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Fly Away Rabbit & ZombieSmash

Wer fliegt besser: Hasen oder Zombies?

Fly Away Rabbit

Jonathan Parsons / 8,5 MB / 0,79 Euro

„Huiiii! Und weg isser!“

Selten habe ich so freudig gestrahlt, wenn mein unwahrscheinlicher Held unglücklich guckend an einem Ballon ins Ungewisse entschwindet und ich die Runde neu starten muss. Aber es sieht ja auch einfach zu knuffig aus. Ein Hase hängt an einem schwebenden Ballon unter einer Wolke, die fast so breit ist wie der Screen, aber eben nur fast.

Sollte der Hase sich nicht ins Nichts verabschieden, hängt er mit dem Ballon für ein paar Sekunden unter der Wolke. Bevor er diese jedoch überhaupt erreicht, blockieren eine Menge Bausteine den Weg. Um die Bahn freizumachen, tippt ihr auf die Klötze, sie lösen sich auf und der Hase schwebt an die Wolke. Sieg. Oder auch nicht, löst das Entfernen der Klötze doch schnell eine Reaktion aus, die dem physikalisch mehr oder weniger korrekt beweglichen Ballon einen seitlichen Drift gibt. Einmal zu schnell und zu schräg unterwegs gibt es kein Halten mehr und Huiiii, weg ist der Hase.

Auf der Kippe.

Nicht nur die Anordnung der Blöcke, auch einige selber bieten Herausforderungen. Manche können erst beseitigt werden, sobald alle anderen den Screen verlassen haben. Andere lassen bei Berührung den Ballon platzen. Und wieder andere sind ein wenig flubberig und hüpfen herum, bis sie wieder ihre Ruhelage gefunden haben. Schnell wird dabei der Hase ins Aus katapultiert. Zu schnell könnt ihr die Steine auch nicht entfernen. Zwischen Zweien gibt es immer eine Zwangspause von etwa zwei Sekunden, bevor ihr wieder ins Geschehen eingreifen könnt.

Das macht Spaß und kurzfristig sogar fast süchtig, nicht zuletzt dank der zuckersüßen, leicht minimalistisch angehauchten Optik mit dem armen Karnickel am Ballon. Nur ist es viel zu leicht und zu schnell durchgespielt. Gerade mal 48 Level in drei Härtegraden sind nicht viel, vor allem da „Leicht“ keinen und „Mittel“ nur minimalen Widerstand bietet und nach spätestens einer Dreiviertelstunde weggesnackt sind. Erst die letzten zehn Stages erfordern Planung, Denken und Fingerfertigkeit. Aber insgesamt geht es nach zwei bis maximal drei Stunden nur noch darum, alte Level besonders schnell zu absolvieren.

Als Zwischendurch-Spielchen für eine kurze Bahnfahrt eignet sich Fly Away Rabbit hervorragend. Ein wenig Denken, ein wenig Geschick, niedliche Optik und gutes Spielgefühl. Für knappe 80 Cent geht die Spielzeit letztlich auch in Ordnung und kurz, wie es ist, stört es auch nicht, dass die Spielelemente nach dieser Zeit eigentlich auch ausgereizt wurden. Ein kleines, schönes Spiel, das ein wenig länger hätte sein dürfen. Aber nicht viel.

ZombieSmash

Gamedoctors / 24,6 MB / 0,79 Euro

Auf deutlich mehr schieres Spiel für Geld bringt es ZombieSmash mit seinen 30 Stages in jeweils drei Härtegraden und den zwei Bonusmodi. Ebenfalls für 79 Cent müsst ihr nach der Atomkatastrophe den Ansturm der Untoten auf euer Haus überstehen. Statt einfach nur zu ballern – geht auch, aber dazu später –, killt ihr sie mit einem Fingerschnippser. Sie kommen von links und rechts, ihr tippt, haltet und schnippst sie nach oben. Da bleiben sie nicht, sondern krachen auf die harte Erde, splattern wunderbar comicartig vor sich hin, Köpfe rollen, Arme sprudeln und Punkte zum Antippen steigen nach oben. Simpel, einfach und unglaublich befriedigend.

Nur kommen die Bastarde immer schneller, es sind immer mehr, nicht jeder lässt sich so leicht erwischen und manchen kommt man nur mit Specials oder Knarren bei. Für letztere wischt ihr auf dem Haus den Finger auf und ab, um ein Fadenkreuz zu lenken. Die Specials sammelt ihr anfangs in einem einsamen Slot, später dann auch in nur wenigen mehr, um die von Zeit zu Zeit herabtrudelnden Steine, Ambosse oder Minen aufzubewahren. In den 30 Stages – Nächte, die es zu überleben gilt, um genau zu sein – kommt ihr zum Ende hin nicht mehr darum herum, gut zu planen, wann ihr was benutzt.

Yeah! Fire! Zombies! BRAIINNNS!! GUITAR SOLO!!

Die Punkte sammelt ihr nicht zum Selbstzweck, sondern um eben genau diese Extras aufzuwerten und euch so das Leben ein wenig leichter zu machen. Das ist mitunter wirklich nötig, um es fair zu halten. Bei den Massen des letzten Drittels erwischt man leicht mal einen schon toten Zombiekörper und während ihr noch den patentierten Steven Seagal Corpse Kill bewundert, rennen die verfehlten und wesentlichen aktiveren Zombies die Bude ein. Das ist aber nicht die einzige Schwäche dieses eigentlich insgesamt extrem unterhaltsamen Minis.

Das Spielprinzip an sich ist zwar hektisch und lustig anzuschauen, irgendwann ist der Reiz aber doch fürs Erste raus. ZombieSmash ist nicht dazu gedacht, Stunden am Stück gespielt zu werden. Daran ändert der Sandbox-Level-Bastel-Modus leider auch nicht viel und schon gar nicht der Endlos-Modus. Haltet ihr euch daran und überlebt immer nur gelegentlich mal zwei oder drei Nächte, dann sind diese 80 Cent eine runde Investition. Ihr werdet immer wieder gerne mal für ein paar Zombiekills zurückkommen. Und habe ich erwähnt, dass man vom letzten Kill jedes Levels ein Erinnerungsfoto der misshandelten Zombieleiche machen darf? Awesome!

7 / 10

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Über den Autor

Martin Woger Avatar

Martin Woger

Chefredakteur

Chefredakteur seit 2011, Gamer seit 1984, Mensch seit 1975, mag PC-Engines und alles sonst, was nicht FIFA oder RTS heißt.

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