Asura's Wrath

Der Finger Gottes

Erinnert sich hier noch jemand an das außerordentlich bekloppte God Hand? Ein Prügeltitel aus dem Hause Clover Studios, in dem ihr einen mit göttlichen Händen gesegneten Super-Kämpfer spielt, der sich einem übermächtigem Dämonen stellen muss. Vertrieben von Capcom, ist God Hand auf der PS2 so ziemlich das Abgefahrenste, was man aus Japan bekommen kann.

Action, Charaktere und Story bewegten sich so fernab jeder Konventionen, dass man sich abwechselnd vor Lachen in die Hose machte beziehungsweise den Kopf gegen die nächste Tischplatte hauen wollte. Technisch unterirdisch, aber mit einer so großen Portion Charme, dass es für japanophile Videospieler zum Pflichtprogramm wurde. Auch heute noch.

Und nein, Asura's Wrath ist nicht der direkte Nachfolger, steht aber, was Thematik und Game-Mechanik angeht, ganz in der Tradition dieses Ausnahmetitels und wurde vom Producer selbst in die gleiche Schublade gesteckt. Ihr spielt einen Halbgott namens Asura, der seine Tochter Mithra vor den sieben Göttern retten muss und dabei die Erde in ein Kriegsgebiet verwandelt. Stellt euch God of War vor, nur größer, viel größer. Selbst verbannt und eingekerkert hat Asura in der Gefangenschaft gelernt, seine Wut zu kanalisieren und so zu einem übermächtigen Kämpfer zu werden, der im Notfall mit satten acht Armen Raumschiffe vom Himmel holt und eben sogar Göttern mit seinen blanken Fäusen den Arsch versohlt.

Los ging es bei der E3-Demo mit einer fast konventionellen Prügel-Szene, in der sich Asura ein wenig wie Kratos oder Naruto steuert, der letzte Held des Entwicklerstudios CyberConnect2. Bevor ihr auf den ersten Gott trefft, verprügelt ihr erst einmal ein paar Schergen. Grafisch ganz nett, aber auch nicht überragend in Szene gesetzt und mit einem ungewöhnlichen Design irgendwo zwischen Street Fighter IV und God of War gesegnet, haut ihr mit schnellen und starken Attacken kleine Fieslinge zu Matsch. Umstellen müsst ihr euch nur bei der Reichweite. Ohne Waffen ist es nötig, deutlich näher an die Gegner ranzugehen, um sie mit euren Super-Fäusten zu besiegen.

Ansonsten setzt ihr wie bei der Konkurrenz Kombos ein, ballert mit Energieblitzen um Euch und blockt immer wieder mit Quick-Time-Aktionen besonders fiese Attacken. Wie bei Heavy Rain gilt dabei, nicht nur bunte Knöpfe zu drücken, sondern eben auch im richtigen Moment die Sticks zu bewegen. Das wirkt nicht nur natürlicher, sondern sorgt auch für Abwechslung. Was gerade später dringend nötig ist, denn die letzten 90 Prozent der ca. halbstündigen Demo bestehen aus einem einzigen Endgegnerkampf. Und ja, dabei wird fast die Erde entzweigebrochen.

Am Anfang ist aber alles noch recht harmlos. Der erste Gott mit einer gewaltigen rechten Metallpranke stellt sich euch auf Augenhöhe. Ihr umkreist ihn, blockt seine Attacken und zieht ihm so nach und nach seine Lebensenergie ab. Ab und an gilt es, mitten im Gefecht besonders harte Attacken mit dem Quick-Time-Knopf abzublocken, auch dass fühlt sich natürlich an und macht in dem Zusammenhang auch Sinn. Doch statt einfach aufzugeben, plustert sich euer Gegenüber nach dem ersten K.O. kräftig auf und setzt eurer Wut blanke Gewalt entgegen. Locker 80 Meter hoch, springt der Koloss in die Höhe und rammt Asura mit seinem dicken Arsch unsanft ins Erdreich. Das sieht wirklich nach einem unschönen Game Over aus.

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Kristian Metzger

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