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MySims SkyHeroes

Die Sprache, die die Welt nicht brauchte.

Es war der My Space: Dead Space Trailer, der mich auf dieses Spiel aufmerksam machte. Er war nicht besonders intelligent, aber irgendwie ganz niedlich. Die Figuren erinnerten an Lego, ein bisschen Sim-Blubbersprech dazu und die Neugier war geweckt. Ich wollte MySims: SkyHeroes aus der mir zuvor unbekannten und bis dahin Wii-exklusiven MySims-Reihe spielen. Tat ich dann auch. Habe ich es bereut? Nicht, wenn ich es dann mal spielen konnte. Aber der Kampagnen-Modus wird mir noch lange Albträume bringen, die denen von Dead Space in nichts nachstehen. Nur irgendwie ganz anders.

Schuld daran sind die MySims und ihre Nonsense-Sprache. Die kleinen Dänenplastik-Rejects brabbeln. Nonstop. Vor jeder Mission quasseln sie. „Uga Buga wöbbeldase Dubidu hertadgbor ubewie. TROGDOR UGA!". Was sie wirklich sagen, wird als Text angezeigt und man merkt schnell, während man sich die Ohren zuhält und laut singt, um die MySims auszublenden, dass es sich nicht lohnt, diese akustische Folter zu ertragen. Nur leider lässt sie sich nicht komplett unterbinden. Weder im Optionsmenü noch auf Tastendruck. Da springt es nur zum nächsten Erzähler, aber ein paar Fetzen Sim-Sprech bekommt das Ohr immer ab. Wie eine Ohrfeige, immer wieder.

Die Grafik hält es schlicht, aber charmant.

Die Story, die die kleinen Nervensägen erzählen, ist kaum die Serviette wert, auf der sie wahrscheinlich irgendwann im Nachgang nach Pizza und ein paar Flaschen fragwürdigen Rotweins zusammengescribbelt wurde. Ein Typ landet auf einer Insel, leidet unter Amnesie und wird ins Cockpit eines Fliegers gesteckt, um nach endlosen Soundunfällen endlich gegen irgendeine böse Corporation loszulegen. Und dann endlich wird alles besser.

Bevor wir zur Action kommen, noch ein kleiner Ausflug in den Bastel-Bereich. In SkyHeroes dreht sich alles um Flugzeuge und natürlich dürft ihr euch ein eigenes zusammenbasteln. Es läuft dabei komplett auf Schönheit hinaus. Die Qualität der unterschiedlichen Sets an Flügeln, Triebwerken und Rümpfen definiert sich über ein Rating von einem bis drei Sterne, Abstufungen und Unterschiede jenseits des Designs gibt es innerhalb eines dieser drei Ratings nicht. Das hält das Bauen simpel. Guckt, dass ihr die höchste Sternzahl nehmt und sonst, was euch beliebt. Selbiges gilt für den Sim selbst, nur, dass es hier nicht einmal Sterne braucht. Frei Schnauze, einfach machen, wie man in Berlin so schön sagt.

Habt ihr euren in jedem Fall natürlich ultra-knuffigen Flieger zusammen, lässt er sich abspeichern, ein neuer bauen und in einen weiteren Slot packen. Oder ihr macht das einzig Richtige, verlasst dieses begrenzt sinnvolle Tun und stürzt euch endlich in die Schlacht. Am besten Online. Da gibt es keine Story. Grundsätzlich unterscheidet Sky Heroes zwischen Rennen und Luftkämpfen in etwa einem Dutzend räumlich begrenzter Areale, die sich gut als eine kindgerechte Version der Gebiete von Crimson Skys begreifen lassen.

Ein einzelnes Gebiet selbst fällt nicht besonders groß aus, dafür gibt es sich extrem verwinkelt mit verstecken Tunneln und Nischen für Extras und vielen Bergen, Aufbauten und Ähnlichem, was das Herumkurven in den ersten Stunden zu einer kleinen Entdeckungsreise werden lässt. Die Kämpfe finden in der Regel zwischen zwei Teams statt. Ballert aufeinander für ein paar Minuten und, wer am Ende des Zeitlimits mehr Punkte durch Abschüsse sammelte, gewinnt. Fieserweise verliert man auch Punkte, lässt man sich vom Himmel holen. Die Rennen erfolgen in den gleichen Gebieten über einen festen, durch Checkpoints markierten Kurs.

Da alle Maschinen in etwa die gleichen Eigenschaften mitbringen, fallen beide Modi durchaus spannend aus. Gegen menschliche Mitspieler, entweder zu zweit im Splitscreen oder online mit bis zu zehn Fliegern. Entscheidend ist am Ende der geschickte Einsatz der erstaunlich zahlreichen Extras, die teilweise offensichtlich in der Luft herumschwirren, teilweise gut versteckt auf euch warten. Das reicht von einem Boost über eine Shotgun mit Flächenschaden auf kurze Distanz hin zu einem orbitalen Todeslaser. Der Ideenreichtum ist da, die Balance der Wirkung scheint mitunter jedoch ein wenig unausgewogen. Die meisten von ihnen sind im Vergleich zu der unbegrenzt verfügbaren Standard-MG zu brav. Statt Extra-heischend herumzukreisen, lohnt es sich meist mehr, einfach am Heck des Gegners zu kleben und ihn so zu beharken. Schwer zugängliche, aber dann vernichtende Extras hätten dieses Gleichgewicht interessanter gestaltet.

In unserer Test-Philosophie findest du mehr darüber, wie wir testen.

Über den Autor

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Martin Woger

Chefredakteur

Chefredakteur seit 2011, Gamer seit 1984, Mensch seit 1975, mag PC-Engines und alles sonst, was nicht FIFA oder RTS heißt.

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