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Alt+F40: 5 legendäre Spiele, die mich komplett kaltlassen – und Immortality beweist: in FMV steckt noch viel Leben

Folge 54: Ein Geständnis. Oder besser: Fünf.

Sorry, wenn ich schreie, aber HEY! ALLES GUT!? Wo wart ihr die ganze Zeit? Okay, schlechter Scherz, von einem, der erst Urlaub, dann mit der ganzen Familie Corona und bis zuletzt einen schweren Fall von Sommerloch-Inspirationslosigkeit hatte. Ich meine, verpasst haben wir nicht viel. Die Dingsda war – wie hieß sie noch mal? – die gamescom! Sie kam und ging, ein paar nette Spiele waren dabei, aber hätten wir sie vermisst, hätte sie nicht stattgefunden?

Ansonsten war es spielerisch ein netter Sommer, der im Grunde nur von der allgemeinen Weltlagen-Depression gedrückt wurde. Aber hey, wenn wir schon untergehen, dann tun wir das auf jeden Fall bestens unterhalten oder zumindest gut beschäftigt. Stray, Two Point Campus, Cult of the Lamb, Rollerdrome, Hard West 2, Xenoblade 3, South of the Circle, Splatoon 3 und jetzt ist plötzlich Herbst, der garantiert genug Stoff zum Zocken nachliefert. Wenn man sich denn den Strom leisten kann, und nicht zu sehr friert, um reglos und nur die Daumen bewegend auf der Couch zu daddeln. Also: So finster es gerade auch aussieht, so sehr freue ich mich doch, wieder mit euch zu kleinen, großen und oft auch persönlichen Themen durch die Woche zu gehen. Tapfer bleiben. Weiterspielen!

Inhalt


5 Hits, die ich nicht mag – Karriereselbstmord-Edition

Okay, das wird lustig. Vorweg und für die, die vielleicht zum ersten Mal hier dabei sind: Natürlich verurteile ich niemanden, der diese, oft zu Recht und auch auf dieser Seite hoch bewerteten Games liebt. Es geht darum, was mich daran stört und wo ich von ihnen abpralle, obwohl ein Alles-Spieler wie ich sie auf dem Papier eigentlich verschlingen sollte. Gut, das wäre geklärt, auf geht’s ins Hornissennest.

Red Dead Redemption 2 / Grand Theft Auto

Fängt gut an, wenn sich man gleich zu Anfang nicht auf eines von beiden einigen kann, nicht wahr? Aber im Grunde ist mein Problem hüben wie drüben ein Ähnliches. Ich habe sehr viel Zeit in beide dieser Universen gesteckt und schätze sie für die handwerkliche und künstlerische Qualität, die allein in vermeintlich trivialen Details steckt. Ich habe sogar viele, viele Artikel darüber geschrieben, was so gut an der Art ist, wie Rockstar seine Welten baut. Man muss nur in Liberty City auf dem Gehsteig stehen und die Augen schließen, um ein phänomenal gutes Gespür für den Raum zu bekommen, der einen umgibt. Solche Sachen eben, oder die den Horizont streichelnden Scheinwerfern, denen man oft so fernwehleidig hinterherstaunt. Das sind Dinge, die passieren nicht von selbst und sprechen für bahnbrechende Liebe zu kleinen, aber immens wichtigen Dingen, die die Werke dieses Studios bisweilen wie Zauberei wirken lassen. Diese Welten sind ohne Zweifel moderne Meisterwerke, auch die Geschichten haben ein paar fantastische Momente parat.

Panoramen zum Schwelgen. Aber das ist auch schon alles, wozu ich in diesen Spielen Lust habe.

