Mark Jacobs: Der Free-to-play-Markt steuert auf eine 'Apokalypse' zu

In drei bis fünf Jahren würden sich die untragbaren Modelle rächen.

Für MMO-Veteran Mark Jacobs, der jüngst eine Kickstarter-Kampagne für Camelot Unchained gestartet hat, steuert der Free-to-play-Markt auf eine Apokalypse zu.

Das liege allen voran an untragbaren Free-to-play-Modellen, sie sich seiner Ansicht nach in drei bis fünf Jahren rächen werden und zur Schließung von Entwicklern und Publishern führen werden. Bei Camelot Unchained setzt er entgegen dem aktuellen MMO-Trend übrigens auf ein Abo-Modell.

„Dieses ganze Free-to-play-Zeug wird nicht von einem Tag auf den anderen verschwinden", sagt er gegenüber VG247. „Aber schauen wir einfach mal, was in drei bis fünf Jahren passiert - und ich würde wetten, es sind eher drei -, wenn free-to-play lediglich zu einem weiteren Modell unter vielen wird. Aktuell versucht es jeder und denkt sich, 'ist das nicht großartig? Free-to-play, wir werden so viel Geld verdienen.'"

Die Hoffnung der Publisher beruht natürlich darauf, dass ein Teil der Spieler auch Geld investiert. Für Jacobs ist das wirtschaftlich gesehen keine gute Strategie.

„Ich glaube nicht, dass dieses Modell für alle gut funktionieren wird", sagt er. „Jedenfalls nicht langfristig gesehen. Kurzfristig - absolut. So wie jedes andere Modell, das interessant erscheint und kurzfristig funktioniert."

„Wisst ihr, free-to-play ist einfach nur ein weiteres Modell. Und wie jedes andere Modell in dieser Industrie nimmt es für eine Weile diesen besonderen kleinen Platz ein, aber es wird Konsequenzen geben. Diese Konsequenzen werden in ein paar Jahren ein wenig einer Apokalypse ähneln."

„Ihr werdet eine Menge Entwickler sehen, die schließen müssen. Und auch eine Menge Publisher werden sagen, 'oh, vielleicht war es doch nicht die beste Idee überhaupt, 20 Millionen Dollar in ein Free-to-play-Spiel zu investieren.' Das ist ein Teil des Grundes, aber der andere Teil ist ebenso wichtig. Wenn man sich für free-to-play entscheidet, muss man wirklich mit jedem anderen Free-to-play-Spiel da draußen konkurrieren."

"Wisst ihr, free-to-play ist einfach nur ein weiteres Modell. Und wie jedes andere Modell in dieser Industrie nimmt es für eine Weile diesen besonderen kleinen Platz ein, aber es wird Konsequenzen geben."

Mark Jacobs

Die Zukunft im MMO-Bereich sieht Jacobs in einer kleineren Spielerzahl. Leute, die auch tatsächlich bereit sind, für das Spielen zu bezahlen.

„Camelot Unchained wird ein Nischen-Abo-Spiel", erklärt er. „Dadurch eliminieren wir die große Mehrheit der Leute, die das Spiel nicht abonnieren und sagen werden, 'oh nein, ich werde kein Abo abschließen, ich will free-to-play.' Das ist auch einfach großartig, denn indem wir sie loswerden, sagen wir, 'wir haben verstanden. Ihr wollt free-to-play, das ist in Ordnung. Verschwindet.'"

„Dadurch kann man sein Spiel eben auch auf die Leute ausrichten, die dafür bezahlen wollen und dazu bereit sind. Ich bevorzuge lieber eine kleine Gruppe, die mit Leidenschaft, Energie und Begeisterung dabei ist, unser Spiel spielt und damit arbeitet, anstatt zehnmal mehr Leute, bei denen ich mich mit vielen herumschlagen muss, die wirklich kein Interesse daran zeigen."

„Sie suchen einfach nur nach dem nächsten kostenlosen Spiel und dann beschweren sie sich fleißig darüber, obwohl sie nicht einmal Geld dafür ausgeben. Sie glauben, alles sagen und tun zu können, was sie wollen, denn... wenn interessiert es? Es ist ein kostenloses Spiel, also sperrt man sie. Whoopee."

„Sie erstellen einen neuen Account, kommen zurück und machen das Gleiche. Nein, das überlasse ich lieber den großen Publishern, die in diesem Bereich den Spaß haben wollen und kurzfristig ihr Geld machen. Ich nehme unterdessen meine kleinere Gruppe von Abonnenten, die dieses Spiel haben will, und gemeinsam machen wir daraus etwas Besonderes."

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Über den Autor:

Benjamin Jakobs

Benjamin Jakobs

Leitender Redakteur News  |  f1r3storm

Seit 2006 bei Eurogamer.de und spielt hauptsächlich auf Konsolen. Mag Sci-Fi, Star Wars UND Star Trek. @f1r3storm auf Twitter.

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