell lösen, bisher ist nur leider keiner erschienen.

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Das an sich überzeugende Touchpad kennt alle Gesten, nur nicht den Zwei-Finger-Rechtsklick.

Das P34 als Gesamtes ist ordentlich und stabil verarbeitet und bewegt sich dank des Metall-Anteil nicht groß in sich selbst, wenn man es ein wenig zu biegen versucht. Nichts knirscht, nichts wackelt und auch das Display lässt sich ohne Knarzen, Quietschen oder Wackeln an seinen beiden Scharnieren öffnen. Während des Tests gab es bei diesen keine Abnutzungserscheinungen und sie machen den Eindruck, als würde sich daran auch nichts so schnell ändern. Insgesamt ist die Verarbeitung des P34 gut, passgenau und wenn man sich für ein anders Material bei der Unterseite entscheiden hätte, wäre es eine komplett runde Sache. Aber gut, irgendwo muss man mit der Ausstattung ja sparen, wenn der Endpreis bei 1.400 Euro - 1.100 Euro ohne SSD-Platte und mit 8 GB RAM - landen soll. Über den Stil kann man immer streiten. Wer den Glitter und die Decals anderer Hersteller vermisst, den wird der kühle, nüchterne Look des P34 vielleicht langweilen, ich dagegen betrachte es eher als elegantes Understatement, dass nur von der nicht-metallenen Unterseite torpediert wird. Nein, ich mag diese Plastikschale kein Stück. Aber das Design insgesamt soll nicht zu sehr darunter leiden, wer seine Laptops dezent mag, liegt hier trotzdem richtig.

Anschlüsse, CPU, GPU und Innenleben

Die Anschlüsse bieten dabei so ziemlich alles, was man derzeit verlangen kann. Links und rechts finden sich jeweils zwei USB-Anschlüsse, zwei 3.0 und einer davon mit etwas mehr Power, um mobile Geräte schneller laden zu können, die anderen beiden sind 2.0er. Das Kensington-Lock ist selbstverständlich, ebenso wie der Multicard-Reader, der Gigabit-Lan-Anschluss und die Kopfhörer/Headset-Buchse. Ein HDMI-Anschluss ist derzeit Standard und sicher bei normalen Monitoren und TV oder Beamern auch gang und gäbe. Trotzdem nett, dass auf den regulären VGA-Ausgang als Alternative nicht verzichtet wurde, so könnt ihr das P34 wirklich überall anknüpfen. All diese Dinge verstecken sich brav an den Seiten, fallen nicht auf und für nichts musste ein Kompromiss eingegangen werden, um es unterzubringen, sodass der positive Eindruck bei Look des Geräts unangetastet bleibt.

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Die Tasten lassen sich auch bei völliger Dunkelheit perfekt ablesen ohne die Augen anzustrengen.

Aber Stil ist nichts, Inhalt ist alles und die Kurzzusammenfassung des Innenlebens mag sich nett gelesen haben, aber da gibt es doch sicher Haken. Zum Beispiel der Intel i7. Das ist doch bestimmt einer aus der Vorgeneration, oder? Nein, erstaunlicherweise nicht. Das ist ein i7-4700 HQ Haswell, also das, was auch Apple zum Beispiel auch noch nicht so lange verbaut und derzeit der Stand der Reihen beim Hersteller ist. Der 4700 HQ ist dabei keineswegs das Non-Plus-Ultra, aber doch schon im oberen Viertel dessen, was derzeit in High-End-Laptops zu finden ist. Mehr dazu später noch in den Benchmarks, das Wichtigste an den Haswells ist jedoch, dass sie auf Sparsamkeit getrimmt worden sind. 47 Watt zieht der 4700HQ gerade mal, zum Vergleich brachten es die letzten Generationen schon mal auf 90 und 130 Watt. Mal sehen, was der P34 am Ende daraus macht, denn eines der Probleme von Gaming-Laptops war immer die geringe Akku-Laufzeit.

Dafür ist die Grafikkarte ein weiterer wichtiger Faktor und die Nvidia GTX760M mit 2GB GDDR5 ist dabei sicher keine schlechte Wahl. Sie ist derzeit längst nicht das Beste am Markt, auch nicht von Nvidia, aber sie ist im Gegensatz zur deutlich größeren 765M, ganz zu schweigen von den noch stärkeren Karten oder SLI-Lösungen, sehr schmal und damit ideal für dieses System. Dass ihre Leistung dabei nicht zu verachten ist, zeigen später die Benchmarks.

