Halo 5: Guardians - Test (Multiplayer und Fazit)

Hurra, es funktioniert!

Hier lest ihr den Test zur Kampagne von Halo 5: Guardians.

Über das Multiplayer-Deasaster der Master Chief Collection müssen wir wohl nicht mehr allzu viele Worte verlieren - schönreden lässt sich da ja nichts. Über Monate hinweg gab es diverse Probleme, die viele Spieler an ihrer Investition in dieses Spiel zweifeln ließen. Kurz: Microsoft und 343 hatten einiges wiedergutzumachen. Schon die Beta zu Halo 5 lief für Testphasen-Verhältnisse recht ordentlich und nun, nachdem die große Welle an Spielern mit dem offiziellen Launch hinzugekommen ist, haben die Live-Server von Halo 5 ihren Härtetest mit Bravour bestanden.

In all den Stunden, die ich bislang in den Multiplayer investierte, erlebte ich nur einmal einen Verbindungsabbruch, ansonsten lief alles ziemlich problemlos und vor allem frei von Lags. Kein Vergleich zum miserablen Launch-Zustand der Master Chief Collection. Microsoft und 343 haben also ihre Lektion gelernt und es diesmal gleich von Beginn an richtig gemacht, so wie es sein sollte.

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Im Warzone-Modus kämpft ihr auch gegen KI-Gegner.

Insofern können wir uns hier ganz entspannt den eigentlichen Inhalten widmen, ohne dass ihr euch über andere Dinge Sorgen machen müsstet. Im Grunde besteht der Multiplayer-Part von Halo 5 aus zwei Bereichen. Einerseits hätten wir da die ganz klassischen Halo-Playlists wie Slayer, Capture the Flag oder SWAT. Im Vergleich zum direkten Vorgänger hat man aber wieder am Fundament geschraubt und verzichtet hier auf ein Fortschrittssystem, mit dem ihr eure Ausrüstung wie in Halo 4 nach und nach freischaltet - dafür hatte es viel Kritik gegeben.

Gut so, denn nun startet jeder mit dem gleichen Loadout, weitere Waffen findet ihr in verschiedenen Ecken der jeweiligen Maps und die schweren Waffen wie die Railgun oder das Scharfschützengewehr werden gesondert hervorgehoben. Ihr Respawn wird obendrein prominent angekündigt, sodass mitunter verbitterte Gefechte um sie herum entbrennen, sobald sie auftauchen.

Scharf kritisiert wurde im Vorfeld von einigen Spielern die Einführung von „aim down sights". In der Praxis kann man jedoch sagen, dass es das bekannte Halo-Spielgefühl nicht großartig beeinflusst. Ihr habt zwar die Möglichkeit, durch Betätigung des linken Triggers in den Zoom zu wechseln, aber wirklich sinnvoll ist das meist nur bei bestimmten Waffen wie dem Scharfschützengewehr oder dem Karabiner. Aber selbst ohne dieses Feature werden eure Schüsse nun nicht plötzlich ungenau, ihr könnt nach wie vor ganz bequem aus der Hüfte heraus zielen und kämpfen, ohne den Zoom wirklich nutzen zu müssen oder dadurch einen Nachteil zu haben.

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Autos, Fluggeräte und mehr: Warzone fährt alles auf, was Halo zu bieten hat.

Ansonsten gilt in Halo 5 eigentlich das, was man auch über andere etablierte Serien sagen kann. Vor allem dann, wenn ihr es mit Veteranen der jeweiligen Reihe zu tun habt, kann der Einstieg ganz schön schwer und manchmal regelrecht frustrierend sein. Das liegt in der Natur der Sache, schließlich fängt in einem neuen Teil erst mal jeder wieder bei Stufe 0 an. Ihr solltet aber nicht zu schnell die Flinte ins Korn werfen, denn schwierig zu erlernen ist das Halo-Gameplay alles in allem nicht. Wie bei anderen Dingen braucht es nur ein bisschen Zeit, bis ihr alle Feinheiten verinnerlicht habt. Und wenn ihr schon Erfahrung habt, werdet ihr euch schnell wieder hineinfinden.

Die große Neuerung im Multiplayer ist unterdessen der Warzone-Modus. Diesem merkt man durchaus an, dass er sich das eine oder andere Element von MOBAs ausleiht. Ob euch das nun gefällt oder nicht, ist eine Frage des eigenen Geschmacks. Ich selbst kann mit MOBAs eigentlich nicht viel anfangen, hatte mit Warzone aber dennoch meinen Spaß - auch wenn ihr erst einmal verstehen müsst, wie genau das alles funktioniert.

Ihr bekämpft hier nicht nur das andere, aus menschlichen Spielern bestehende Team, sondern gleichermaßen KI-gesteuerte Feinde (Allianz und Prometheaner), die sich immer wieder in die Gefechte einmischen. Obendrein werden die Basen von einigen KI-Soldaten verteidigt. Die Warzone-Maps sind deutlich größer als die üblichen Multiplayer-Karten. Jedes Team startet auf seiner Seite und muss erst mal einen Brückenkopf von KI-Widersachern erobern. Von diesen Heimatbasen abgesehen, gibt es drei Kontrollpunkte, um die hart gekämpft wird. Im Grunde könnt ihr aber jeden der einzelnen Punkte zu jedem Zeitpunkt attackieren und erobern.

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Das wird gleich weh tun.

