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11-11: Memories Retold angespielt: Wie ein Gemälde

Ein Antikriegsspiel.

Der Erste Weltkrieg ist nach wie vor ein Thema, das in vielen Spielen nicht umfassend zur Geltung kommt. Battlefield 1 besprach es auf die eher brachiale, explosive Art und Weise. Das kommende 11-11: Memories Retold von Bandai Namco, Aaardman und Digix Art schlägt da ruhigere Töne an - und sieht aus wie ein Gemälde zum Spielen.

Vor dem Hintergrund dieses Krieges erzählt das Spiel eine fiktive Geschichte rund um die beiden Protagonisten Harry (Elijah Wood) und Kurt (Sebastian Koch). Fest steht, dass kein ausufernd langes Abenteuer dabei herauskommt. Sechs Stunden Spielzeit streben die Macher an. In diesen erlebt ihr nach ihren Angaben "eine Menge filmreife Momente", unterstützt von Musik des London Philharmonic Orchestra.

Was von der ersten Sekunde an hervorsticht, ist der einzigartige Grafikstil des Titels, mit dem die Entwickler dem narrativen Genre mehr Bedeutung verleihen möchten. Wie ein "lebendiges Gemälde" sehe es aus. Ein Eindruck, der sich beim Anspielen bestätigt. 11-11 bietet einen expressionistischen Look. Einen, der tatsächlich so wirkt, als spieltet ihr ein Gemälde aus der damaligen Zeit, das euch einen Blick in die Vergangenheit werfen lässt.

Die Geschichte der beiden beginnt in ihrer jeweiligen Heimat. Harry arbeitet zuhause als Fotograf und als solchen verschlägt es ihn in den Krieg, weil er dort die bittere Realität auf Fotos festhalten möchte. Kurt ist in einer Zeppelinfabrik beschäftigt und vernimmt via Funkgerät die Nachricht, dass die Einheit seines Sohnes Max als vermisst gilt. Das veranlasst ihn dazu, sich zum Dienst zu melden und an die Front zu ziehen. Interessant: Die Gespräche in der Fabrik zwischen den einheimischen Arbeitern finden auf Deutsch statt. Spricht Kurt zu sich selbst, sind seine inneren Monologe auf Englisch zu hören.

In den jeweiligen Abschnitten bewegt ihr euch mit beiden ein wenig hin und her und erfüllt bislang simple Aufgaben. Holt von oben mit Harry eine Flasche Wein für seinen Chef und einen Gast, mit Kurt versorgt ihr die Maschinengewehrschützen an der Front mit Nachschub, nachdem ihr in der Fabrik ein paar Hebel betätigt, Leitern geklettert und über einen Balken in schwindelerregender Höhe balanciert seid. Herausfordernd war davon nichts, egal ob ihr ein Funkgerät richtig einstellt oder einen Aufzug repariert. Somit hinterlässt 11-11 mehr den Eindruck eines interaktiven Films, als dass es euch spielerisch Kopfzerbrechen bereitet. Was nichts Schlechtes sein muss, auch so kann man eine tolle Geschichte erzählen.

Entscheidungen waren bislang stets vorherbestimmt. Soll heißen: Harry und Kurt ziehen beide in den Krieg, ob ihr möchtet oder nicht. Was ich in der Demo tat, war festgelegt oder hatte zumindest keine erkennbaren Einflüsse auf das, was folgte. Inwiefern es später möglicherweise Dinge gibt, die auf das Ende oder andere Momente Einfluss nehmen, sehen wir dann. Hier und da gibt es eingestreute Quick-Time-Events in bestimmten Sequenzen, die für ein wenig spielerische Abwechslung sorgen.

Am Ende ist 11-11 als Antikriegsspiel konzipiert. Wir sehr diese Rechnung aufgeht, lässt sich anhand der Gamescom-Demo schwer sagen. Ist ja nur ein kleiner Teil des Gesamtwerks. Einen mehr als interessanten Eindruck hinterließ das Spiel aber allemal, nicht zuletzt aufgrund seines äußerst ansehnlichen Grafikstils. Ein Titel, den ihr im Auge behalten solltet, wenn ihr euch für dieses Genre interessiert.

11-11: Memories Retold erscheint am 9. November für PC, Xbox One und Playstation 4.

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Benjamin Jakobs

Leitender Redakteur News

Benjamin Jakobs ist Leitender Redakteur, seit 2006 bei Eurogamer.de und schreibt News, Reviews, Meinungen, Artikel und Tipps.

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