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Diese beiden Lüfter solltet ihr nicht verdecken, sonst bricht das Kühlsystem zusammen.

Wer den P34 aufschraubt, um sich das aus der Nähe anzusehen wird feststellen, dass das Innere sich extrem aufgeräumt gibt. Ist erst mal die exzessive Summe von 15 Schrauben entfernt, habt ihr schnell Zugang zu den beiden Festplatten und den beiden Speicher-Slots. An letztere kommt ihr sogar schon nach einer einzelnen Schraube, sodass der nachträgliche Einbau eines zweiten Riegels kein Thema ist. 16 GB ist die Maximalbestückung, aber damit sollte es sich eigentlich die nächste Zeit noch sehr unbeschwert leben lassen. Die reguläre 750er-Platte lässt sich ebenfalls leicht wechseln, die 128-GB-SSD steckt auf einem mSATA-Chip und es sieht so aus, als wäre auch da der Wechsel möglich.

Die Kühlung macht einen durchdachten Eindruck hinten links und rechts sitzen zwei Lüfter, in der Mitte dazwischen der i7 und der Nvidia. Über beide läuft eine großflächige Heatpipe, die angesichts der Maximal-Temperatur von 75 Grad, die ich in der Testphase beim Dauerlast-Test erreichte, ihre Arbeit zu tun scheint. Die Plastikunterseite wurde dabei nie so heiß, dass ich Angst hatte, sie anzufassen oder zumindest für ein Weilchen auf dem Schoß zu platzieren. Scheint also zu funktionieren, auch wenn man sagen muss, dass sich die Lüfter bemerkbar machen. Bleiben sie im Desktop-Betrieb hörbar, aber dezent, müssen sie unter Last oder beim Spielen scheinbar so sehr schaufeln, dass die kaum zu überhören sind. Das einzig Gute daran ist, dass die meisten Gaming-Laptops, die mir unter kamen, unter Last noch lauter waren und der P34G zumindest keine hochtönigen Geräusche von sich gibt, sondern vergleichsweise tief surrt, was sich leichter aushalten lässt, sollten mal keine Kopfhörer zur Verfügung stehen.

Display, Sound und Software

Ok, genug Innenleben, was kann das P34? Fangen wir mit dem Display an. Es ist... nun, nicht perfekt, aber doch ziemlich nah dran. Erst einmal ist es kein TN-Display, sondern ein AHVA und auch nicht hochglänzend, sondern schön matt. Die Betrachtungswinkel sind fast egal von wo geschaut hervorragend, die Schwarzwerte fantastisch und selbst wenn es da draußen noch ein paar wenige bessere Displays geben mag, in dieser Preisklasse habe ich noch keines gesehen. Selbst mit dem ebenfalls brillanten, farbstarken Alienware-Display kann das 14er des P34G mindestens gleichziehen. Die 1080p passen dazu hervorragend und selbst wenn manche Schrift oder Icons sehr klein wirken mögen, dank des perfekten Kontrasts wird es auch nach Stunden noch nicht ermüdend, mit dem Gerät zu arbeiten oder zu spielen. Das ist auch der Grund, warum ich das P34 selbst als Arbeitsgerät nicht ausschließen würde. Ab sofort sollten alle TN-Displays verbannt werden. Ich will nie wieder eines sehen.

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Die mit nur einer Schraube versehene Klappe für die Speicherriegel ist praktisch, eine zweite für die Festplatte wäre noch praktischer gewesen. Aber auch so lässt sich das Gerät problemlos öffnen.

Über die über der Tastatur gelegenen, nach oben gerichteten Lautsprecher lässt sich leider nicht solcher Enthusiasmus verbreiten. Sie machen Krach und klingen nicht ganz furchtbar, aber das gibt es inzwischen schon deutlich bessere Lösungen, zum Beispiel Toshibas Zusammenarbeit mit Harman-Kardon. Selbst wenn diese letzterem Namen auch nicht unbedingt gerecht werden, klingt es doch deutlich weniger blechern, als das, was hier das Gehäuse verlässt. Aber nun, dafür wurden Kopfhörer schließlich erfunden. Besser als der Durchschnitt, guter Klang ist was anderes, damit steht das P34 leider nicht alleine in der Laptop-Welt da. Da hilft auch Dolby Hometheatre V4 nicht viel, solange keine externen Boxen oder entsprechende Kopfhörer dran sind, habt ihr nicht viel davon.

