Totaku vs. Amiibo - Das Duell

Was kann die neue Figurenreihe?

Woran denkt ihr, wenn ihr die euch die Figuren der vor kurzem gestarteten Totaku-Reihe anschaut? "Oooh, neue Amiibo!" Aber Moment mal, Nintendo stellt doch keine Amiibo zu Bloodborne, LittleBigPlanet oder God of War her?!

Richtig. Jedenfalls nicht, solange Sony nicht Nintendo aufkauft. Oder umgekehrt. Die Amiibo sind ein offensichtliches Vorbild der Totaku-Figuren, das lässt sich kaum bestreiten. Klingt auf den ersten Blick verlockend, wenn ihr bedenkt, wie gut sich die Amiibo im Regal machen. Ähnliche Figuren zu Nicht-Nintendo-Spielen? Ist eine gute Idee und entgegen erster Vermutungen sind es keine "PlayStation-Figuren", auch Spiele wie Sonic, Sea of Thieves, Ni No Kuni 2 oder Tekken 7 finden Berücksichtigung.

Da mir die Amiibo gefallen und meine Sammlung mittlerweile rund 30 Stück umfasst, war ich neugierig, wie sich die Totakus dagegen behaupten. Zeit für ein Duell!

Der Name

Totaku. Amiibo. Beides klingt Japanisch-inspiriert und damit liegt ihr nicht daneben. Den Namen Totaku sprecht ihr so aus, wie ihr ihn schreibt. Im Logo steckt das Kanji-Zeichen, das für "Geek" steht. Und das ist das, worum es nach Angaben der Macher in dieser Kollektion geht.

Bei den Amiibo hat das "amii" im Namen die Bedeutung, dass es ein Gefühl von Freundschaft vermittelt oder dass ihr mit einem Freund spielt. Nintendos Übersetzer Bill Trinen zufolge erinnert es an das Wort Amigo. Das entspreche zwar nicht dem Ursprung, zeige aber den Gedanken dahinter.

Was besser klingt, ist Geschmackssache. Mir gefällt Amiibo besser.

Die Verpackung

Die Verpackungen von Totaku und Amiibo sehen sich zum Verwechseln ähnlich. Nun, sofern ihr nicht näher hinschaut, denn natürlich sind jeweils andere Logos und Bilder drauf, ist ja klar. Der zugrundeliegende Aufbau der Totaku-Hüllen ist vergleichbar mit den Amiibo. Ihr habt eine Plastikbox auf einem Stück Pappe. Wenn ihr möchtet, lasst sich die Figuren so bequem im Regal platzieren. Diesbezüglich geben sich beide nicht viel. Was nicht verkehrt ist, denn die Amiibo-Verpackungen funktionieren prima. Übrigens: wenn ihr die Sammler-Todsünde begehen und sie öffnen wollt, schneidet sie am besten mit einem Messer an den Rändern der Plastikbox und an der Oberseite (siehe Foto) auf. Später lässt sich die Figur erneut darin verstauen und ihr fixiert das Ganze zum Beispiel mit einer Büroklammer.

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Die Größe

Im Endeffekt unterscheidet sich die Größe von Figur zu Figur, doch viele Amiibo-Figuren sind in ungefähr gleich groß. Ausnahmen gibt es zum Beispiel in Form des großen Woll-Yoshis oder des großen Meisterdetektiv Pikachu. Das läuft bei den Totakus aller Voraussicht nach ähnlich ab, je nachdem wie die Pläne des Herstellers aussehen. Für diesen Vergleich habe ich den Jäger aus Bloodborne und Crash Bandicoot hier. Der Jäger ist ca. 2 bis 3 cm größer als meine Lucina-Amiibo, Crash Bandicoot ca. 1cm größer. Das gibt euch eine Vorstellung davon, was von den Totakus zu erwarten ist. In Zahlen ausgedrückt: der Jäger misst inklusive Standfuß ca. 12 Zentimeter, Crash Bandicoot kommt auf ca. 10 cm.

