Die neue Xbox 360

Die Luft anhalten stellt sie ruhig

Die 360 hält die Luft an. Einfacher kann man die Form des neuen Designs eigentlich nicht beschreiben. Sie zog tief ein und behält es jetzt drin, was in einem Knick an der Ober- und Unterseite nach innen resultiert. Was ich extrem unpraktisch finde. Ich mag meine Technik-Geräte stapelbar. Ich hasse Individualisten, die der Meinung sind, dass sie was Besonderes wären. Aber selbst, wenn mir der Knick in der Box nicht gefällt, das Pianolackschwarz liegt mir persönlich noch weniger. Diese Farbe ist nur mit Staub und Fingerabdrücken befreundet. Zumindest passt es gut zu meinem restlichen Equipment, das sich auch an initialem Hochglanz erfreut.

Und trotzdem werde ich einer der ersten in der Schlange sein, wenn das Teil rauskommt. Ich werde es freudig nach Hause tragen, meine alte Box vor die Tür setzen und danach… die neue einfach nur anschalten. Ohne Spiel drin. Weil ich den Sound of Silence genießen möchte. Endlich, nach über fünf Jahren, könnte das der Fall sein, obwohl eine Xbox 360 im Zimmer eingeschaltet ist.

Ok, totale Stille ist ein unerreichbarer Traum, zumindest in dem Preissegment, in dem sich die Xbox bewegt, nur wird wohl endlich mit dem Umstand Schluss sein, dass man den Ton schmerzhaft laut einstellen muss, um endlich nicht mehr das Sirren des Laufwerks ertragen zu müssen. Microsofts Ingenieure haben sich offensichtlich jedes lüftende und surrende Einzelteil vorgenommen und es auf den Stand der aktuellen Technik gebracht. Ohne eine Disc ist die neue Xbox laut Ohrenzeugenberichten in normaler Umgebung ab einer normalen Distanz zwischen Sessel und Konsole praktisch nicht mehr hörbar. Und selbst mit einer eingelegten Disc bleibt alles recht friedlich. Und das, obwohl sich das Lauftempo von 12x nicht verändert hat. Die einzige Frage, die man sich stellt: Wären diese Anpassungen nicht schon bei der ersten Elite möglich gewesen? Oder vielleicht, bevor man die Konsole überhaupt auf den Markt brachte?

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Durchatmen...

Um die Ruhe zu erreichen, wurde mit Sicherheit ein anderes Laufwerk verbaut – Hersteller noch unbekannt –, vor allem aber das Konzept der Gehäuselüftung überdacht. Zuvor schaufelten zwei relativ kleine Lüfter die Hitze nach draußen, jetzt gibt es nur noch einen großen, der die kühlere Außenluft ansaugt und zu einer geriffelten Öffnung an der Seite nach außen durchschiebt, wo sie gut erwärmt die Konsole verlässt.

Jeder, der sich mit Lüftungskühlung auseinandersetzt, weiß, dass man einen großen Lüfter langsamer laufen lassen kann und trotzdem die gleiche Transportleistung erreicht, die bei einem kleineren Lüfter mit weit höheren Umdrehungszahlen und damit meist auch Lautstärke verbunden wäre. Keine Magie also, sondern einfach nur ein neues Durchdenken des Aufbaus und ein paar höherwertigere Teile waren nötig, um die Box ruhigzustellen.

Piano-Schwarz, Chrom links und rechts, Ruhe. Dazu eine auf den ersten Blick ordentliche Verarbeitung, die in keinster Weise billig wirkt. Das allein wären schon fast genug Änderungen, aber ein wenig mehr gibt es dann doch noch. Die Festplatte - diesmal 250 GB - wird nun nicht mehr angesteckt, sondern verbirgt sich in einem Slot an der Geräteunterseite. Der Wechsel zu einem neuen System bedeutet natürlich, dass die alten Platten nicht mehr kompatibel sind. Wenigstens bleibt die Funktionalität des Transferkabels erhalten, sodass ihr zumindest die Daten immer noch auf die neue Box bekommt - alternativ aber dank USB-Support auch einfach über USB-Sticks.

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... und Ruhe.

Die Ports wurden deutlich aufgestockt. Drei USBs an der Rückseite und zwei vorne machen es deutlich leichter, USB-Sticks zu verteilen. Der optische Audioanschluss wurde direkt an der Konsole verbaut, neben dem bisherigen AV-Großstecker und der HDMI-Buchse direkt darunter.

Ethernet findet sich natürlich ebenfalls, allerdings ist das möglicherweise nicht mehr so wichtig wie bisher. Endlich soll WiFi (802.11n) direkt verbaut sein. Halleluja. Auch Das Netzteil erlebte eine Schrumpfkur. Und selbst wenn es immer noch existent ist, kann man mit einem Block von grob geschätzt einem Viertel der Ausmaße des Originals sicher weit besser leben. An der Konsole selbst findet sich auch ein Stromanschluss, der nicht nur die Daten von Nat…, sorry, Kinetic, nein, Kinect! Jetzt hab ichs!... verarbeitet, sondern diese neue Peripherie dann gleichzeitig mit Strom versorgt. Wer Kinect an eine alte Box steckt, muss dafür dann eine Steckdose opfern.

Und zum Schluss: Die neue Xbox 360 wird niemals einen RRoD anzeigen. Hah, kidding. Das weiß derzeit noch keiner, aber da Microsoft zumindest sagt, dass man aus den RRoD-Jahren viel gelernt hat, darf man zumindest hoffen, dass es diesmal nicht zum Massensterben kommen wird. Eigentlich egal. Selbst wenn ich nochmal einen RRoD durchleben müsste, endlich Ruhe beim Spielen zu haben wäre es mir wert.

Die neue Xbox soll am 16. Juli auf den Markt gebracht werden. Preislich dürfte man sich irgendwo zwischen 250 und 300 Euro bewegen.

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