Valve wird wegen Steams Monopolstellung verklagt

"Valve missbraucht seine Marktmacht".

  • Valve wird kartellrechtlich verklagt, da Steam auf dem PC-Gaming-Markt eine Monopol-Position einnimmt
  • Aktuell soll Valve mit Steam 75 Prozent des PC-Gaming-Marktes kontrollieren
  • Andere Plattformen schaffen es nicht, relevant mit Steam zu konkurrieren

Steam ist mit Abstand die größte Vertriebsplattform für PC-Spiele. Diese einnehmende Marktstellung wird Valve nun zum Verhängnis. Humble-Bundle-Schöpfer Wolfire Games verklagt den Betreiber der Plattform wegen Verstößen gegen das Kartellrecht.

Anstoß für diese Klage gab, wie könnte es auch anders sein, der aktuelle Rechtsstreit zwischen Apple und Epic Games, bei dem ebenfalls Kartellrechtsverstöße im Mittelpunkt stehen. Durch Kartellgesetze werden Verbraucher vor Unternehmen geschützt, die eine Monopolmacht auf dem Markt besitzen. Der Wettbewerb wird also insoweit eingeschränkt, dass die Marktmacht einigermaßen fair verteilt ist.

Nachdem auch Sony möglichweise eine Klage droht, da das Unternehmen digitale PlayStation-Spiele nur im eigenen Store verkauft, fällt die Aufmerksamkeit nun auch auf Valve, die mit Steam eine unbestreitbar große Macht im Bereich des PC-Gamings besitzen.

Laut Kläger Wolfire Games "missbraucht Valve seine Marktmacht, um sicherzustellen, dass Spielepublisher keine andere Wahl haben, als die meisten ihrer Spiele über den Steam Store zu verkaufen, wo sie der 30-prozentigen Gebühr von Valve unterliegen" (danke, Ars Technica).

So soll Valve 75 Prozent des PC-Gaming-Marktes kontrollieren. Seit Jahren gibt Valve den Ton bei der Umsatzverteilung an und zahlt den Entwicklern, die ihre Titel über Steam verkaufen, nur 70 Prozent des Umsatzes aus - 30 Prozent behält Valve ein. Eine große Wahl haben die Entwickler meist nicht, da Steam eine enorme Reichweite besitzt.

Epic Games versucht durch seine Umsatzreduzierung Valve unter Druck zu setzen. Durch die Senkung des Eigenanteils von 30 auf 12 Prozent soll der Markt entwicklerfreundlicher werden. Xbox wird die Umsatzverteilung seiner PC-Spiele-Verkäufe ab Sommer ebenfalls an das Konzept von Epic Games anpassen.

Durch seine vielen teuren Gratis-Deals hat sich Epic inzwischen zu einer kleinen Steam-Alternative entwickelt. Um Steam als Konkurrent auf Augenhöhe zu begegnen, muss sich die Plattform aber noch mächtig ins Zeug legen. Andere Entwickler, wie CDPR, EA, Microsoft oder Amazon, waren mit ihren eigenen Plattformen weniger erfolgreich.

"Das Versagen dieser Unternehmen, sinnvoll gegen die Steam-Gaming-Plattform zu konkurrieren, zeigt, dass es aus wirtschaftlicher Sicht praktisch unmöglich ist, gegen die Steam-Gaming-Plattform zu konkurrieren", argumentiert die Klage.

"Die Steam-Gaming-Plattform hat eine fest verankerte Dominanz auf dem Markt für PC-Desktop-Gaming-Plattformen, und angesichts ihrer einzigartigen und starken Netzwerkeffekte ist es unwahrscheinlich, dass sich das ändert."

Mal sehen, ob das Verfahren ein wenig am Thron von Valve rütteln kann.

Links zu Angeboten und Anbietern auf dieser Seite können sogenannte Affiliate-Links sein. Mit einem Kauf über einen dieser Links unterstützt ihr Eurogamer.de. Wir erhalten vom Anbieter eine kleine Provision.

Zu den Kommentaren springen (15)

Über den Autor:

Melanie Weißmann

Melanie Weißmann

News Redakteurin

Weitere Inhalte

Weitere Themen

Kommentare (15)

Die Kommentare sind nun geschlossen. Vielen Dank für deine Beiträge!

Verstecke Kommentare mit niedrigen Bewertungen
Sortierung
Threading