Kommen wir zur Software. Windows 8 ist vorinstalliert und sofort einsatzbereit, leider beschränkte man sich bei der übrigen Software nicht darauf, diese optional zu installieren. Es ist sicher irgendwo auch Geschmackssache, aber ich bevorzuge es ganz klar, wenn das System so schlank wie möglich ausgeliefert wird und nicht jeder Schnickschnack von Hand deinstalliert werden muss. Im Detail ist das zum Glück dann doch weit weniger, als es der zugeramschte Desktop zuerst suggeriert und eigentlich sind es alles Dinge, die sich in früheren Windows-Zeiten elegant hinter einem Start-Button versteckt hätten. Zahlreiche Tools helfen nicht nur bei der Konfiguration des Gerätes, sondern auch bei der Handhabung von Windows 8, was wie immer eine Menge über das System aussagt. Besonders hilfreich sind die Programme SmartUpdate, das sich mit einem Klick um alle Treiber-Sorgen kümmert und das scheinbar sogar recht zuverlässig, das andere ist der SmartManager, der eigentlich nur ein wenig zu groß ist, um konstant für alle Bedürfnisse von Helligkeit, Lautstärke oder Konnektivität da zu sein. Letztlich erledigen die FN-Tasten diesen Job nicht minder zuverlässig, aber als Visualisierung, was gerade alles so läuft, ist es ganz nett.

Benchmarks und Spiele-Leistung

Jetzt endlich zu dem, was ein Laptop dieser Art wirklich beherrschen muss: Spiele. Dazu erst mal ein paar Benchmarks. PC Mark 7 gibt dem P34 stattliche 6.000 Punkte, was den Spezifikationen des Geräts entspricht und den Laptop für praktisch jede Art von Desktop-Arbeit qualifiziert, sei es Video- und Bildbearbeitung oder andere anspruchsvolle Rechenaufgaben. 3D Mark 11 gibt in der Standard-Konfiguration 4.000 Punkte aus, was die Ansprüche des P34 sicher ganz gut wiedergibt. Es gibt schnellere Gaming-Laptops da draußen, die die 5.000er Marke knacken, aber sie wiegen deutlich mehr und kosten deutlich mehr. Davon abgesehen lässt es sich mit dem Wert auch ganz ordentlich spielen, wie man gleich sehen wird.

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Die Anschlüsse links: Kensington, LAN, VGA, zwei USB 3.0 und Sound.

Die erste Runde gebührt Crysis 3. Und dass man damit diese Werte locker in die Knie zwingen kann, zeigte das Spiel auch eindrucksvoll. Es ist natürlich unfair, aber maximale Details, Antialiasing und alles, was das Spiel sonst zu bieten in 1080p hat, müssen schon mal sein. Das P34 müht sich redlich, aber mehr als 12 Frames sind mit diesen Einstellungen nicht zu holen. Auf 1680 und mit den zweithöchsten Einstellungen sind dann knappe 40 erreicht und damit solide Spielbarkeit in einem Spiel, das auch so immer noch brillant aussieht. Battlefield 3 zeigt sich da weit vergebender. In 1080p mit der Ultra-Grafik-Einstellungen sind fast stabile 30 Frames drin, die Stufe eins tiefer bringt es dann schon auf solide 50 und von dem, was man so hört, ist der vierte Teil ja nicht viel anspruchsvoller. Nicht, dass die Beta mich auch nur einmal reingelassen hätte. Das etwas anspruchsvollere Witcher 2 schließlich lässt euch auf dem P34G nicht in den Ultra-Einstellungen spielen, die die Enhanced Edition so glänzen lassen. Außer natürlich 12 Frames reichen. Die nicht viel weniger schönen hohen Einstellungen, also eine Stufe runter, sind dann allerdings schon bei stabilen 30, danach geht es nach oben, je weniger Details ihr in Kauf nehmt. Das gilt ebenfalls für die volle 1920x1080-Auflösung.

