Transformers: Untergang von Cybertron - Vorschau

Blechbüchsenarmee

Haltet von Michael Bays Transformers-Filmen halten, was ihr wollt, mir gefallen sie. Hin und wieder will ich mich einfach mal von erstklassiger Action und fettem Sound berieseln lassen und da kommen mir diese Filme gerade recht. Und sie sind mit ein Grund dafür, warum ich mich überhaupt erst in gewissem Maße für Transformers interessiere. Es wäre schade, wenn es nicht so wäre, denn dann hätte ich womöglich Transformers: Kampf um Cybertron verpasst, für mich eines der Überraschungsspiele des Jahres 2010.

Es kam aus dem Nichts, wurde mit vergleichsweise wenig Marketing bedacht und begeisterte damals nicht nur Kollege Metzger. Die gleichen Entwickler waren zwar zwischenzeitlich auch für das Spiel zu Transformers 3 verantwortlich, aber das vergessen wir am besten schnell wieder. Denn daran arbeitete wirklich nur eine kleine Gruppe der High Moon Studios, das Kernteam werkelt hingegen seit zwei Jahren an der Fortsetzung Transformers: Untergang von Cybertron, die ich mir kürzlich bei Activision angeschaut habe. Und wie der Name schon unmissverständlich klarmacht, richtet das Spiel seine Aufmerksamkeit auf den Fall der Heimatwelt der Transformers.

Die Entwickler versichern, dass man sich auch der Dinge bewusst ist, die im Vorgänger noch nicht so rund liefen, zum Beispiel sei der Spielablauf "nach einer Weile sehr repetitiv" geworden. Die Lösung für Untergang von Cybertron: Jeder spielbare Transformer soll sich einzigartig anfühlen, ein eigenes Spielgefühl vermitteln. Transformiert euch, wo immer ihr wollt, wann ihr es wollt und spielt so, wie ihr es für richtig haltet. Natürlich immer noch mit gewissen Einschränkungen, auch wenn man aus der Unreal Engine 3 das Bestmögliche beziehungsweise die größtmöglichen Maps herausholen will.

Dass ihr so vorgehen könnt wie ihr wollt, verdeutlicht man anhand eines Angriffs des Decepticons Vortex auf eine Verteidigungsstellung der Autobots in der Nähe einer Brücke. Der spielende Entwickler wechselt ständig mit einem simplen Knopfdruck zwischen den verschiedenen Formen - hier fliegend und laufend - und nimmt währenddessen gekonnt und ohne große Probleme die Feinde aufs Korn. Geschosse zischen durch die Luft, Gegner explodieren und eure Schockwellen schleudern Feinde umher. Es ist auf jeden Fall was los auf dem Bildschirm, während Vortex versucht, das Autobot-Transportschiff zu übernehmen. Gespielt wird weiterhin aus der Gears-of-War-ähnlichen Third-Person-Perspektive, ein Deckungssystem ist auch diesmal nicht vorhanden - wäre aber auch irgendwie unpassend.

An bestimmten Stellen des Spiels ist es sogar möglich, dass sich mehrere Transformer zu einem größeren Blechkameraden namens Bruticus zusammenschließen - wie es der Präsentator so schön ausdrückt: "One big ass Transformer". Der ist dann natürlich nicht nur entsprechend groß, sondern richtet auch ordentlich Schaden an, etwa mit einem Flammenwerfer, der sich über den Boden brennt, Deckung in die Luft jagt und Feinde gleich mit. Oder aber er nutzt den Rotor eines der zusammengeschlossenen Transformer gleichermaßen als Deckung und als Waffe, hält ihn vor sich und dadurch die Feinde auf Distanz.

Während der Präsentation zeigte man auch noch eine Reihe verschiedener weiterer Transformer, die eben verdeutlichen sollen, wie sehr sie sich voneinander unterscheiden und wie es sich auf das Gameplay auswirkt. Einer davon ist zum Beispiel Cliffjumper, einer der kleinsten Kämpfer im Spiel. Er kann sich tarnen und ist aufgrund seiner Größe entsprechend schnell und agil. Dadurch hat er unter anderem die Möglichkeit, Stealth-Kills auszuführen. Die Vorgehensweise dürfte hinlänglich bekannt sein: Tarnung an, von hinten anschleichen, Knopf drücken.

Allerdings macht man es euch nicht immer so einfach. Wichtig für die High Moon Studios war auch eine komplette Überarbeitung des KI-Systems, ebenso gibt es dazu neue Gegnertypen. Einer davon marschiert in aller Ruhe durch einen Abschnitt und scannt die Umgebung mit einem grünen Laser, der wiederum den getarnten Cliffjumper entdecken kann. Tut er das, wechselt er automatisch in den Kampfmodus und attackiert euch. Und solltet ihr euch irgendwo verstecken und erneut die Tarnung aktivieren, versucht er wiederum, euch erneut mit dem Scanner aufzuspüren.

