Publisher zieht Ankündigung des "FMV-Thrillers" Gamer Girl nach Kritik zurück

Nachdem man das Spiel zuerst noch verteidigte.

Nachdem Publisher Wales Interactive einen neuen "FMV-Thriller" namens Gamer Girl ankündigte, hat das Unternehmen diese Ankündigung nach viel Kritik mittlerweile wieder zurückgezogen.

Ihr solltet in Gamer Girl den Chat-Moderator einer aufstrebenden Streamerin namens "Abicake99" spielen. Eure Aufgabe wäre dementsprechend, Kommentare in ihrem Stream zu moderieren, gutes Verhalten zu belohnen und Trolle zu sperren. Ebenso ging es darum, ihre Abonnentenzahlen zu erhöhen und Likes zu bekommen.

Gleichzeitig ist ihre Freundin Becky unter mysteriösen Umständen verschwunden und auch ihr droht Gefahr durch einen Unbekannten, der sich im Chat ihres Kanals verbirgt.

Was an sich nicht nach dem schlimmsten Konzept ever klingt, aber ein paar merkwürdige Dinge gab es dann doch, zum Beispiel dass die Streamerin euch nach kurzer Zeit ziemlich wichtige Entscheidungen in ihrem Leben treffen lässt.

Andere kritisierten, dass der Trailer (siehe unten) Streamerinnen verhöhne und von den Belästigungen und traumatischen Erfahrungen profitieren möchte, mit denen Frauen im Internet zu kämpfen haben. Vor allem in Anbetracht der zahlreichen Vorwürfe wegen sexueller Belästigung in jüngster Zeit erschien es nicht wie der beste Zeitpunkt für so ein Spiel.

Anfangs verteidigte der Publisher das Spiel, bevor man den Trailer von YouTube sowie den Blogeintrag und auch das Press Kit entfernte. Das Ziel des Spiels sei, "das Problem der toxischen Umgebung anzusprechen, die sich häufig online hinter der Anonymität eines Benutzernamens zeigt".

"Gamer Girl wurde von Alexandra Burton mitgeschrieben, der Hauptdarstellerin, die das gesamte Drehbuch improvisierte", heißt es. "Die Recherche zu den Streaming-Inhalten von Gamer Girl dauerte vier Jahre und das Entwicklerteam von FMV Future interviewte Dutzende weiblicher Streamer, von denen die meisten online Missbrauch verschiedener Art erlebt haben - einige haben sogar ihre Erfahrungen während der Interviews innerhalb des Spiels geteilt. Online-Missbrauch ist real und geschieht immer noch jeden Tag - Gamer Girl versucht, das Bewusstsein für dieses Problem zu schärfen."

Einige sahen darin das Potential zu einem trashigen Spiel im B-Movie-Stil, wenngleich das dann eher nicht den Absichten entspricht, die der Publisher nach eigenen Angaben mit dem Spiel verfolgt.

In der Ankündigung hieß es, das Spiel sei für September geplant. Ob es dabei bleibt, ist abzuwarten.

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Über den Autor:

Benjamin Jakobs

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Leitender Redakteur News

Seit 2006 bei Eurogamer.de und spielt hauptsächlich auf Konsolen. Mag Sci-Fi, Star Wars UND Star Trek. @f1r3storm auf Twitter.

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