Das sind nach Desktop-Maßstäben heute keine beeindruckenden Zahlen, das gebe ich sofort zu. Auch gibt es Gaming-Laptops, gerade solche mit SLI-Systemen, die da mehr zu bieten haben. Aber das P34G wiegt 1,7 Kilo, ist zwei Zentimeter schmal und das bietet keines dieser Systeme. Es ist nicht das Gerät, das ihr wollt, wenn es um reine Leistung geht. Angesicht der schmalen Abmessungen jedoch schlägt sich das Gigabyte jedoch mehr als nur tapfer und kann derzeit jedes Spiel laufen lassen, selbst wenn es nicht für die maximalen Einstellungen reicht.

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Die Anschlüsse rechts: USB 2.0, Card-Reader, nochmal USB 2.0, HDMI und Strom. Vorn und hinten gibt es keine weiteren Anschlüsse.

Kommen wir zur Achillesferse der allermeisten Spiele-Laptops und es ist schade - wenn auch wenigstens absolut verständlich -, dass das P34 keine Ausnahme darstellt: die Akkulaufzeit. Mit 75 Prozent Helligkeit und abgeschalteten Funk-Funktionen kam das P34 auf noch immerhin etwas mehr als drei Stunden, mit Wireless im intensiven Office- und Browser-Betrieb waren es dann noch etwa zweieinhalb und beim Testen der oben genannten Spiele reichte es mal für 50 Minuten, mal für etwas mehr als eine Stunde. Unter Extrembedingungen mit 30 Prozent Helligkeit ohne Funk und reinem Office-Betrieb kommt man auf etwas über fünf Stunden, was angesichts der epischen Laufzeiten einiger Ultrabooks oder Apple-Geräte auch nicht gerade ruhmreich ist. Man kann davon ausgehen, dass der nicht gerade üppige 4.300-mAh-Akku das Größte ist, was verbaut werden konnte, ohne das Gewicht nach oben zu treiben. Ich muss zugeben, dass dies von allen Einsparungen die Schmerzhafteste ist und es mich schon interessieren würde, wie viel schwerer ein Akku mit zumindest 50 Prozent mehr Power gewesen wäre.

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Trotzdem, das P34 ist eine beeindruckende Maschine, die es möglich macht solide Spielepower elegant und ohne Rücken- oder Schulterschmerzen überall dorthin mitzunehmen, wo man weiß, dass eine Steckdose auf einen wartet. Das ist keine kleine Leistung, zumal die Hardware für dieses schlanke Gewicht wirklich beeindruckend ausfällt. Die Benchmarks bestätigen auch, dass das keine Show, sondern ein gut abgestimmtes System ist, mit dem ihr nicht so viele Kompromisse bei aktuellen Spielen eingehen müsst. Selbst der Preis ist mit 1.400 Euro in der Vollausstattung und ab 1.100 Euro mit ein paar Extras weniger angesichts der guten Verarbeitung und Materialwahl, die nur durch das Plastik der Unterseite geschmälert wird, vielleicht kein Schnäppchen, aber doch absolut angemessen. Nicht zuletzt dank des perfekten Displays, das nur mit den Besten da draußen konkurriert und sogar dabei eine gute Figur macht.

Als kleine Spiele-Basis für den Heimgebrauch oder als treuer Begleiter auf Bahn/Hotel-Reisen - im ICE sind Steckdosen ja inzwischen zum Glück fast Standard - und LAN-Partys bekommt ihr sehr anständige Spiele-Leistung in sehr schlanker Verpackung. Als Arbeitsknecht kann er dank seiner Hardware ebenfalls absolut glänzen, zumindest solange auch hier eine Steckdose zumindest alle paar Stunden verfügbar sein sollte. Wie immer müsst ihr wissen, was ihr braucht: Es geht schneller, es geht leichter und es geht ausdauernder. Aber als gesunder, elegant ausgewogener Kompromiss all dieser Dinge kann das Gigabyte P34G überzeugen. Er ist schon sehr nah dran am Rundumglücklich-Laptop für alle Lebenslagen. Zumindest solange diese eine Steckdose bieten.

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Über den Autor:

Martin Woger

Martin Woger

Chefredakteur  |  martinwoger

Chefredakteur seit 2011, Gamer seit 1984, Mensch seit 1975, mag PC-Engines und alles sonst, was nicht FIFA oder RTS heißt.

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