Folterszene aus Splinter Cell: Blacklist wurde gestrichen

Nach der vielen Kritik und weil sie offenbar auch niemand mochte, flog sie wieder raus.

Während und auch nach der E3 im letzten Jahr sorgte Ubisofts Splinter Cell: Blacklist für Aufsehen, weil es darin eine Folterszene gab, in der die Spieler selbst ein Messer im Körper des Gegners drehen konnten, um an weitere Informationen zu gelangen. Schlussendlich konnten sie ihn verschonen oder töten.

Die Betonung liegt dabei auf dem Wörtchen gab, denn mittlerweile hat man nach den negativen Reaktionen darauf besagte Szene aus dem Spiel gestrichen.

„Wir sind in merkwürdigen emotionalen Gefilden angekommen, wenn die Unterhaltungsindustrie Folter regelmäßig als effektive Methode darstellt anstatt als das Schlimmste, was ein Mensch einem anderen antun kann - ja, sogar schlimmer als das Töten", sagte Autor Tom Bissell damals. „Ein paar Tage war ich zutiefst beschämt, ein Spieler zu sein, militärische Spiele zu spielen oder überhaupt zu mögen, an irgendeiner Form eines solch widerwärtigen Schwachsinns interessiert zu sein."

Das sind Reaktionen, über die man bei den Entwicklern natürlich nicht allzu sehr begeistert war.

„Es ist nicht nett, irgendeine negative Reaktion auf etwas zu bekommen, in das man sein Herzblut gesteckt", erklärt Producer Andrew Wilson im Gespräch mit Eurogamer. „Aber gleichzeitig muss man auch daran denken, dass die Leute, solange man solche Sachen im Spiel hat, es auch sehen werden."

Auf der E3 zeigte man die etwas actionreichere Seite von Splinter Cell: Blacklist, wofür man ebenfalls kritisiert wurde und was man anschließend durch die Veröffentlichung mehrerer Videos zu den Stealth-Elementen auszugleichen versuchte.

„Aufgrund der Natur der E3 gibt es bestimmte Dinge, die man dort einfacher demonstrieren kann", erklärt er. „Wir waren gleich zu Anfang auf der Bühne und in solch einer Umgebung ist es schwierig, das zu zeigen, was den Stealth-Part ausmacht. Wir hätten eine negative Reaktion bekommen, wenn wir diese Sachen gezeigt hätten."

Die auf der E3 präsentierten Ausschnitte würden daher nicht für das gesamte Spiel sprechen: „Das Erste, was ich dazu sagen würde, ist, dass möglicherweise der Kontext fehlte - und bei solch einer Momentaufnahme erscheint es dann als ziemlich hartes Material", so Wilson weiter. „Wir haben das ein wenig zurückgefahren. Während des Entwicklungsprozesses gibt es immer Dinge, von denen man glaubt, dass sie nicht gut funktionieren. Bei jedem Spiel ist das so und es werden bestimmte Dinge geschnitten."

In dem Fall gelte das auch für die Folterszenen: „Wenn das Spiel erscheint, wird man definitiv keine Folterszenen darin sehen. Diese Szene ist nicht mehr vorhanden. Ich habe wirklich von niemandem gehört, dass er sie liebte..."

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Über den Autor:

Benjamin Jakobs

Benjamin Jakobs

Leitender Redakteur News

Seit 2006 bei Eurogamer.de dabei, Redakteur und hauptverantwortlich für den Newsbereich. Begann seine Spielerlaufbahn auf dem PC mit Wing Commander, UFO und dem Bundesliga Manager, spielt mittlerweile aber hauptsächlich auf den Konsolen, genauer gesagt Xbox One, Xbox 360, Switch, PS4, Wii U, PS3 und 3DS. Ist grundsätzlich für viele Spiele und Genres offen und mag vieles, was mit Science-Fiction zu tun hat, kann aber mit JRPGs nicht wirklich viel anfangen. @f1r3storm auf Twitter.

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