Das ändert nichts daran, dass der Kern dieser Spiele mir selten klassisch Spaß bereitet. Entweder mir geht der Zynismus der GTAs schlimm auf den Keks, die allgemeine Schlechtigkeit der Menschen in beiden dieser Spiele oder die Schießereien in Red Dead werden so trivial und Hau-den-Maulwurf-mäßig, dass es regelmäßig meine Cowboy-Romantik mit einem Rambo-Stirnband erdrosselt. Dazu hüben wie drüben lange Fahrt- oder Reitwege, die als Gameplay herhalten sollen und wir haben zwei Spiele-Universen, die mich zwar regelmäßig 20, 30 Stunden zum Gast haben und mir unvergessliche Momente schenken, die mich fast immer irgendwann auf Nimmerwiedersehen verlieren. Wird das Ende halt auf Youtube angeschaut. Aber hey, es könnte schlimmer sein. Wenn ich so etwas über Red Dead und GTA sage, könnt ihr euch ausmalen, was für Chancen gerade Open Worlds mit weniger Ambitionen bei mir haben. Da setzt es meist schon Alt+F4, wenn ich mich das erste Mal in ein Auto setzen muss…

Destiny 2

Ich weiß, "Looten und Leveln, das muss drin sein in 'nem Spiel". Aber es muss in meinem Fall wohl am Alter liegen, dass mich der Erwerb immer mächtigerer Ausrüstung als zentrales Spielelement einem Freizeitstress unterwirft, auf den ich lieber verzichten würde. Auch Destiny steht hier nur stellvertretend für Games von Borderlands bis Diablo. Aber bei Destiny tut es mir am meisten leid, weil mir gefällt, wie die Welt aussieht, wie sie angelegt ist und wie sich die Gefechte anfühlen. Das ist alles fantastisch gemacht. Aber sobald ich in erster Linie wieder Werte vergleiche und über Droprates nachdenke, fällt die Illusion eines gehaltvollen Sci-Fantasy-Universums für mich restlos auseinander.

Was stimmt denn nicht mit uns, dass uns in solchen Welten am meisten interessiert, wo es zum nächsten Schießeisen geht, das ein paar Punkte besser ist als das letzte?

Ich bin einfach kein Zahlenmensch, der Spaß darin findet, das Optimum auszuloten. Stattdessen bin ich jedes Mal traurig, wenn ich eine Waffe, die mir gefällt, ausmustern muss, weil sie nicht das maximal rechnerisch Machbare darstellt. Ich weiß, es liegt auch an mir, genau das eben nicht zu tun, und PvE-Erlebnisse sind da verzeihender, aber wenn man nicht komplett alleine spielen will, kommt man trotzdem schnell unter Zugzwang. Und wenn ich ehrlich bin, hat eine Welt, die bei aller visueller Magie am Ende doch nur für die Zahlen existiert, von vorneherein verloren.

Skyrim / Fallout

Noch so eine Doppelnennung, aber es ist schon klar, dass diese beiden vom selben Zwirn sind. Das letzte Mal, dass mich eine der Bethesda-RPGs begeistert hat, war Oblivion und das lag in erster Linie daran, dass es Anfang 2006 war und damals einfach in dieser Technik bahnbrechend. Der Gedanke, einen Ring auf dem Gipfel eines Berges fallen zu lassen und ihn theoretisch irgendwann unten im Tal wiederfinden zu können, falls er nicht irgendwo hängenblieb, verzauberte mich seinerzeit. Seither potenzierten sich aber die Probleme mit dem Creation-Engine-Strickmuster für mich nur immer mehr.

Baby entführt? Das muss warten, denn unter einem T-60 gehe ich nicht aus dem Haus!

Welten, die zwar interessant sind und die zu bevölkern Spaß macht (49 Stunden in Fallout 4, das ich am wenigsten von allen dieser Spiele mochte), die sich aber im Kleinklein von Mülltonnendurchwühlen, Schlösserknacken und Inventarmanagement verlieren. Bethesdas Marke RPG hat für mich bisher keinen Weg gefunden, sein erzählfreudiges Rollenspiel mit seinen immensen Freiheiten befriedigend zu vereinen. Story und Spiel liefern sich fast immer ein Tauziehen, bei dem ich oft nicht weiß, an welchem Ende der Strippe ich stehen und zerren soll. Dass weder der Shooter Part eines Fallout noch der Nahkampf eines Skyrim zu den besten dieser Disziplinen gehört, zeigt mir dann, dass auch diese Klassiker wohl einfach nicht für mich gemacht waren.

