Star Wars: The Old Republic - Vorschau • Seite 2

Die Story wird mit dir sein

Das Kampfsystem entspricht dem üblichen Genre-Standard: Gegner anwählen, Charakter grob ausrichten, Zahlentasten hämmern, Beute einsammeln, wiederholen. Die Respawnraten waren hoch genug, um auch mehrere Kämpfer in einem Gebiet mit ausreichend Feinden zu versorgen - wenn man mal vom Beta-Wochenende absah, an dem in den Anfängergebieten gefühlt mehr Spieler als NPCs den Blaster schwangen. Um geklaute Beute muss man sich dabei dankbarerweise nicht sorgen, da jeder Held sein eigenes Loot bekommt.

Ja, das klingt jetzt alles nicht sonderlich prickelnd und hebt sich bei nüchternem Licht betrachtet kaum von dem ab, was man in anderen MMOs schon 1.000 Mal gesehen hat. Dank BioWare hat dieser Titel aber etwas, das sonst kein MMO in solchem Umfang besitzt: Eine wirklich spannende Rahmenhandlung. Und die macht praktisch alle Unzulänglichkeiten wett.

Star Wars: The Old Republic ist ein bemerkenswertes Beispiel dafür, wie man selbst durchschnittliche Grafik, mäßig abwechslungsreiche Quests und ein gewöhnliches Kampfsystem verzeihen kann, sobald Handlung und Setting einen mitreißen. Jede Klasse hat ihre ganz individuelle Hintergrundgeschichte. Da gibt es Liebe, Hass, Verrat, Mitleid, komische Momente, schwierige Entscheidungen und interessante Wendungen. Während der komplett vertonten Dialoge habt ihr regelmäßig verschiedene Antwortmöglichkeiten, wie man das aus anderen BioWare-Titeln wie Mass Effect und Dragon Age kennt.

Manchmal hat eure Replik scheinbar keine besonderen Konsequenzen, manchmal treibt sie die Handlung voran, manchmal bekommt ihr Punkte für eure dunkle oder helle Seite gutgeschrieben und nicht selten haben eure Aktionen Auswirkungen auf die Zuneigung des Gefährten an eurer Seite. Die deutschen Synchronisierung ist ordentlich, kommt aber nicht ganz an die Qualität der englischen Originalfassung heran. Trotzdem ist es auch für deutsche Spieler eine Erleichterung, bei einem MMO einmal keine Lesebrille zu benötigen. In Zukunft darf man Entwicklern seitenlange Buchstabendschungel und langweilige Quest-Texte um die Ohren hauen - BioWare hat endgültig gezeigt, wie man es richtig macht.

Als Sith-Krieger tendierte ich natürlich besonders zu bösen Entscheidungen. NPCs betteln um Gnade? Mein Lichtschwert ist Antwort genug. Mit einem Feind verhandeln und einem Kampf aus dem Weg gehen? Keine Chance. Gefangene hätscheln oder foltern? Dreimal dürft ihr raten. Mit der Zeit wurde sogar die Haut meines Charakters grauer und von ungesunden Adern durchzogen, je weiter mein Held der dunklen Seite verfiel. Dafür konnte er dann bei einem speziellen Händler in der imperialen Flotte besondere Ausrüstung kaufen, die nur Charakteren mit einer bestimmten Gesinnung vorbehalten sind. Man könnte als Sith übrigens auch eine komplett helle Karriere hinlegen, ohne dabei zum Jedi zu mutieren. Interessant war zudem, dass selbst positive "Ausrutscher" in späteren Gesprächen mit den Vorgesetzten relativiert wurden. Die Autoren haben sich wirklich viel Mühe gegeben, euch ein möglichst befriedigendes Spielgefühl zu bescheren, auch wenn ihr euch mal "daneben" benehmt.

Ein weiteres Highlight sind eure Gefährten. Im Laufe eures Abenteuers schließen sich diese NPCs nach und nach eurer Crew an. Jeweils ein Begleiter kämpft an eurer Seite, während die anderen an Bord eures Schiffes Dienst schieben und über das Crew-Fenster eigene Missionen zugewiesen bekommen. Die Recken sind nicht nur im Kampf, sondern auch verbal sehr schlagfertig und haben öfter einen lockeren Spruch auf den Lippen - sei es unterwegs oder während eurer Dialogsequenzen. Ihre Zuneigung steht und fällt außerdem mit dem Ausgang dieser Gespräche.

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Über den Autor:

Frank Erik Walter

Frank Erik Walter

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Tagsüber arbeitet Frank als freier Journalist. Nachts jagt er seit 2010 flüchtige MMOs für Eurogamer.de und die MMO PRO. Skittles und Tetris sind sein Kryptonit.

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