Twitch hatte eine ganz miese Woche

CEO entschuldigt sich für Pornografie-Umleitung auf Ninjas altem Channel, während User die Sperrung einer Streamerin für rassistische Ausdrücke fordern.

Bei Twitch läuft es gerade nicht so rund: Nachdem Tyler "Ninja" Blevins die Plattform verließ, um fortan exklusiv für Microsoft auf Mixer zu streamen, kam es zum Eklat, weil das Unternehmen auf Blevins' stillgelegtem Kanal unter anderem (aber nicht exklusiv) für einen pornografischen Stream warb.

Dies führte dazu, dass Ninja Twitch auf seinem Twitter dafür kritisierte, seinen Kanal in seiner Abwesenheit in eine "Werbeseite" verwandelt zu haben, auf der einer der beworbenen Streams pornografischer Natur war. Er zeigte sich "angewidert" und drückte sein Bedauern aus.

"Ich streamte acht Jahre lang, um diese Marke und diesen Kanal aufzubauen", so Blevins. "Dort war ein Porno-Account, der auf meinem Kanal unter den Empfehlungen auf Nummer eins war und ich hatte dabei nichts zu sagen", schreibt er.

Sichtlich aufgebracht forderte Blevins zur Entfernung der Anzeigen und seines gesamten Kanals auf - ein Wunsch, dem Twitch zum Teil nachkam. Alle auf seinem Kanal angepriesenen Streams wurden entfernt. Twitch-CEO Emmett Shear entschuldigte sich per Twitter bei Blevins.

"Unsere Community kommt wegen Live-Inhalten zu Twitch. Um sie dabei zu unterstützen, großartige neue live Channels zu entdecken, haben wir damit experimentiert, empfohlene Inhalte auf Twitch zu zeigen, einschließlich auf Seiten von Streamern, die gerade offline sind", so Shear.

"Dies hilft allen Streamern, weil es neue Community-Verbindungen schafft. Dennoch, die anzüglichen Inhalte auf Ninjas ruhendem Kanal verletzt drastisch unsere Nutzungsbedingungen und wir haben ihn permanent gesperrt."

"Aber ich möchte mich auch auf persönlicher Ebene bei Ninja entschuldigen, dass dies passiert ist. Das war nicht unsere Absicht, aber es hätte nicht passieren dürfen. Dafür gibt es keine Entschuldigung."

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Einer dieser Thumbnails war ein wenig schlüpfriger. Ich erinnere mich nicht mehr, welcher es war.

Aber so oder so hängt gerade der Haussegen etwas schief, denn Teile der Twitch-Community sind unzufrieden, wie das Unternehmen mit einigen als toxisch empfundenen Content-Produzenten umgeht. Die kanadische Streamerin Alinity Divine wird beschuldigt, das N-Wort während eines Streams gesagt zu haben, sie behauptet zwar, sie habe sich verhaspelt, weil Englisch nicht ihre Muttersprache ist, aber das war schon ziemlich dünn. Und das ist nicht mal alles, wofür sie gemeinhin als rotes Tuch gilt. Ihr Umgang mit ihren Haustieren vor laufender Kamera war ebenfalls schon öfter Grund für Aufregung, warf sie doch einmal ihre Katze über ihre Schulter, spuckte ihr ein andermal Wodka in den Mund und trat bei einer anderen Gelegenheit nach ihrem Hund.

Eine Petition, sie zu sperren, brachte es bislang immerhin auf fast 47.000 Unterzeichner (Stand 12. August, 18:18 Uhr).

Und natürlich ist es nicht das erste Mal, dass sich ein Star auf der Plattform nicht unter Kontrolle hat, die Bestrafungen aber alles andere als konsistent waren. Dr. Disrespect (gebürtig Guy Beahm) wurde zwei Wochen dafür gesperrt, dass er sich von einer E3-Toilette streamte. Auch Ninja hatte bereits das N-Wort benutzt, musste sich aber nur entschuldigen. Dies führte zu Anschuldigungen, Twitch drücke bei populären Streamern ein Auge zu.

Es ist allerdings nicht so, dass große Streamer nicht doch ab und an einen Maulkorb bekämen. Sowohl Pink Ward als auch TFue sind in diesem Jahr für 30 Tage wegen rassistischer Formulierungen gesperrt worden. Vermutlich fehlt es einfach an einer einheitlichen Richtlinie?

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Über den Autor:

Alexander Bohn-Elias

Alexander Bohn-Elias

Stellv. Chefredakteur

Alex schreibt seit 2001 über Spiele und war von Beginn an bei Eurogamer.de dabei. Er mag Highsmith-Romane, seinen Amiga 1200 und Tier-Dokus ohne Vögel.

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