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Viva Piñata Test

Xbox 360 Test von Alexander Bohn

1 Dezember, 2006

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Wie definiert man als Spieler etwas so ungreifbares wie die „Essenz“ – den Kern – guter Unterhaltung? Ist es das lückenlose Ineinandergreifen von Grafik und Gameplay? Ein anregendes Zusammenspiel von Bild, Ton und Wort? Oder liegt das Wesen guter Unterhaltung in der Ungezwungenheit, die das Medium „Spiel“ eigentlich auszeichnen sollte – diese gewisse Leichtigkeit, die dieser Tage immer mehr Spiele vermissen lassen?

In Wahrheit ist es wohl ein bisschen was von allem. Dennoch nimmt jeder Spieler einzelne Aspekte anders wahr, gewichtet unterschiedlich und setzt eigene Prioritäten. Mir persönlich sollte gutes Gaming-Entertainment vor allem ein Gefühl der Zwanglosigkeit bescheren: Weniger „müssen“, mehr „dürfen“, und vielleicht gerade deshalb alles „wollen“. Unverkrampftheit als Designphilosophie – mit mir als Spaßminister wäre das Gesetz! Nicht nur unser Besuch in Twycross verriet uns, dass man bei Rare diese Ansicht durchaus teilt. Es ist Viva Pinata selbst, dem es gelingt, von der ersten Sekunde an nichts anderes zu sein, als eine umwerfend charmante Einladung zum hemmungslosen Zeitvertreib.

Gartenparty

'Viva Piñata' Screenshot 1

Rosa Dachse mit Wikingerhüten – warum nicht?

Ziemlich kurios, denn eigentlich geht es in Viva Pinata um echte Knochenarbeit. Oder besser: „Gartenarbeit“; und zwar mit dem Ziel, möglichst seltene Pinatas anzulocken. An dieser Stelle sollten wir vielleicht mal mit einem der großen Missverständnisse bezüglich Pinatas aufräumen: Bei dem farbenfrohen Gekreuch, dem meist gleich eine ganze Horde kreischender Halbwüchsiger die schokoladigen Innereien mit Knüppeln aus dem Leib prügelt, handelt es sich um weit mehr als um liebevoll beklebte Pappmaschee-Modelle. Tatsächlich sind Pinatas lebendige, atmende Tierchen, haben Vorlieben und Abneigungen und müssen sogar schlafen und essen – nun ja, zumindest auf Pinata Island.

Auf dieser virtuellen Insel, die optisch irgendwo zwischen Day of the Tentacle, Psychonauts und Shreks abgedrehtem Märchenwald liegt, trefft Ihr auf eine tödlich betrübte junge Dame mit … ähm… Blättern im Gesicht. Die Lady mit dem einleuchtenden Namen Leafos reicht Euch einen schartigen Spaten, mit dem Ihr unverzüglich den vertrockneten Boden des einstmals ach so grünen Biotops weich klopft und den überall verstreuten Unrat zertrümmert. Obendrein stellt sie Euch einen Sack Endlos-Rasen zur Verfügung, der hervorragend dazu taugt, das (noch) kleine Fleckchen Land ein bisschen freundlicher zu gestalten. Der Einstieg von Viva Pinata macht zugegebenermaßen eine relativ hektische Figur. Zwischen trivialen Steuerungshinweisen und deutlich wichtigeren Saatgut-Informationen fühlt man sich zunächst ein wenig „zu Tode geholfen“, während sich im Garten Knall auf Fall neue Pappschmarotzer einnisten.

Techtree aus Schoko

'Viva Piñata' Screenshot 2

Die harmlos-drolligen Paarungstänze bringen selbst Stoikerherzen zum schmelzen.

Spätestens mit dem Ende der übertrieben belebten Tutorial-Phase fällt der Groschen aber selbst bei ungeübten Spielern: Der satte Rasen hat die Aufmerksamkeit der putzigen Whirlms – herzallerliebster Wurm-Pinatas – geweckt. Diese wiederum genossen schon bald das ungeteilte Interesse der Sparrowmint-Spatzen, während sich das Bunnycomb, das wenige Minuten später erschien, sich Eure erste geerntete Karotte natürlich nur mal kurz „anschauen“ wollte. Kein Wunder, dass die Anwesenheit der Langohren die Füchse auf den Plan rief, et cetera perge, perge. So beginnt man eine erstaunlich komplexe Nahrungskette aus über 60 Pinatas Glied für Glied zu entwirren – und zwar mit exponentiell anwachsender Begeisterung.

