Sonys Jack Tretton spricht über die Strategie für die PlayStation 4, Microsoft und mehr

Ob man mit dem Preis der PS4 Gewinn macht, wollte er nicht kommentieren.

Mit CNN Money sprach Sonys Jack Tretton ein wenig über die Strategie der PlayStation 4, die Konkurrenz aus dem Hause Microsoft und andere Dinge.

Nach der E3 habe man demnach ein recht positives Fazit gezogen, sagt Tretton auf die Frage, ob man die Messe gewonnen habe.

„Ich habe die E3 mit dem Super Bowl unserer Industrie verglichen. Und die Leute mögen es, Dinge zu bewerten. Ich habe auf jeden Fall viele positive Berichte über uns gesehen. Was mich betrifft, haben wir unsere Message definitiv vermitteln können."

Den Launch der PlayStation 4 plant man laut Tretton schon seit 2008.

„Wir haben viel mit unseren Kunden gesprochen und auch mit den Entwicklern. Wir wollten wissen, was sie sich wünschen. Die E3-Pressekonferenz im Frühjahr und die Markteinführung sind der Höhepunkt dieser Vision. Und die Reaktionen verdeutlichen, dass wir die richtige Strategie haben. Es ist ein langer, fortwährender Prozess", sagt er. Alleine die E3-Präsentation habe man monatelang vorbereitet.

Gleichzeitig will er Spekulationen über etwaige kurzfristige Änderungen im Hinblick auf Microsofts Strategie dementieren. Auf die Art und Weise funktioniere das alles einfach nicht. Wenn man nicht fest auf seine Strategie setze und diese ständig hinterfragt oder sich das anschaut, was andere machen, sei man anfällig für Fehler. „Wenn man seine Hausaufgaben gemacht hat, wird der Kunde entsprechend darauf reagieren", sagt er.

Zu Microsofts Kehrtwende mit der Xbox One im Hinblick auf die 24-Stunden-Verbindung und DRM-Maßnahmen äußerte er sich nicht allzu ausführlich, sieht es aber natürlich als Bestätigung für die eigene Strategie.

„Ich habe sie genau beobachtet und mir ihre Präsentation angesehen. Ich las die Sachen im Internet und der Presse. Ihre Pressekonferenz konnte ich mir aber nicht komplett anschauen. Ich bin so sehr mit unserer eigenen Strategie beschäftigt, dass ich nicht allzu viel Zeit damit verbracht habe, mir ihre Strategie aus einem anderen Blickwinkel als dem der Kunden zu betrachten."

„Ja, ich glaube fest daran, dass wir für die PlayStation 4 das richtige Geschäftsmodell und die richtige Vision hatten", so Tretton. „Das haben uns die Analysten, die Presse und - was am wichtigsten ist - die Kunden bestätigt. Man weiß nicht, was die Konkurrenz machen wird, aber wir glaubten daran, den richtigen Plan zu haben."

Wann genau sich Sony auf 399 Dollar als Preis festgelegt hat, wollte er nicht verraten. Dazu müsse man aber natürlich immer die Features und Produktionskosten genau betrachten. „Wir wussten ehrlich gesagt nicht, ob unser Preis aggressiver oder weniger aggressiver als der unserer Konkurrenten sein würde." Ob man zu einem Preis von 399 Dollar Gewinn damit macht, wollte Tretton ebenfalls nicht kommentieren.

Weiterhin lobt er die Indie-Entwickler, die er als „Steven Spielbergs" der Spieleindustrie bezeichnet. Selbst ohne ein Budget von 100 Millionen Dollar und ohne 300 Mann starke Teams liefern sie Spiele ab, die „absolut genial" sind. „Die Kreativität floriert. Es ist eine tolle Sache für das Medium und bestätigt seine Daseinsberechtigung als Mainstream-Unterhaltung. Es garantiert, dass es wirklich etwas für jeden gibt."

Im Hinblick auf Discs vs. Downloads sagte Tretton folgendes: „Unser Motto war immer, dass wir den Leuten die Wahl lassen wollen. Man sollte nie versuchen, den Kunden etwas aufzuzwingen, was sie nicht wollen. Das geht bis dahin zurück, als wir das Online-Gaming einführten. Wir erlaubten das den Spielern ohne eine Gebühr, mit jeder möglichen Verbindung. Wir ließen den Kunden auch bei den Formaten für Filme und Spiele die Wahl. Wollt ihr lieber digitale oder physische Produkte kaufen? Die Entscheidung liegt bei euch."

„Wir sind in einer sehr viel besseren Position", so Tretton im Hinblick auf den PS3-Launch. „Dafür gibt es wichtige Gründe: Wir kamen damals später auf den Markt als die Xbox 360, die sich als schwerer Gegner erwies - das wird diesmal nicht passieren. Und wir hatten damals einen Preis von 599 Dollar. Auch das wird diesmal offensichtlich nicht passieren. Und trotz all dessen haben wir 70 Millionen Einheiten verkauft. Wir haben viele Dinge gelernt, die wir auch nicht wiederholen möchten. Rechtzeitig zum Preis von 399 Dollar auf den Markt zu kommen, fühlt sich wirklich gut an."

Schlussendlich glaubt Tretton, dass auch die neue Generation wieder so lange andauern wird wie die aktuelle.

„Das glaube ich schon. Das Ironische ist, dass die PS1 und PS2 nicht verschwunden sind, weil die Kunden kein Interesse mehr hatten. Es wurde nur schwierig, sie profitabel herzustellen. Je älter die Technologie wird, desto schwieriger wird es, die Teile und Chips, die damals beim Launch noch absolut modern waren, kosteneffizient zu produzieren. In beiden Fällen gab es noch immer eine hohe Nachfrage. Wenn wir sie weiterhin profitabel produzieren könnten, gäbe es keinen Grund dafür, sie nicht noch weiter in die Regale der Händler zu stellen."

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Über den Autor:

Benjamin Jakobs

Benjamin Jakobs

Leitender Redakteur News

Seit 2006 bei Eurogamer.de dabei, Redakteur und hauptverantwortlich für den Newsbereich. Begann seine Spielerlaufbahn auf dem PC mit Wing Commander, UFO und dem Bundesliga Manager, spielt mittlerweile aber hauptsächlich auf den Konsolen, genauer gesagt Xbox One, Xbox 360, Switch, PS4, Wii U, PS3 und 3DS. Ist grundsätzlich für viele Spiele und Genres offen und mag vieles, was mit Science-Fiction zu tun hat, kann aber mit JRPGs nicht wirklich viel anfangen. @f1r3storm auf Twitter.

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