Schickt den wütenden Mob los, Facebook testet Werbeanzeigen im Oculus-Headset

Nicht mal mehr in der VR sicher.

Der kommerzielle Fortschritt macht wohl auch nicht vor der virtuellen Realität halt. Facebook testet Werbeanzeigen, die in den Oculus-VR-Headsets laufen sollen. Zum Glück, was würden wir denn auch in einer virtuellen Welt ohne Werbung machen? Woher sollen wir wissen, was wir ... äh, ich meine, DASS wir etwas kaufen wollen?

Bereits letzten Monat hat Facebook damit begonnen, Anzeigen in der mobilen Oculus-App zu testen und geht nun einen Schritt weiter. Die Werbung im Inneren des VR-Headsets soll zunächst im Spiel "Blaston" von Resolution Games getestet werden. Danach soll die Werbung "in den kommenden Wochen" auf die nächsten Apps ausgebreitet werden - ein bisschen wie bei einem Virus. Ich weiß auch nicht, wieso mir gerade dieser Vergleich in den Kopf kommt.

Auf dem Blog von Oculus seht ihr, wie das Ganze in etwa im virtuellen Raum aussehen soll:

Ocuslus_Ads

Es hat den Anschein, als könnten Spieler auf eine Werbung zeigen, um sie anzuklicken oder für später zu speichern. Ein Drop-Down-Menü ermöglicht es euch, die jeweilige Anzeige zu melden oder auszublenden und lässt euch auf die Benutzereinstellungen zugreifen.

Die kommenden Anzeigen in der Oculus sollen laut Facebook mit den eigenen Datenschutzrichtlinien übereinstimmen. Und einen kleinen Hoffnungsschimmer gibt es zumindest: Ihr werdet in Messenger-Apps nicht durch zielgerichtete Werbeanzeigen unterbrochen.

Nicht, dass wir sonst Dinge sehen müssen wie "Hey Sandra, bei mir gab's heute Ofenkartoffeln. Du, ich wollte dich noch was Wichtiges fragen ..." Ups, sorry Sandra, Du musst jetzt erstmal hören, welches tolle Premium-Paket jetzt nur für kurze Zeit reduziert ist. Mood-Killer.

Auch sollen eure Bewegungsdaten und Sprachaufzeichnungen nicht für Werbezwecke verwendet werden.

Anders sieht es jedoch mit den Daten aus euren Facebook-Profilen aus, sagte ein Facebook-Sprecher gegenüber The Verge.

Ebenso wird das System wissen, ob ihr "Inhalte angesehen, eine Oculus-App installiert, aktiviert oder abonniert haben, eine App zum Warenkorb oder der Wunschliste hinzugefügt habt, ob ihr die Kaufabwicklung eingeleitet oder eine App auf der Oculus-Plattform gekauft habt und schließlich, ob ihr eine Anzeige innerhalb einer Drittanbieter-App angesehen, mit der Maus bewegt, gespeichert oder angeklickt habt".

Facebook argumentiert damit, dass die In-App-Werbung im VR-Headset eine zusätzliche Einnahmequelle für Entwickler sei. Eine transparente Rechnung darüber, wie die Kosten aufgeteilt werden, wird noch vermisst.

In der offiziellen Ankündigung heißt es: "Unser Hauptaugenmerk bei Facebook Reality Labs (FRL) liegt darauf, mehr Menschen in die VR zu bringen, das Kundenerlebnis zu verbessern und Fortschritte bei unseren längerfristigen Augmented-Reality-Initiativen zu machen."

"Wir erforschen auch neue Wege für Entwickler, um Einnahmen zu generieren - dies ist ein wichtiger Teil, um sicherzustellen, dass wir eine sich selbst tragende Plattform schaffen, die eine Vielzahl von Geschäftsmodellen unterstützen kann, die neue Arten von Inhalten und Zielgruppen freisetzen. Es hilft uns auch dabei, innovative AR/VR-Hardware weiterhin für mehr Menschen zugänglich zu machen."

Ist der Test erfolgreich, so wird Facebook "weitere Details darüber bekannt geben, wann Anzeigen auf der Oculus-Plattform und in der mobilen Oculus-App breiter verfügbar sein werden".

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Melanie Weißmann

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