Final Fantasy ab 8 aufwärts

Klar, Final Fantasy 7 auf der ersten PlayStation feierte jeder von uns damals, weil es technisch und künstlerisch bahnbrechend war und auch der achte hatte für mich noch so seine Momente. Aber unterm Strich lebten sich Final Fantasy und ich schon mit dem ersten Schritt gen 3D sukzessive auseinander. Schwer zu sagen, woran es lag. Natürlich ist ein Grund sicher auch darin zu finden, dass die Designer irgendwann dachten, dass die Menge der Schichten eines Charakters vor allem in Gürteln gemessen wird. Aber in erster Linie ist der Grund wohl bei mir selbst zu finden.

Für mich steckte hier mehr Charakter drin. Ich muss es wissen, ich habe ihn mit meiner eigenen Fantasie selbst reingepackt. Ist nicht fair für Final Fantasy, das von einem Teil auf den anderen einen gewaltigen Satz wagte. Für genügend Leute hat es ja auch funktioniert, was ich schön finde. Kein Problem, wenn wir getrennte Wege gehen.

Als ich einst den Kopffüssler-Figuren und handgepixelten Szenen verfiel, musste meine eigene Fantasie regelmäßig in Vorleistung gehen, um mir die epochalen Konflikte etwa eines FF6 vor meinem inneren Auge visuell auszupolstern. Die optisch konkreteren modernen Final Fantasys nehmen mir diese Arbeit ab. Damit hat heute natürlich vom Hüpfer bis zum Shooter jedes Spiel zu kämpfen, dessen Prinzip damals mit nur wenigen Pixeln umsetzbar war (und zum Beispiel mit dem Look der New Super Mario Bros. hatte ich so meine Problemchen). Aber das Design von Final Fantasy zielt in der Praxis immer häufiger an meinen persönlichen Gestaltungssensibilitäten vorbei. Der Hang zum Pomp und Kitsch, dem sich die Spiele immer wieder ergeben – und der ja auch seine Freunde hat – kam in meiner Vorstellung dieser Welten einfach nicht vor. Das Resultat ist einfach nichts für mich. Hey, Square, wie wäre es, wenn ihr euren jüngeren Final Fantasys als Demakes nach Art von Dragon Quest XI S? Dann könnte es vielleicht wieder etwas mit uns werden!

Starcraft

Hier wären wir schon wieder bei der Tatsache, dass ich es mit Mathe nicht so habe und einfach kein Min-Maxer bin. Traurig ist es vor allem deshalb, weil Echtzeit- und Aufbaustrategie prinzipiell liebe, seit ein Sandwurm das erste Mal meinen Spice-Harvester in Dune 2 auf dem Amiga fraß. Später dann haben wir Command and Conquer 2 auf vernetzten PlayStations und später im Internet rauf und runter gespielt und noch heute mag ich es online sehr. Thematisch lagen mir Warcraft und Starcraft sogar noch etwas mehr und was Blizzard mit den Einheiten und der Story anstellte, fand ich immer fantastisch. Ich könnte mich stundenlang in dieser Lore verlieren. Sobald es aber Richtung Starcraft im Netz ging, sportelte es mir so sehr, dass ich jedwede Lust daran verlor. Statt des Aufbaus cooler Basen gehen diese Gefechte mit der Leidenschaft und maschinellen Präzision einer Tabellenkalkulation vonstatten und das hat für mich mehr von Arbeit als von allem anderen.

Sagt ihr mir, wo vorn und wo hinten ist..

So, das wären auch schon meine fünf Spielelegenden und ihre speziellen Eigenarten, die mich wie mit spitzen Ellbogen und rausgehaltenen Schultern auf Abstand halten. Was sind ein paar Klassiker, mit denen ihr auf-Teufel-komm-raus nicht warm werdet?