Direkten Einfluss habt Ihr nicht auf Eure Papiertiger. Ansässige Pinatas dürft Ihr zwar mit einem Fingerzeig zu verschiedenen Dingen animieren, eine Gehorsamsgarantie gibt es aber – vor allem bei miserablen Wetterbedingungen und unseligen Tageszeiten – niemals. Eure Interaktion mit den quirligen Partyattraktionen besteht eher darin, die individuellen Bedürfnisse für ihr Auftauchen, ihren Verbleib und ihre Paarungsbereitschaft zu befriedigen, um irgendwann die wertvollsten und größten Arten in eurem Garten begrüßen zu dürfen. Wie in einem freundlichen Zoo – und ohne Gitter. Zielgerichtetes Vorgehen begünstigt Viva Pinata mittels des übersichtlichen Tagebuchs, in dem sich die wachsenden Ansprüche eventueller Neuankömmlinge haarklein nachlesen lassen. Sehr nützlich, wenn die Zentrale mal wieder an Eurer Türe klingelt, um ein bestimmtes Pinata bei Euch zu bestellen. Ob Ihr den Auftrag annehmt, ist aber – wie alles in Viva Pinata – allein Eure Entscheidung.

Armors Pfeile

'Viva Piñata' Screenshot 3

Ihr dürft Euren Pinatas auch Namen geben.

Früher oder später werdet Ihr Amor spielen wollen. Das ist dringend notwendig, wenn die Population einer Gattung jemals zwei Exemplare überschreiten soll. Sind alle Voraussetzungen für die Paarung getroffen, erscheinen rosa Herzchen über den Köpfen der Turteltäubchen. Jetzt müsst Ihr den Bewerber nur noch in einem simplen Minispiel durch ein Labyrinth zum Objekt seiner Begierde steuern. Diese Sequenzen sind zwar weit davon entfernt das spielerische Highlight von Viva Pinata zu sein, fallen aber auch nicht störend aus dem Rahmen. Es sei denn, Ihr wollt eine Hundertschaft einer einzigen Art heranzüchten. Doch mal im Ernst: Wozu sollte man das wollen?

Selbst im schönsten Idyll kann natürlich auch mal der Haussegen schief hängen: Beispielsweise, wenn sich Fuchs und Karnickel, Hund und Katze oder Bienen und Ameisen in kunterbunt stilisierten Gefechten gegenseitig zu Tode quieken, bellen und summen. Hier hilft nur, schnellstmöglich den Doktor in seinem Blaulicht-Bobby-Car herbei zu rufen und die Streithähne anschließend mit Zäunen voneinander zu trennen so gut es eben geht. Früher oder später tauscht man einen der Troublemaker ohnehin gegen ein lukrativeres Pinata ein. So!

Ein weiteres Unheil bedeuten „saure“ Pinatas und randalierenden Hooligans. Erstere spucken saure Bonbons die „süße“ Pinatas krank machen, können aber ebenfalls durch gewisse Maßnahmen zum „Süßtum“ und somit für die gute Sache bekehrt werden. Die Rowdys des bösen Professor Pester sind da schon ein größeres Übel: Nahezu unverwundbar, im Glücksfall aber bestechlich, fallen die Schlachtenbummler wie Naturkatastrophen über Euren Garten her, zertrampeln Blumen und Dekorationen. Hier wünscht man sich oft ein etwas gröberes Kaliber als den alten Spaten. Zum Glück halten sich die Schäden meist in Grenzen und sind mit einigen wenigen Handgriffen wieder behoben.

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Kommentare

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Kommentare: 1-21 von 21

Autor
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Skyhunter
04/12/06 @ 12:24
#1
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Dieses Genre gab es in der Vergangenheit schonmal und der Titel hieß Harvest Moon, auch wenn es auf den ersten Blick langweilig scheinen mag, muss ich doch gestehen das ich ein großer Fan von Harvest Moon war, es hat mir unwerscheinlich viel Spaß bereitet hat seine Totmaten zu ernten und Kühe zu melken.

Sicher eine gelungene Abwechslung.

MfG Skyhunter
Lea staff
04/12/06 @ 12:37
#2
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In Harvest Moon war es aber anders. Da musstest Du erst eine gewisse Weile warten, bis dieses oder jenes wuchs. Auch kamen der Hund und das Pferd automatisch - nun ja, wenn du das Bellen in der Nacht beachtest hast etc. :p Es ist also nur ähnlich.

Gruß, Lea
P.S. Harvest Moon war klasse
Edited 1 times, most recently on 04/12/06 @ 12:37
Skyhunter
04/12/06 @ 12:54
#3
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Ja, dass es nicht das selbe ist, ist schon klar aber die Art und Weise ist doch schon sehr ähnlich, auch wenn man in Harvest Moon sein Pferd automatisch bekam - ich denke das sind Spielinterne sachen die in jedem Spiel anders ist.
Skyhunter
04/12/06 @ 13:08
#4
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Ja, dass kann schon sein - es war nur ein Vergleich von mir, dieser Vergleich enthällt natürlich auch persönliche Ansichten.
Ich sehe es einfach als eine Art Harvest Moon an, auch wenn du vielleicht Recht haben magst :)

MfG Skyhunter
Lea staff
04/12/06 @ 13:24
#5
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@Yoshi: Bei Harvest Moon bist du ein Bauer, erntest dein Gemüse, bekommst Tiere, findest dies und das...

