BioWare möchte nach Wegen zur Verbesserung seiner Arbeitskultur suchen, nachdem in einem neuen Kotaku-Bericht von besorgniserregenden Problemen im Zusammenhang mit "Crunch" während der Entwicklung von Anthem zu lesen war.

Dem Bericht zufolge litten viele BioWare-Mitarbeiter darunter. Das Studio befinde sich "in einer Krise" und Mitarbeiter hätten aufgrund von zu viel Stress durch die Crunch-Phase Urlaub nehmen müssen, um mit Problemen der geistigen Gesundheit zurechtzukommen.

"Depressionen und Angstzustände sind eine Epidemie innerhalb von BioWare...", beschreibt eine Quelle die Situation.

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Das Studio steht in der Kritik.

"Die Gesundheit und das Wohlbefinden unseres Teams sind etwas, was wir sehr ernst nehmen", schreibt das Studio in einem Blogeintrag. "Wir haben in den letzten zwei Jahren ein neues Führungsteam aufgebaut, angefangen mit Casey Hudson als unser GM im Jahr 2017. Das half uns dabei, bei der Verbesserung unserer Studiokultur und unseres kreativen Fokus große Schritte nach vorne zu machen."

"Es gibt immer Raum zur Verbesserung", heißt es darüber hinaus. Intern sei Crunch kein großes Problem gewesen, das angesprochen wurde.

"Wir hören die Kritik, die die Leute in dem heute veröffentlichten Bericht äußern und schauen uns das zusammen mit dem Feedback an, das wir bei unseren internen Mitarbeiterumfragen erhalten", erklärt BioWare. "Wir haben uns sehr auf eine bessere Planung konzentriert, um 'Crunch' zu vermeiden, und in unseren internen Analysen war es beim Feedback kein großes Thema."

"Die Entwicklung von Spielen und besonders von neuen Marken ist immer eine der schwierigsten Aufgaben in der Unterhaltungsindustrie", schreibt man. "Wir tun alles, was wir können, damit das so problemlos und stressfrei wie möglich verläuft. Aber wir wissen auch, dass es immer Raum zur Verbesserung gibt."

Crunch ist kein neues Phänomen der Industrie. Auch bei Red Dead Redemption 2 war das zum Beispiel ein Thema.

"Ich kann nicht mehr zählen, wie viele 'Stress-Opfer' wir bei Mass Effect Andromeda oder Anthem hatten", sagt eine Quelle.

"Als Studio und als Team akzeptieren wir jedwede Kritik an unseren Spielen, vor allem von unseren Spielern", schreibt BioWare.

Dem Kotaku-Bericht zufolge besteht Hoffnung, dass BioWare viele dieser Probleme bei der Entwicklung des kommenden Dragon Age 4 vermeiden kann. Unterdessen beschäftigt sich das Studio weiterhin damit, Anthem nach dessen Verkaufsstart zu verbessern und zu erweitern.

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Quelle: Kotaku, BioWare

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Über den Autor:

Benjamin Jakobs

Benjamin Jakobs

Editor, Eurogamer.de

Seit 2006 bei Eurogamer.de dabei, Redakteur und hauptverantwortlich für den Newsbereich. Begann seine Spielerlaufbahn auf dem PC mit Wing Commander, UFO und dem Bundesliga Manager, spielt mittlerweile aber hauptsächlich auf den Konsolen, genauer gesagt Xbox One, Xbox 360, Switch, PS4, Wii U, PS3 und 3DS. Ist grundsätzlich für viele Spiele und Genres offen und mag vieles, was mit Science-Fiction zu tun hat, kann aber mit JRPGs nicht wirklich viel anfangen. @f1r3storm auf Twitter.

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