Das Wichtigste der Woche KW 36, Alex Edition

In der Rotation: Bei Better Call Saul bin ich mittlerweile tief in die 5. Staffel vorgedrungen und bin jedes Mal traurig, wenn es von Jimmy-und-Kim-Anwaltsgeschichten auf die Kartell-Schiene umschwenkt. Die ist natürlich auch gut gemacht, aber etwas in mir wünscht sich innig einen Matlock-Verschnitt mit diesen Figuren, bei dem ich nicht traurig wäre, wenn er niemals aufhörte. Staffel drei von Barry nehme ich ebenfalls bald in Angriff. Ich habe keine Ahnung, wie der Gute aus dieser Klemme wieder rauskommen will. Spielerisch beschäftigen mich gerade das Taktik-Adventure Sunday Gold – Test kommt nächste Woche – und NBA 2k23, das in der Jordan-Edition auf jemanden, der wie ich in den Neunzigern seine Liebe zu Basketball entdeckte, leider verdammt anziehend wirkt…


Musiktipp der Woche: Es ist eh nicht mehr meine Musik, aber nachdem mich die neue Machine Head richtiggehend schockiert hat, dass das 28 Jahre alte Debüt in allen Belangen moderner und kompromissloser klingt als die wütend, aber gelangweilt dahinpalavernde Metal-Beliebigkeit von *seufz* "Öf Kingdom and Cröwn", war ich schnell wieder in mir mittlerweile vertrauteren Klanggefügen zurück. Also gab’s wieder die endlich die neue Julia Jacklin rauf und runter. Der Track I Was Neon war schon in Folge 49 mein Tipp der Woche, aber jetzt ist halt das Album da und das ist, na ja, ziemlich stark, nicht so leicht auf einen Stil festzunageln und trotzdem sein eigenes, kohärentes Ding. Und weil man nach meinem Dafürhalten eine Scheibe immer gut an ihrem letzten Track messen kann, setzt es hier der bittersüß dahin gehauchte Abschiedsgruß End of a Friendship.


Höhepunkt der Woche: Ich dachte ja die längste Zeit, FMV-Spiele hätten allesamt ein sehr niedrig gedeckeltes Potenzial. Ich dachte das sogar lange genug, um Sam Barlows Her Story und Telling Lies an mir vorüberziehen zu lassen. Und jetzt hänge ich in seinem neuen Spiel, Immortality, schon seit Stunden an den Lippen einer auf geheimnisvolle Weise verschwundenen Schauspielerin und klopfe Archivmaterial ihrer drei (allesamt unveröffentlichten) Filme nach Hinweisen ab, was mit ihr geschehen ist. Gott, ist das gut: Vom Produktionsdesign, das die Zeitperioden der Filme exzellent verkauft – die Streifen entstanden 1968, '72 und '99 – über die unverschämt guten und oft an die Schmerzgrenze gehenden Darsteller bis hin zu den authentischen Produktionsszenen, bevor der Regisseur "Action" ruft oder nachdem die Klappe fällt. Auch sie werden regelmäßig mit eingefangen und geben Hinweise, was passiert ist und wie die Figuren zusammenhängen.

Und während ihr Immortality so anglotzt, glotzt es manchmal zurück, dass einem das Herz in die Hose rutscht.

Dazu muss man sagen, dass das Spiel lange Zeit sehr vage bleibt – ich bin noch nicht durch und nicht sicher, wie konkret das überhaupt noch werden kann – und eigentlich nur seine einfache Mechanik ein wenig erklärt. Ihr schaut Archivmaterial aus den Filmausschnitten, Talkshow-Auftritten und Casting-Proben an, spult in beliebiger Geschwindigkeit vor und zurück und klickt auf Gegenstände oder Personen, die euch auffallen, um von dort zu einer Szene mit etwas zu gelangen, was dazu passt. So schaltet ihr nach und nach immer mehr Takes frei, die euch wieder zu einer Reihe von weiteren Szenen tragen. Oft genug ist es einfach derselbe Schauspieler beziehungsweise dieselbe Schauspielerin in einem anderen Film, manches Mal gibt es bei der Manipulation des Materials aber wahnsinnig unheimliche A-Ha-Effekte.

Mehr will ich dazu eigentlich nicht sagen, aber es fühlt sich schon reichlich daneben an – auf die gute Art –, sich tief mit der Nase über diese Filmrollen zu beugen und den Beteiligten tief in die Abgründe zu blicken. Irgendwie intim, falsch und gefährlich, hat man stets das Gefühl, dass dieses Geheimnis besser ungelöst bleibt. Faszinierend – im Game Pass enthalten und mit 17 Euro auch ansonsten nicht zu teuer.