Klingt schon ähnlich, wenn man sich mit einem Viva-Pinata-Gärtner unterhält :p
Skyhunter
04/12/06 @ 13:37
#6
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Danke Lea für deine Unterstützung ^^

MfG Skyhunter
Lea staff
04/12/06 @ 13:45
#7
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Ich hab Dungeon Keeper nie gespielt - hust hust :p Aber Harvest Moon..

Alex, Fabian - sagt doch mal was, ihr spielts schließlich :p
Edited 1 times, most recently on 04/12/06 @ 13:45
Bohnsen staff
04/12/06 @ 13:45
#8
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Die Titel ähneln sich insofern, dass sie eher eine relaxte Pace an den Tag legen und man Spaß an Pflanzen und Tieren haben sollte. Insofern ist die Prämisse ähnlich, wenn sich das Gameplay auch deutlich unterscheiden mag.

Grüße,

Alex
Skyhunter
04/12/06 @ 14:06
#9
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Richtig, deine Meinung, die wird dir hier auch niemand nehmen ^^
Das Spiel verbindet vielleicht von beiden etwas? ^^

MfG Skyhunter
DerHaase
04/12/06 @ 23:27
#10
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Also ich habe mir das Spiel nun mal ausgeliehen und angespielt. Meine Befürchtung, dass ich das Spiel absolut schlecht finde, hat sich bestätigt. Ich habe einfach keinen Spaß daran einen Garten zu bauen und Tiere zu züchten oO. Vielleicht ist es gut umgesetzt, jedoch wundert es mich stark, dass doch so viele Leute gefallen an dem Spiel finden.

PS: Ich habe das Spiel nur 30min gespielt und dann ausgemacht, weil es mich gelangweilt hat. Sollte man es vielleicht weiter spielen? Kommt der Spaß erst mit der Zeit? Oder bin ich vielleicht einfach nicht der Typ für solche Spiele ;) ?
Lea staff
05/12/06 @ 08:57
#11
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@Haasi: Letzteres wohlmöglich :)
Bohnsen staff
05/12/06 @ 09:27
#12
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@DerHaase

Also ich war nach 30 Minuten noch nicht einmal aus dem Tutorial raus (also die Phase in der man noch so garnichts konnte außer Rasen sähen und Erde klopfen und in der sich im Minutentakt neue Pinatas vorstellen). Insofern würde ich einfach mal sagen, dass Du kaum etwas vom Spiel gesehen hast. Und das ist nunmal eine denkbar schlechte Basis für ein abschließendes Urteil. :)

Darüber hinaus liegt es natürlich durchaus im Bereich des Möglichen, dass Dir diese Sorte Spiel nicht liegt. Die erste halbe Stunde - mit ihren beschränkten Möglichkeiten/langweiligen Pflanzen/Mini-Pinatas/unzähligen Spielunterbrechungen - ist aber nicht wirklich repräsentativ für das Spiel.

bye,

Alex
Skyhunter
05/12/06 @ 09:50
#13
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Du solltest dich vielleicht einfach eine Zeit mit diesem Game beschäftigen,
ich könnte mir schon vorstellen das es riesigen Spaß macht.
Aber nicht jeder Titel kann eben gefallen, desswegen die riesige Auswahl :)


Lg Skyhunter
DerHaase
05/12/06 @ 11:36
#14
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da habt ihr bestimmt alle recht....was heißt das für mich ?

GENAU ;) an die 360 ran und nochmal länger testen :P
Skyhunter
05/12/06 @ 14:50
#15
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Ja, würde ich dir empfehlen, unter Umständen macht es dir ja vielleicht noch Spaß :)


Lg Skyhunter
Skyhunter
05/12/06 @ 15:38
#16
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Und? schön Profigärtner geworden?
Hoffe mal das du nun Freude an diesem Game hast.

Lg Skyhunter
Lea staff
05/12/06 @ 17:37
#17
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Lol Sky :) Das waren grad mal knapp 4 Stunden Zeit zwischen deinen Postings :p
Skyhunter
05/12/06 @ 17:53
#18
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In 4 Stunden ist man schon kalt wenn man tot ist ^^

Kann ja sein das es ihm nun gefällt, was weiss denn ich :)

Lg Skyhunter
DerHaase
07/12/06 @ 14:34
#19
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habe es nun länger gespielt und muss sagen: das spiel ist einfach nicht mein ding :(
deadlyphil
07/12/06 @ 16:15
#20
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ich finde das spiel auch nicht so toll ist mir alles zu bunt. aber wenn das spiel auch für kinder ist, ist das nicht teilweise zu gruselig? ich hab da den trailer hier gesehen mit den bären. ab welcher altersstufe isses eigentlich?

Edited 1 times, most recently on 07/12/06 @ 16:16
Skyhunter
07/12/06 @ 16:24
#21
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hmmm weiss nicht recht ab 12 würd ich sagen, oder du hast einfach mal zu empfindliche Reaktionen auf solche Dinge ^^

Lg Skyhunter

Kommentare: 1-21 von 21

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