Dementsprechend ist das Teamplay hier von entscheidender Bedeutung, aber gleichermaßen spielt eure Anpassungsfähigkeit eine große Rolle. Wenn sich ein Gegner hinter den Linien vorbeischleicht und den ersten Kontrollpunkt auf eurer Seite erobert, müsst ihr euch auch wieder darum kümmern und darauf achten, dass euch der Feind nicht plötzlich in den Rücken fällt. Hinzu kommen immer wieder KI-Mini-Bosse, die zu Fuß oder in einem Fahrzeug das Schlachtfeld betreten und eine besondere Herausforderung für euch darstellen.

Das Ziel in einem Warzone-Match besteht darin, als Team 1.000 Punkte zu erreichen. Zu dieser Gesamtsumme trägt jeder Kill, jeder eroberte Punkt und jeder erledigte Mini-Boss seinen Teil bei. Es lohnt sich also durchaus, wenn ihr euch um diese NPCs kümmert und sie erledigt, bevor es das andere Team tut, denn sie können euch den Sieg bescheren. Wie gesagt geht es letztlich darum, dass euer Team sich an die jeweilige Spielsituation anpasst und entsprechend reagiert, insofern ist der Ablauf hier dynamischer als in den anderen Modi.

Im Verlaufe einer Partie steigt Stück für Stück der sogenannten REQ-Level. Damit könnt ihr an Terminals in den Basen andere Waffen anfordern, ein Power-up bekommen (etwa für mehr Schaden) oder ein Fahrzeug kaufen. Auch dadurch wendet ihr mitunter das Blatt in einem Gefecht. Es liegt an euch, ob ihr lieber wartet, bis euer Level beispielsweise hoch genug ist, um ein Scharfschützengewehr anzufordern, oder ob ihr stattdessen lieber günstigere Schießeisen öfter nutzt. Ihr behaltet anschließend nicht den gleichen Level, könnt also nicht immer und immer wieder nach jedem Respawn ein Scharfschützengewehr bekommen, sondern müsst eine gewisse Zeit warten. Es ist ein weiteres strategisches Element. Wenn ihr zum Beispiel merkt, dass ein gegnerischer Panzer anrollt und ihr genügend REQ-Punkte für eine geeignete Gegenmaßnahme habt, kann das eurem Team sehr weiterhelfen.

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Um spezielle Waffen wird meist verbittert gekämpft.

Hier kommen schließlich die Mikrotransaktionen im Multiplayer-Modus von Halo 5 ins Spiel. Durch jedes gespielte Warzone- oder Arena-Match verdient ihr euch REQ-Punkte, die ihr in Kartenpakete investieren könnt. Ein bronzenes Paket kostet 1.250 REQ-Punkte, ein silbernes Paket 5.000 REQ-Punkte (oder 1,99 Euro) und ein goldenes Paket 10.000 REQ-Punkte (2,99 Euro). Im Grunde funktioniert das hier ähnlich wie die Kartenpakete in Spielen wie Mass Effect 3 oder Plants vs. Zombies: Garden Warfare.

Dabei handelt es sich zumeist um Verbrauchsitems, doch je besser das gekaufte Paket ist, desto mehr permanente Karten erhaltet ihr, in einem goldenen Paket etwa zwei Stück bis hinauf zur legendären Stufe. Insgesamt gibt es über 1.000 verschiedene Karten und sie umfassen unter anderem kosmetische Sachen wie Rüstungsteile, Skins oder neue Animationen für Assassination-Kills. Aber es sind eben auch Powerups, unterschiedliche Variationen der einzelnen Waffen mit verschiedenen Boni oder Boosts für XP und REQ-Punkte mit von der Partie.

Klingt ein wenig nach pay-to-win, allerdings ist der Inhalt der Pakete immer noch zufallsbasiert und garantiert euch nicht automatisch den Erfolg in einem Match. Wenn es ganz dumm läuft, fordert ihr nämlich gerade eine starke Waffe an, werdet aber fünf Sekunden später getötet - und schon ist euer gerade erlangtes Schießeisen wieder weg und ihr müsst warten. Es ist daher wichtig, diese Dinge strategisch sinnvoll einzusetzen. Da der REQ-Level für jeden Spieler gleich schnell ansteigt, ergeben sich dahingehend durch die Nutzung stärkerer Items oder Fahrzeuge keine Vorteile. Ihr könnt nicht nach jedem Tod gleich wieder das mächtigste Inventar aus eurem Arsenal mit aufs Schlachtfeld nehmen - es sei denn, ihr überlebt zwischendurch lange genug, aber das ist meistens nicht der Fall.

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Mitunter kann euch der Jetpack-Boost einen entscheidenden Vorteil verschaffen.

Was nicht heißen soll, dass euch das Vorhandensein der Mikrotransaktionen nun gefallen muss. Wenn dem nicht so ist, könnt ihr euch immer noch ganz auf den traditionellen Multiplayer-Bereich konzentrieren, wo diese Karten mit Ausnahme kosmetischer Items keine Rolle spielen. Das Wichtigste ist aber: Der Multiplayer von Halo 5 funktioniert und macht jede Menge Spaß. Nach der Master Chief Collection durfte man ja zu Recht skeptisch sein, aber Microsoft hat seinen Fehler wiedergutgemacht und mit dem fünften Teil der Master-Chief-Saga einen reibungslosen Online-Start hingelegt. Im Zusammenspiel mit der spannenden und hervorragend inszenierten Kampagne ergibt sich ein höchst unterhaltsames Gesamtpaket, das ich jedem Shooter-Fan bedenkenlos ans Herz legen kann.

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Über den Autor:

Benjamin Jakobs

Benjamin Jakobs

Leitender Redakteur News  |  f1r3storm

Seit 2006 bei Eurogamer.de und spielt hauptsächlich auf Konsolen. Mag Sci-Fi, Star Wars UND Star Trek. @f1r3storm auf Twitter.

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