Jurassic World Evolution 2 - Test: Wenn aus Chaos Spielspaß entsteht

Jurassic World Evolution 2 bringt die Dinosaurier zurück, aber noch immer nicht in perfekter Form.

Die Dinosaurier sind hier einmal mehr die großen, schön animierten Stars, in anderen Bereichen schwächelt Teil zwei aber weiterhin.

Cool sind sie ja, die Dinosaurier. Aber versucht mal, einen ganzen Park davon unter Kontrolle zu halten! Ja, klar, kennen wir aus den Filmen, aber es ist doch witziger, das auf eigene Faust zu versuchen und zu schauen, ob es einem besser gelingt. Eine Formel, die bereits bei Frontiers Jurassic World Evolution zum Tragen kam und die das Entwicklerstudio nun weiter ausbaut. Und eines ist klar: Chaos kann eine Menge Spaß machen!

Zum Beispiel im Chaostheorie-Modus, der den Ablauf dahin gehend etwas aufmischt, dass ihr gewissermaßen aufräumt, nachdem die Katastrophe bereits passiert ist. Die Szenarien hier basieren auf den Filmen und ihr steht praktisch vor vollendeten Tatsachen. Zäune sind kaputt, Dinos laufen durch die Gegend und ihr müsst sie alle mit eurem Ranger-Jeep wieder einfangen - ihr seid das Aufräumkommando.

Warum die Kampagne von Jurassic World Evolution 2 zäh ist

Wobei hier dann ein wenig von dieser Entspannung verloren geht, die die anderen Modi - darunter Kampagne und Sandbox - versprühen. Die Szenarios sind nun mal dafür designt, etwas stressiger und anspruchsvoller zu sein. Deswegen der Name Chaostheorie. Rechnet daher damit, dass Dinge schieflaufen, von Stürmen bis hin zu überlasteten Wissenschaftlern und so weiter. Am Ende könnt ihr dann aber beweisen, dass euch etwa die Aufrechterhaltung eines Parks auf der Isla Nublar besser gelingt.

In der Kampagne baut Jurassic World Evolution 2 indes auf der Story von Jurassic World: Fallen Kingdom auf. Soll heißen: Dinosaurier treiben sich überall in den USA in freier Wildbahn herum und es liegt an euch, sie wieder einzufangen und in Käfige zu sperren, wo sie dann glücklich werden und von Besuchern und Besucherinnen angestarrt werden sollen. Vor allem für die, die mit dem Vorgänger vertraut sind, erweist sich der Einstieg in die Kampagne als zäh. Das Spiel nimmt sich ausgiebig Zeit dafür, euch Stück für Stück die Feinheiten beizubringen - Langeweile pur für alle mit Erfahrung. Für Neulinge auf der anderen Seite ein guter Einstieg.

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Wilde Dinos müsst ihr erst einmal selbst betäuben und dann zum Park fliegen lassen.

Die eigentlichen Stars sind hier natürlich erneut die Dinosaurier. Schick animiert, wie sie sind, möchte man am liebsten einfach nur eine Weile zugucken und sich dabei zurücklehnen. Bis einer von ihnen den Zaun anknabbert, dann gibt's was auf die... äh, Krallen, Füße, was auch immer. Mit dem zweiten Teil steigt die Zahl der Dinosaurier-Arten auf 75 und ihr Verhalten ist so, wie es vermutlich zu erwarten wäre. Manche der Größeren versuchen schon mal die Kleineren zu futtern und wenn sich doch mal ein Loch im Zaun zeigt, dann sind sie schnell draußen. Für die Leute drumherum ist dann zu hoffen, dass es kein Fleischfresser ist.

Selbst Gott spielen könnt ihr dann beim Heranzüchten von Dinos, denn dabei ergeben sich genetische Ungereimtheiten, die zum Beispiel mehr Aggressivität oder kürzere Lebensspannen zur Folge haben. Dinge, die sich dank einer Kombination mit der DNA anderer Kreaturen ausgleichen lassen. So erhalten sie unterschiedliche Eigenschaften und Persönlichkeiten, die für sie nicht immer förderlich sind. Wenn ein Dino, der normalerweise eher in der Gruppe mit anderen lebt, ständig aggressiv ist, sich und andere verletzt, dann gilt es, hier eine Lösung zu finden. Und in Zukunft beim Heranzüchten auf diese Aspekte zu achten.

