Catan auf Nintendo Switch ist eine gelungene Umsetzung des Brettspiels mit ein paar Schönheitsfehlern

Jetzt mit Kampagnenmodus.

Catan ist ein echter Klassiker der deutschen Brettspiellandschaft. Das Sammeln von Rohstoffen durch Würfelglück ist immer eine spannende Angelegenheit auf der Jagd nach den meisten Siegpunkten. Mithilfe von Siedlungen, Straßen und Städten breitet ihr euch auf dem Eiland aus, bis alles Eigendynamik entwickelt und die Rohstoffe in jeder Runde euer Konto auffüllen.

Über die Jahre hinweg hat sich am Spielprinzip wenig verändert. Die Inseln sind in diverse sechseckige Felder aufgeteilt und jedem einzelnen von diesen ist eine Zahl von eins bis zwölf zugeteilt, manche davon sind doppelt vertreten. Grenzt eine Siedlung oder Stadt an ein solches Feld und die jeweilige Zahl fällt beim Würfeln, erhält jeder anliegende Spieler eine (Siedlung) oder zwei (Stadt) passende Rohstoffkarten.

Die Rohstoffe investiert ihr in besagte Siedlungen und Städte, ebenso in Straßen und Aktionskarten für hilfreiche Boni sowie in den Tauschhandel mit anderen Spielern. So weit, so simpel. Es ist kein schweres Spielprinzip, ihr habt den Dreh schnell heraus und Catan-Veteranen benötigen so oder so keine Eingewöhnung.

Die Musik dudelt in Catan so vor sich hin.

Die vom Brettspiel bekannte Seefahrer-Erweiterung ist hier von Haus aus mit dabei und erweitert Catan um neue Mechaniken wie den Schiffbau oder Piraten. Die Schiffe dienen als zusätzliche Handelsstraßen übers blaue Meer, während die Seeräuber die gleiche Funktion haben wie der normale Räuber - dabei sind sie allein aufs Wasser beschränkt.

Als weitere Beschäftigungsmaßnahme gibt es auf der Switch einen exklusiven Kampagnenmodus. Hier erwarten euch diverse Szenarien, die sich mit jeweils drei Schwierigkeitsgraden angehen lassen. Eine nette Ergänzung für die Käufer, die sich zur Abwechslung ein paar Szenarien wünschen, wenn sie nicht mit Freunden spielen können.

Apropos Mehrspieler: Bevor ihr fragt: Nein, es gibt keinen lokalen Multiplayer-Modus. Was schade ist, so geht ein Teil des Reizes des Brettspiels bei der virtuellen Umsetzung verloren. Das ergibt angesichts der Aktionskarten Sinn, da diese an einem Bildschirm jeder sehen könnte, ein Verlust ist es am Ende auf jeden Fall. Wer mit mehren an einem Ort spielen möchte, hat die Gelegenheit dazu, wenn jeder der Teilnehmer jeweils über eine Switch und das Spiel verfügt. Darüber hinaus gibt es Online-Matches inklusive Ranglisten, über die ihr euch mit anderen Spielern messt.

Spielt ihr geschickt, wartet in Catan am Ende der Sieg auf euch.

Darüber hinaus wäre ein besseres Pacing nicht verkehrt. Das fängt zum Beispiel damit an, dass es nötig ist, für die meisten Entscheidungen, die ihr trefft, den jeweiligen Button für zwei bis drei Sekunden gedrückt zu halten. Immer und immer zu sehen, wie sich ein Kreis füllt, während ihr die Taste drückt, ist auf Dauer nervig. Das macht das Spiel unnötig langsamer und setzt sich bei den Zügen der KI-Gegner fort. Hier gibt es keine Option, diese zu beschleunigen. Ab und an lassen sich die Kontrahenten ein wenig zu viel Zeit bei ihren Zügen, was eure nächste Aktion weiter hinauszögert.

Auch bei der Musik und den Soundeffekten gibt es Verbesserungspotential. Der Soundtrack der Xbox-360-Version von Catan war damals stimmiger, die musikalische Untermalung der Switch-Fassung dudelt ohne große Höhepunkte vor sich hin. Das gilt im Grunde für die gesamte Soundkulisse: Sie ist eher unauffällig. Ein motivierenderer Soundtrack stünde dem Spiel gut zu Gesicht.

Was bleibt, ist eine insgesamt gelungene Umsetzung des Brettspiels mit ein paar Schönheitsfehlern. Das Fehlen einer Multiplayer-Option an einer einzelnen Konsole ist bedauerlich, wenngleich es aus spielerischer Sicht nachvollziehbar ist. Ich hätte kein Problem damit, wenn meine Gegenspieler meine Aktionskarten sehen könnten. Ein lokaler Ersatz für das Brettspiel ist die Switch-Version daher nicht und der Kampagnenmodus ist eine schöne Ergänzung für Solo-Spieler. Möchtet ihr primär alleine oder online spielen, ist Catan auf der Switch eine Überlegung wert.

Entwickler/Publisher: Exozet Berlin GmbH, USM games/Asmodee Digital - Erscheint für: Switch - Preis: 19,99 Euro - Erscheint am: erhältlich - Gespielte Version: Switch - Sprache: Deutsch - Mikrotransaktionen: nein

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Über den Autor:

Benjamin Jakobs

Benjamin Jakobs

Leitender Redakteur News

Seit 2006 bei Eurogamer.de dabei, Redakteur und hauptverantwortlich für den Newsbereich. Begann seine Spielerlaufbahn auf dem PC mit Wing Commander, UFO und dem Bundesliga Manager, spielt mittlerweile aber hauptsächlich auf den Konsolen, genauer gesagt Xbox One, Xbox 360, Switch, PS4, Wii U, PS3 und 3DS. Ist grundsätzlich für viele Spiele und Genres offen und mag vieles, was mit Science-Fiction zu tun hat, kann aber mit JRPGs nicht wirklich viel anfangen. @f1r3storm auf Twitter.

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