MAG

Künstliche Intelligenz, menschliche Dummheit

Beim Test von MAG stellt sich eine einfache, aber entscheidende Frage: Bewerte ich das Konzept eines Spiels oder die Realität auf den Servern? Die Antwort darauf ist nicht einfach. Fest steht, dass der Titel dem simplen Namen "Massive Action Game" mit einem gewaltigen Anspruch ins Rennen geht, nämlich der Realisierung von 256-Spieler-Gefechten. Das wiederum erfordert von jedem Kämpfer genug Enthusiasmus und vor allem Intelligenz, um sich in die Kommandostruktur einzuarbeiten. Diese ist aufgeteilt in Platoons mit 32 Spielern, Squads mit acht Spielern und wird angeführt von höherstufigen Soldaten. Ab Level 15 geht es los. Und dabei ist es von entscheidender Bedeutung, diese riesigen Misthaufen zu koordinieren. Eine wirklich epische Aufgabe.

Denn nicht nur bei der Anzahl der Spieler setzt MAG Zeichen. Auch die Struktur der Missionsziele und Gameplay-Modi ist beeindruckend und bringt selbst ArmA-Veteranen ins Schwitzen. Zum Beispiel gilt es bei „Aquisition“, zwei spezielle Fahrzeuge zu stehlen, die sich tief in der feindlichen Basis befinden. Geschützt durch Gatling-Geschütze, Artilleriestellungen, massive Tore und Abwehrfahrzeuge, prallen unkontrollierte Angriffe an der Verteidigung wirkungslos ab. Wer schon mal Enemy Territory gespielt hat, kann sich in etwa vorstellen, was einen erwartet. Wenn hier das angreifende Team nicht perfekt zusammenarbeitet und den Anweisungen der Anführer folgt, verstreichen die 30 Minuten ohne dass auch nur eine Missionsziel erreicht wird.

Doch wie bekommt man Ego-Shooter-Egoisten dazu, Befehlen zu folgen und ihre Aufgabe zu erfüllen? Ganz einfach, man bietet ihnen für die Vollendung der selbst erstellten Mini-Missionen Extra-Erfahrungspunkte an, die sie zum Aufmotzen und Verschönern ihrer Spielfigur nutzen können. Ein einfacher, aber effektiver Gameplay-Kniff, der über weite Strecken recht gut funktioniert. Doch was ist, wenn die eigentlich Anführer selbst auf dem Egotrip sind? Im Idealfall wird ein schlechter Boss einfach abgesetzt. Auf dem Schlachtfeld sind die meisten Kämpfer aber so mit dem Überleben beschäftigt, dass ein Kickvote oft ins Leere läuft. Ein Desaster, das schon mal die Niederlage bedeuten kann.

Aber es gibt auch positive Beispiele, die durch eine geschickte Aufgabenverteilung und geschickt agierende Untergebene eine verloren geglaubte Schlacht noch einmal herumreißen können. Genau in diesen Momenten entfaltet MAG sein ganzes Potential. Gemeinsam mit bis zu 128 Spielern das letzte Aufgebot des Gegners zu stürmen, während um einen herum die Granaten explodieren und der eigene Tod unwichtig wird, ist ein einmaliges Erlebnis, das auf eine ganz besondere Art und Weise fast ein Plädoyer für den Frieden ist.

Ein Zustand, den die Menschen des Jahres 2027 schon lange nicht mehr erlebt haben. Umweltverschmutzung, Kriege und Seuchen haben das Leben auf der Erde zur Hölle gemacht. Drei gewaltige PMCs, die klassisch militaristischen Valor, die im Terror-Look auftretenden SVER und die hochtechnisierten Raven, prügeln sich wie wilde Hunde um die Überreste. Dabei geht es um Gebiete, Eroberungen oder um das simple Auslöschen der Gegner. Nachdem ihr euch für eine Seite entschieden habt und diese bis Level 60 nicht ändern könnt, werdet ihr erst einmal durch ein kurzes Training gejagt. Springen, Ballern und Nachschub abgreifen, dass Übliche eben.

Gleich im zweiten Schritt geht es in ein erstes Team-Deathmatch-Gefechte mit 32 Spielern. So lernt ihr den Umgang mit den Waffen, macht euch mit dem Bewegungssystem und den unterschiedlichen Ausrüstungen vertraut. Klar definierte Klassen gibt es nicht. Stattdessen könnt ihr eigene Kombinationen zusammenstellen. Nur begrenzt durch die Zuladung, die wiederum auf eure Geschwindigkeit Einfluss nimmt, könnt ihr einen blitzschnellen Scout mit Maschinenpistole und leichter Panzerung oder einen schweren Waffenspezialisten mit Maschinengewehr und Raketenwerfer zusammenbasteln . Wie bei Modern Warfare 2 bekommt ihr für jede hilfreiche Aktion und für jeden Abschuss Erfahrungspunkte. Mit jedem Level vergebt ihr Skillpunkte, die eure Fähigkeiten verbessern, neue Anbauteile oder frische Waffen freischalten. Die hohe Anpassbarkeit der Spielfigur mit Frisur, Farbschema und Kleidung erinnert dagegen an den Quasi-Vorgänger SOCOM: Confrontation.

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Kristian Metzger

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