Point and Clicks dürften gerne öfter so gruslig sein, wie The Excavation of Hob's Barrow.

Ach, und mit The Excavation of Hob’s Barrow ist ein neues Horror-Point and Click von Wadjet Eye bei mir eingetrudelt, von dem ich nach 10 Trailer Sekunden wusste, dass ich es spielen muss. Test kommt Ende des Monats – und das ist gut so. Mit solchen Titeln lasse ich mir gerne Zeit.


Mittelpunkt (!?) der Woche: Wie vermutlich viele von euch, versuchen auch wir, bewusster mit Energie umzugehen. Im Heimbüro fing ich an und habe meinen Laptop für den Betrieb am Schreibtisch und Monitor klargemacht, damit der für Office-Aufgaben überdimensionierte Rechner nicht umsonst läuft. Ist ja nicht so, dass man wirklich täglich die Pferdestärken bräuchte. Auch wird Abends jetzt jedem Standby der Strom abgestellt, nachdem die PS5 ohnehin bei gefühlt jedem zweiten Gang in den Ruhemodus komplett abstürzt (passiert da noch mal was, Sony?). Außerdem habe ich die Schönheit und Praktikabilität von One-Pot-Gerichten erkannt und weiß seither, dass Nudeln schon bei 82 Grad heißem Wasser weich werden. Dauert nicht einmal länger, weil man mit weniger Wasser arbeitet. Irgendwie auch ganz nett und eigentlich überfällig, sein Verbrauchsverhalten zu hinterfragen und prüfen. Schade, dass es aus einem bitteren Grund geschieht. Fühlt sich trotzdem gut an. Mal schauen, ob mir bei der kommenden Energiekostenfestetzung nicht trotzdem zum Heulen zumute ist.


Tiefpunkt der Woche: Weil die vorvorletzte Woche so mies war, hallt sie bis heute nach und vermiest uns immer noch die Tage gerade: Der Hinterreifen von unserem Lastenrad ist geplatzt – und eine Art Sonderausführung. Sprich: Man kann ihn nicht einfach in jedem beliebigen Fahrradladen nachkaufen. Wäre nicht so schlimm, hätte der Hersteller nicht gerade massive Lieferprobleme bei den Reifen. Und so sitzen wir jetzt hier und haben keine Ahnung, wie wir die Kinder damals von A nach B bekommen haben. Man gewöhnt sich wahnsinnig schnell an diesen logistischen Luxus. Ich vermisse diesen Drahtesel wirklich und hoffe, das Ersatzteil liegt bald vor der Tür.

Ich werde den Gedanken an dieses Spiel wohl immer lieben. Aber spielen werde ich es wohl nie mehr.

Ach, und dann habe ich noch versucht, mal wieder DayZ zu spielen und muss sagen, dass es mich in meinen Grundfesten erschüttert hat, wie sehr ich von diesem Spiel abgeprallt bin, das ich einstmals vergöttert habe. Aber irgendwann zwischen jetzt und 2013 muss der Jank-Zug wohl ohne mich abgefahren sein. Seither verspüre ich auch eine starke Abneigung gegen Spiele, die von mir erwarten, dass ich selbst fürs Entertainment sorge und so regelmäßig dreiviertelstundenweise meine Lebenszeit verschwenden. Wer weiß, wie mich dieses Spiel geprägt hat, versteht vielleicht, wie traurig eine solche Erkenntnis machen kann. Es gab Zeiten, da wollte ich nichts anderes spielen, als diesen schraddeligen, permanent kaputten Überlebenstrip. Und machte dabei oft genug die Nacht zum Tag. Aber heute? Movement und Aiming aus der Hälle, Städteweise nichts von Bedeutung und dann plötzlich beim Beerenessen tot umfallen, weil jemand anderes zuerst die Pistolenmunition fand… klingt für mich wie eine Drohung. Ade, DayZ, aber danke für alles!

Hat euch vermisst.
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Alexander Bohn-Elias

Stellv. Chefredakteur

Alex schreibt seit 2001 über Spiele und war von Beginn an bei Eurogamer.de dabei. Er mag Highsmith-Romane, seinen Amiga 1200 und Tier-Dokus ohne Vögel.

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