Jedes zweite Spiel bekommt heutzutage die Vinyl-Aufmerksamkeit und warum auch nicht. Soundtrack-Enthusiasten scheinen diese Auflagen zu lieben, denn wenn das nicht so wäre, würden nach ein paar Jahren davon nicht immer mehr Editionen erscheinen. Jetzt kommen zwei Oldtimer zusammen, denn wie die Anno-Serie hat Vinyl selbst ein paar Jahre auf den Buckel - der eine mehr als der andere -, aber noch nie gab es eine Anno-Vinyl.

Anno 1800 macht am 16. April, zusammen mit dem Spiel - wie das so wird, siehe hier - den Anfang und die Edition, herausgegeben von Kölner Label Black Screen Records, macht schon was her. Gatefold mit einem sehr schicken Artwork, stylischem Gold-Druck auf dem Cover, Download-Codes für Lossless-Formate, designte innere Hüllen, es wird fast nichts ausgelassen. Fast, dem Trend zu mehr Farbe beim Vinyl selbst folgt diese auf großzügige 1800 Stück limitierte Edition nicht, beide Scheiben sind in klassischem Schwarz gehalten. Dafür gibt es aber kleine Artwork-Drucke als Bonus dazu.

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Die Musik selbst wurde von einem 70-Mitglieder starkem Orchester - dem Brandenburger Staatsorchester - in Frankfurt/Oder in einer alten Kirche unter der Leitung von Bernd Ruf aufgenommen. Komponist war wie in den letzten 12 Jahren der Serie Tillman Sillescu, auch bekannt für Injustice 2 oder beide Total War: Warhammer. Die "Robber Baron Suite" klingt für mich mit all ihrer überbordenden Epik irgendwie nach einem der Sherlock-Holmes-Filme mit Robert Downey Jr., was jetzt keine schlechte Sache ist. Weiß nicht warum, ist halt der Vibe, den ich hier bekomme. Passt ja auch in das Thema der Ära der Industrialisierung, zumindest lose.

Auf den vier Seiten findet ihr 38 der Tracks aus dem Spiel, per Download bekommt ihr dann die vollen 64 Tracks. Das ist bei Vinyl und dermaßen umfangreichen Scores nicht ungewöhnlich, da die Masse an Musik sonst den Rahmen sprengen würde und der Preis sicher nicht bei den 30 Euro bleiben würde, die ihr hier zahlt.

Vorbestellbar ist das hoffentlich gute Stück ab sofort (hier) und da qualitativ bei Black Screen Records noch nie etwas zu beanstanden war, könnt ihr das auch guten Gewissens tun.

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Über den Autor:

Martin Woger

Martin Woger

Chief Editor - Eurogamer.de

Defender, Ringe, 1W6+4, NCC-1701, 8086, Ultima, Cid, SEGA, like tears in rain, B. Guardian, nicht Silmarillion, F. Mercury, PC-Player, Arena, id, Mage, LiveLink, Eurogamer, Chefredakteur...