Devil May Cry 5: Synchronsprecher aufgrund von rassistischen und transphobischen Videos in der Kritik

Nachdem Fans ein Blackface-Video entdeckten.

Einer der Synchronsprecher aus Devil May Cry 5 hat mehrere Videos von seinem YouTube-Kanal entfernt, nachdem Fans dort rassistische und transphobische Inhalte entdeckten.

Dabei handelt es sich um Joey Camen. Camen spricht in DmC 5 als Weißer den einzigen schwarzen Charakter (Morrison) im Spiel.

In einem seiner Videos gibt er vor, einer Schwarzer zu sein und lässt auch das N-Wort fallen. In einem weiteren Video trägt er eine Perücke und macht transphobische Witze.

Nachdem Medien darauf aufmerksam wurden - ResetEra-Nutzer Skittles wies ursprünglich darauf hin -, löschte Camen die Videos. Seinen YouTube-Kanal bezeichnet er als Ort für "unverschämte Comedy-Charaktere".

Zwischenzeitlich hat sich Camen in einem Statement gegenüber Eurogamer für die Videos entschuldigt. Er bezeichnet die Videos als "Parodie", dennoch sei es "die richtige Entscheidung" gewesen, sie zu löschen.

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Camen in einem seiner Videos.

"Es tut mir leid und ich entschuldige mich aufrichtig bei allen, die sich davon angegriffen fühlten", sagt er. "Seit ich erwachsen bin, war ich ein professioneller Standup-Comedian, Schauspieler und Synchronspecher. Damit verdiene ich meinen Lebensunterhalt. Ich bin außerdem ein Jude und wuchs in Detroit in einer Nachbarschaft auf, in der hauptsächlich Schwarze lebten. Die Stimmen und Charaktere, die ich imitiere, repräsentieren meine Erfahrungen im Leben und meine Bewunderung für die Leute, mit denen ich aufwuchs. Die Videos, die ich machte, waren Comedy-Parodien mit Charakteren, die in ihrer Umgangssprache reden."

"Einiges davon mag provokant sein und jeder entscheidet selbst, was er als witzig empfindet, aber bitte bezeichnet mich nicht als rassistisch oder andere Dinge", fügt er hinzu. Weiterhin betont er, dass er sein Gesicht nie schwarz angemalt habe. "Ich trug eine mehrfarbige Skimaske und bewertete als Charakter das neue Musikalbum eines Künstlers."

Darüber hinaus steht Dantes Sprecher Reuben Langdon, der zuletzt bei Dreharbeiten unter Beschuss geriet, aufgrund von Äußerungen in einem Interview mit dem YouTube-Kanal Toy Bounty Hunters in der Kritik (via ResetEra).

Langdon schiebt den Opfern von sexueller Belästigung die Schuld zu und äußert Kritik an den Motiven der Me-Too- und Black-Lives-Matter-Bewegungen, die "ein wenig zu weit" gingen und bei denen "keine Logik" mehr zu erkennen sei. Er habe kein Problem damit, Frauenrechte zu stärken, "aber" findet es zuweilen übertrieben. "Und dann fangen die Leute an, wegen einer Umarmung von sexueller Belästigung zu reden", sagt er. "Die Vergangenheit ist die Vergangenheit. Das mag jetzt wirklich schlimm klingen und einige Leute werden das falsch verstehen, aber wir müssen die Vergangenheit hinter uns lassen. Wir müssen mit einer neuen Mentalität vorangehen, die Dinge anders betrachten und anders machen."

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Morrison in Devil May Cry 5.

Damit reagierte er auf Fragen im Hinblick auf den Synchronsprecher Vic Mignogna, der von Fans vor kurzem der sexuellen Belästigung beschuldigt wurde. Magnogna ist ein bekannter Anime-Sprecher und nach Bekanntwerden der Anschuldigungen beendeten die Unternehmen Funimation und Rooster Teeth die Zusammenarbeit mit ihm. Mignogna selbst bestreitet die Vorwürfe.

"Ich kenne Vic und er ist ein sehr körperbetonter Typ", sagt Langdon. "Ich habe gesehen, wie er auf diese Art und Weise mit Frauen interagiert. Aber ich sah auch welche, die "nein danke" sagten und er hat das respektiert. Ich habe das Gefühl, dass viele Leute einfach lernen müssen, etwas zu sagen, wenn sie nicht wohl dabei fühlen. Sagt "nein danke" und dann geht jeder seines Weges. Es fällt mir schwer zu glauben, dass Vic in vielen Fällen weiter gehen würde als bei einer Umarmung."

Ein Tipp wäre vielleicht auch, fremde Leute nicht einfach unaufgefordert anzufassen oder zu umarmen.

Langdon äußerte sich dazu bislang nicht gegenüber Eurogamer. In einem Facebook-Beitrag bringt er seinen Ärger über einen Newsweek-Artikel über ihn zum Ausdruck.

Capcom sagt dazu, dass man sich die Situation anschaue. Gleichzeitig betont das Unternehmen, dass man die von Camen und Langdon geäußerten Ansichten nicht teile.

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Über den Autor:

Benjamin Jakobs

Benjamin Jakobs

Leitender Redakteur News

Seit 2006 bei Eurogamer.de dabei, Redakteur und hauptverantwortlich für den Newsbereich. Begann seine Spielerlaufbahn auf dem PC mit Wing Commander, UFO und dem Bundesliga Manager, spielt mittlerweile aber hauptsächlich auf den Konsolen, genauer gesagt Xbox One, Xbox 360, Switch, PS4, Wii U, PS3 und 3DS. Ist grundsätzlich für viele Spiele und Genres offen und mag vieles, was mit Science-Fiction zu tun hat, kann aber mit JRPGs nicht wirklich viel anfangen. @f1r3storm auf Twitter.

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