Jazz besitzt unterdessen einen Greifhaken, mit dem er sich schnell zu Vorsprüngen ziehen und so auch größere Abgründe überwinden kann. Wie dynamisch das funktioniert, zeigt man, indem man ihn erst in Auto-Form von einer Plattform fahren lässt, sich während des Fluges transformiert und schließlich den Greifhaken einsetzt. Optimus Prime ist da schon ein ganz anderes Kaliber. Er selbst ist an sich schon ein guter Kämpfer, verfügt aber auch über eine mächtige Spezialfähigkeit. Überhaupt ist der rechte Bumper nach Angaben der Entwickler im Grunde der wichtigste Button des Spiels, da er zur Nutzung der einzigartigen Fertigkeiten eines jeden einzelnen Transformers dient.

Optimus Prime kann somit jedenfalls Metroplex steuern, einen gewaltigen, Hochhaus-großen Transformer. Was der wiederum anstellt, unterscheidet sich ja nach Situation. Visiert ihr ein Landungsschiff der Decepticons an, holt er es mit einem ganzen Schwarm an Raketen vom Himmel und kann auf diese Art und Weise auch Artillerieschläge auf markierte Positionen durchführen, andernorts stampft er eine komplette Struktur mühelos in Grund und Boden. Ein durchaus imposanter Anblick.

Transformers: Untergang von Cybertron - Trailer

Im Gegensatz zu seinen Kollegen setzt Grimlock nicht auf den Fernkampf, er stürzt sich mit Schwert und Schild ins Geschehen, was auch hier wieder für ein unterschiedliches Spielgefühl sorgen soll. Zusätzlich kann er aber auch Objekte oder gar Feinde packen und als Wurfgeschosse durch die Gegend schleudern. Je mehr Gegner er dabei erledigt, desto mehr Rage sammelt er und kann sich damit schließlich in eine Art Robo-T-Rex transformieren. Der wiederum spuckt Flammen auf die Widersacher oder stampft sie einfach kaputt. In regelmäßigen Abständen werdet ihr zudem auf Upgrade-Terminals treffen, an denen ihr euren Transformer aufrüsten beziehungsweise verbessern könnt. Zum Beispiel mit einem Energiestrahl, der gleich mehrere Ziele auf einmal trifft.

Ebenfalls geplant ist die Möglichkeit zur individuellen Gestaltung eines Transformers im Multiplayer-Modus, ihr wählt also aus diversen Köpfen, Brustpanzern und ähnlichen Sachen aus, legt dann noch Farben, Waffen und andere Dinge fest. Klingt gut, aber zeigen konnte oder wollte man das leider noch nicht.

Zu guter Letzt will man euch nicht ständig nur kämpfen lassen, sondern auch regelmäßig ruhigere Story-Abschnitte in den Spielverlauf einstreuen. Cliffjumper betrat etwa einen Raum, der sich um euch herum komplett in ein schick gestaltetes Hologramm verwandelt, das wiederum eine Karte des Universums darstellt. Sehr schick anzusehen, wie viel Story das Spiel aber am Ende wirklich bietet, bleibt abzuwarten.

Wie gesagt, das klingt alles nicht schlecht, mehr Abwechslung im Gameplay kann auch nie schaden und seinen eigenen Transformer zu bauen, dürfte sicher auch denen einen oder anderen Fan begeistern. Ich selbst freue mich praktisch schon seit der Ankündigung darauf und in der Tat sieht das bislang nach einer konsequenten und verbesserten Fortsetzung aus. Man merkt halt einfach jetzt schon den deutlichen Unterschied, wenn ein Spiel nur knapp ein Jahr Entwicklungszeit (Transformers 3) oder zwei Jahre und ein größeres Budget bekommt, wie eben Transformers: Untergang von Cybertron. Kampf um Cybertron war für mich jedenfalls eines der unterhaltsamsten Lizenzspiele auf dem Markt und ich sehe bislang keinen Grund, warum das Untergang von Cybertron nicht auch gelingen könnte.

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Über den Autor:

Benjamin Jakobs

Benjamin Jakobs

Leitender Redakteur News  |  f1r3storm

Seit 2006 bei Eurogamer.de und spielt hauptsächlich auf Konsolen. Mag Sci-Fi, Star Wars UND Star Trek. @f1r3storm auf Twitter.

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