Ihr müsst die Namen von fünf Statuen herausfinden, die für Chaos, Zerstörung, Verschwendung, Verheerung oder Verwüstung stehen. Zwei der Figuren stehen in einem Zimmer umgeben mit wildem Pflanzenwuchs, zwei in einem Raum mit Feuer, eine irgendwo in den Gängen dazwischen. Jede Statue gibt zwei Sätze von sich.

Statue 1 im Pflanzenraum: „Ich bin entweder Zerstörung oder Chaos. Verschwendung und Verheerung sind im gleichen Raum.“ Statue Nummer 2 im selben Zimmer: „Verheerung ist allein. In diesem Raum ist Verwüstung.“ Im Raum mit dem Feuer sagt Statue 3: „Ich bin nicht Chaos, nicht Verwüstung. Chaos ist nicht in diesem Raum noch in dem von Verschwendung.“ Nummer 4: „ Ich bin hier mit Verschwendung. Ich bin nicht Verschwendung und nicht Verheerung.“ Die Figur im Zwischenraum sagt folgendes: „Verheerung ist nicht mit Verwüstung in einem Raum. Chaos und Zerstörung sind in einem Raum.“ Na, wer steht wo? Ach ja: Alle Statuen lügen. Wohl dem, der einen guten Draht zu seinem Mathe-Lehrer hat oder gerne Knobelhefte im Zug löst. Immerhin ist das mal etwas anderes.

Im Laufe des Abenteuers eröffnen sich noch diverse, coole Möglichkeiten, euer Heldenleben aufzupeppen. Als Drache das Land unsicher zu machen und eure Widersacher-Plage Damian in seine Grenzen zu weisen, ist nur eine davon. Ihr bezieht zum Beispiel einen Turm, in dem ihr diverse Meister beschäftigt. Ihr könnt unter anderem eure Rüstungen aufpeppen mit magischen Verzauberungen und Stein-Veredelungen. Oder ihr bastelt aus abgetrennten Armen und anderen Monsterteilen, die eure Opfer nach ihrem Tode hinterließen, einen computergesteuerten Begleiter für euer Alter Ego. Rüstet nach und nach drei Handlanger aus, die für euch wichtige Pflanzen und Erze im Land besorgen. Die Entwickler haben sich hier tatsächlich ausgetobt.

Was aber mitunter den Geduldsfaden etwas strapaziert, sind die Kleinigkeiten. Warum gibt es keine Taste, die alle Gegenstände in einem bestimmten Radius in das Inventar verfrachtet? Warum lässt sich das Inventar mit den ganzen legendären, sagenhaften und seltenen Gegenständen und Rüstungs-Sets nicht automatisch sortieren? Ich hoffe, die Verbesserung dieser Details steht gerade bei den Entwickler auf der Tagesordnung. Denn das Zeug für ein langes, fesselndes Abenteuer hat Divinity 2: Ego Draconis allemale.

Divinity 2 ist für mich der große Geheimtipp des diesjährigen Rollenspiel-Herbstes. Das Spiel macht sehr vieles, sehr richtig. Die Story offenbart eine angenehme Erzähltiefe, die Kämpfe wirken dynamisch und die Aufgaben anspruchsvoll. Hinzu kommt eine dicke Prise Humor, die sogar vor dem von Monty Python bekannten Killer-Karnickel nicht halt macht. Ich mag es, wenn sich Entwickler und ihr Spiel nicht zu ernst nehmen. Trotzdem muss ich meine postive Einschätzung derzeit noch mit einem dicken ABER versehen.

Ob das Spiel zum Hit gereicht oder im Sumpf der Durchschnittlichkeit versinkt, hängt von der finalen Feinabstimmung ab. Der Schwierigkeitsgrad wirkt in meiner Vorab-Version vom 23. Juni noch unausgegoren, der Bedienkomfort lässt zum Teil zu wünschen übrig. Zudem fordert das Spiel ein PC-Highend-System, wie das meiner werten Kollegin Tanja, um zumindest größtenteils mit 60 Bildern pro Sekunde zu laufen. Aber selbst damit kommt es vor, dass die Framerate einbricht und es ruckelt und zuckelt. Diverse Abstürze inklusive. Hoffen wir, dass die Entwickler hier massiv nachbessern und Divinity 2 in seiner ganzen Pracht erstrahlen kann. Ich behalte das Spiel definitiv im Auge, denn ich habe im Gefühl, dass sich das lohnen könnte.

Für PC soll das Spiel am 24. Juli 2009 erscheinen. Besitzer der Xbox 360 müssen sich noch bis voraussichtlich September gedulden. Wer einen riesigen Schwung Bilder aus der Vorschau-Version betrachten möchte, sollte sich der Bildergalerie zu Divinity 2: Ego Draconis zuwenden.

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