Die Stars und Schwächen von Jurassic World Evolution 2

Die Stars der Show möchten natürlich von den Leuten gesehen werden, die euren Park besuchen und Geld dalassen - exakt darum dreht es sich ja am Ende immer. Es gibt nun vier verschiedene Arten von Besuchern und Besucherinnen, sie alle haben jeweils eigene Vorstellungen und Wünsche. Wer mehr auf ein Abenteuer aus ist, sucht nach gefährlicheren Dinosauriern und Attraktionen, die Luxusgäste möchten dementsprechend verwöhnt werden. Wo ihr in einem Planet Coaster aber eher auf die detaillierten Wünsche der Besucher und Besucherinnen eingeht, sind es mir mehr die Dinos, um die ihr euch kümmert.

Die Besucher- und Gestaltungs-Seite eures Dino-Parks lässt noch immer ein wenig zu wünschen übrig, auch wenn ihr euch im Sandbox-Modus richtig austoben und nach Lust und Laune bauen könnt. Die Dinos benötigen wiederum Nahrung, Wasser und für sie passendes Terrain, wenngleich Frontier hier nicht ganz konsequent agiert, denn das Klima spielt offensichtlich keine Rolle - jedes der Urzeitmonster kommt prima überall zurecht. Aus Planet Coaster kennt ihr es zum Beispiel, dass ihr Preise für Tickets oder Imbissbuden individuell festlegen könnt, hier geht so was nicht. Ob ihr das jetzt vermisst oder nicht, liegt an euch, für mich gehört's zu einem solchen Spiel eigentlich dazu.

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Die Dinos sind erneut die Stars in Jurassic World Evolution 2.

So bleiben eure Mitarbeiter eher gesichtslos und treten hinter die Dinos zurück. Allein bei den Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen solltet ihr aufpassen, denn wenn die überarbeitet und unzufrieden sind, ist es möglich, dass sie versuchen, euren Park zu sabotieren. Angesichts dessen, dass sie sich um viele Aspekte eures Parks kümmern, erscheint es sinnvoll, dass sie mehr Beachtung bekommen. Aber wie zuvor erwähnt, wäre ein etwas tiefgreifenderes Management bei den restlichen Beschäftigten sowie Besuchenden ebenso wünschenswert.

Weiterhin eher spärlich fällt die individuelle Anpassung eures Parks aus. Liegt's an der Lizenz? Ein Planet Zoo oder Planet Coaster haben hier deutlich mehr zu bieten an unterschiedlichen Varianten und Möglichkeiten zur Individualisierung. Bei den Essensständen sieht das im Grunde schon vernünftig aus, andere Gebäude hingegen lassen noch zu wünschen übrig. Das führt dann dazu, dass sich am Ende doch irgendwann alle Parks recht stark ähneln. Es ist ja nicht so, dass Frontier nicht wüsste, wie man es machen kann. So ist es einfach schade und schränkt euch in puncto Kreativität und Abwechslung nur ein.

Jurassic World Evolution 2 Test - Fazit

Das sind aber alles Punkte, über die sich hinwegsehen lässt. Tut ihr das, findet ihr hier schon eine Weile lang Spaß am Spiel. Jedenfalls so lange, bis euch die immer gleichen Parks ein wenig anfangen zu nerven. Und die schick animierten Kreaturen halten auch Dino-Fans nicht auf ewig bei der Stange. Prinzipiell steckt hier was Gutes drin, aber auch im zweiten Teil gelingt es Frontier noch nicht - ob nun aufgrund der Lizenz oder warum auch immer -, das volle Potenzial von Jurassic World Evolution zu entfalten. Was schade ist, denn ich mag Dinos. Und die Filme. Umso tragischer, dass Jurassic World Evolution 2 zwar kurzweiligen Spaß bieten kann, aber langfristig setzen sich dann doch eher andere Park-Sims als die dominanteren Genrevertreter durch und fesseln länger vor den Bildschirm.

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Über den Autor:

Benjamin Jakobs

Benjamin Jakobs

Leitender Redakteur News  |  f1r3storm

Seit 2006 bei Eurogamer.de und spielt hauptsächlich auf Konsolen. Mag Sci-Fi, Star Wars UND Star Trek. @f1r3storm auf Twitter.

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