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Leisure Suit Larry: Box Office Bust

Schlimmer geht's nimmer

Seid Ihr schon einmal frühzeitig aus dem Kino geflüchtet, da Ihr den grausamen Leinwandhorror nicht mehr ertragen konntet? Ich für meinen Teil musste nach knapp 15 Minuten von Meet the Spartans einfach aufstehen und den Saal verlassen, da ich diesen Müll nicht mehr hinnehmen wollte und habe im Anschluss mein Geld zurück verlangt.

Was hat dieser kleine Einblick in meine Geschichte falscher Filmentscheidungen an der Kinokasse mit dem neusten Leisure Suit Larry-Teil zu tun? Eine ganze Menge, denn nachdem ich nicht einmal eine halbe Stunde gespielt hatte, wollte ich meine arme Xbox nur noch von diesem Machwerk befreien und die Disk an die Wand klatschen, zertreten, verbrennen und zurück an die Entwickler schicken. Vielleicht würden sie dann erkennen, was sie für eine programmierte Grütze abgeliefert haben.

Und nein, ich übertreibe nicht. Box Office Bust macht so ziemlich alles falsch, was man nur falsch machen kann und eine Auflistung sämtlicher Fehler würde jede Exceltabelle überfordern. Aber fangen wir doch ganz von vorne an. Genau wie in Magna Cum Laude spielt Ihr nicht Serien Uhrgestein Larry Laffer, sondern schlüpft in die Rolle seines Neffen Larry Lovage, der in dem Filmstudio seines Onkels einen Maulwurf ausfindig machen soll. Das Ganze spielt sich wie ein miserabler GTA-Klon und Ihr erledigt neben Botengängen einige Miniaufträge in drei kurzen Traumländern, die allesamt Filmparodien darstellen.

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Der Horror erwartet Euch.

Leider haben die Entwickler dabei vergessen, den Spaß einzubauen und treiben Euch lieber mit der miesen Kamera sowie einer schrecklichen Steuerung an den Rand der Verzweiflung. Anscheinend müssen alle Spiele heutzutage unbedingt Fahr-, Sprung- und Schleichsequenzen aufweisen. Natürlich dient es im besten Fall der Abwechslung, doch bei Box Office Bust bringt jede Einlage lediglich drei Dinge mit sich: Langeweile, Frustration und Hass.

Ich garantiere Euch, dass Eure Glotze vom vielen Anschreien voller Speicheltropfen befleckt sein wird. Das liegt jedoch nicht etwa an einem zu hohen Schwierigkeitsgrad oder herausfordernden Kletterpassagen. An sich sind alle Aufgaben sehr simpel gestrickt, aber trotzdem brennt sich der Game Over-Bildschirm in Eure Netzhaut ein. Larry steuert sich wie eine betrunkene Ziege in einem M. C. Escher Gemälde. Stellt es Euch in etwa so vor: Ihr versucht nur mit Euren Füßen zu spielen. Und zwar mit Schuhen. Und Ihr könnt nichts sehen. Und die Schwerkraft wurde außer Kraft gesetzt!

Das mag vielleicht ein wenig übertrieben klingen, doch wird mir sicherlich jedes Opfer dieses Titels zustimmen. Ich bin unzählige Male von Klippen oder Kanten gestürzt, nur weil Larry sich mal wieder nicht festhalten wollte oder er seltsamerweise beim Sprung durch ein Seil gefallen ist. Dazu kommt die teils festgefrorene Kamera, die ihre Einstellungen öfter wechselt als im letzten Bond Streifen. Und selbst wenn man sie frei manövrieren kann, ist es ein Spiel mit meiner Geduld, da man dennoch des Öfteren in eine nicht einsehbare Richtung springt.

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Das ist zwar knapp, nackte Tatsachen bekommt Ihr aber nicht zu sehen.

Das gleiche Dilemma bieten die Fahreinlagen. Euch stehen lediglich ein paar Golfwagen in verschiedenen Ausführungen zur Verfügung, die alle ihren eigenen Willen zu haben scheinen. An kleinen Bordsteinkanten bleibt die Kiste hängen, fährt dafür aber prima einen senkrechten Hügel hinauf oder führt einen Wallride a la Tony Hawk aus. Von den fantastischen Kunststücken, die sich einem bieten, sobald man auf Gegenverkehr stößt, möchte ich gar nicht erst anfangen.

Das kurioseste Ereignis bietet sich Euch, sobald Ihr als Beifahrer einen der Wagen kapert. Larry bleibt nämlich ganz brav auf dem rechten Sitz und alle Eure Eingaben werden von dem NPC-Fahrer ausgeführt. Zudem können sich die kleinen Flitzer recht schnell festfahren. So hing mein Auto mehrmals halb in der Wand oder im Boden fest und Larry konnte nicht aussteigen, obwohl er bloß durch Luft blockiert wurde. Da hilft nur fleißiges Drücken auf die Analog-Sticks, um sich zu befreien. Jedoch steht diese Technik nirgendwo beschrieben, so dass ich die ersten Male meinen alten Speicherstand laden musste.

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