Das Design

Trotz ihrer Größe - im Vergleich zu andere, größeren Sammlerfiguren - sind die Amiibo liebevoll und detailliert gestaltet, eine gute Repräsentation ihrer jeweiligen Vorbilder. Trifft das Gleiche auf die Totakus zu? Der Jäger und Crash Bandicoot sehen definitiv gut aus, ihren Vorlagen entsprechend. Die Details sind da und erstrecken sich beim Jäger zum Beispiel bis hin zu Verzierungen des Armschutzes, der Waffen und der sonstigen Kleidung. Wenn ihr eine kleine Figur zu Bloodborne, Crash Bandicoot oder was auch immer im Regal stehen haben möchtet, ist das hier wahrscheinlich die beste Gelegenheit dazu. Auch die anderen Figuren sehen - zumindest auf den Bildern - nach einer guten Umsetzung aus. Nichts Halbgares.

Die Qualität

Ein deutlicher Unterschied zu den Amiibo fiel mir gleich beim Öffnen der Verpackungen des Jägers und von Crash Bandicoot auf. Es roch unangenehm. Nach Farbe womöglich? Bin mir nicht ganz sicher. Nach Chemie auf jeden Fall. Und das nicht wenig. Nehme ich jetzt, nach einigen Tagen, die Figuren in die Hand, lässt sich dieser eher unangenehme Geruch zwar noch erahnen, vieles davon ist aber verflogen. In der Verpackung nicht, da lässt es sich noch gut erschnuppern. Angenehm ist was anderes, doch es ist nicht so, dass die ganze Bude danach riecht. Nur: schnuppert ihr gerne an den Figuren herum, weil ihr Spaß daran habt oder so, dann tut das lieber bei den Amiibo. Diese riechen nicht, sondern sind ganz neutral.

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Ansonsten zeigen sich Qualitätsunterschiede in der Härte des Materials. Die weicheren und eingeschränkt beweglichen Teile bei der Lucina-Figur sind das Schwert, die Schwertscheide und der Mantel, ansonsten alles fest. Die Totakus wirken insgesamt weicher, beweglicher, als hätte der Hersteller ein nicht ganz so festes Material benutzt. Stabil stehen tun sie auf jeden Fall und alles sitzt und passt. Qualitativ haben die Amiibo für mich insgesamt - und das buchstäblich - die Nase vorn.

Der Nutzen

Lässt sich mit den Figuren noch was anderes anstellen außer sie im Regal anzugucken? Bei den Amiibo kennt ihr die Antwort dank ihrer NFC-Fähigkeiten, mit denen ihr je nach Spiel zusätzliche Dinge freischaltet. Nichts Großes und Weltbewegendes, ein paar nette Sachen wie zum Beispiel Kostüme, Items und solches Zeug. Was im Grunde fehlt, ist ein Spiel à la Lego Dimensions oder Disney Infinity, das euch diese Figuren nach Belieben einscannen und dann als Spielcharakter nutzen lässt. Warum ist Nintendo bislang nicht auf diese Idee gekommen?

Die Amiibo haben somit abseits der Ansehnlichkeit im Regal einen effektiven Nutzen. Bei den Totakus ist das nicht der Fall, die sind ausschließlich zum Angucken da. Was mangels NFC-Fähigkeiten von Xbox One oder PlayStation 4 verständlich ist. Im Regal sehen beide schick aus.

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Der Coolness-Faktor

Ihr kennt das: es gibt große Figuren von Videospielcharakteren, die mitunter ein paar hundert Euro kosten. Davon stellt ihr euch unter Umständen ein paar in die Wohnung und das war's dann. Die Amiibo bieten euch bekannte und beliebte Figuren in guter Qualität zum kleinen Preis, da lässt sich nicht meckern. Wie gesagt habe ich rund 30 Stück davon und überlegt mal, wie viel Platz ich für 30 große Figuren benötigen würde. Ich finde es toll, hier kleine Varianten von Yoshi, Link, Sonic, Mega Man und Co. stehen zu haben. Schont den Geldbeutel und sieht cool aus.

Ähnliches gilt für die Totakus. Sehen gut aus, kosten nicht viel und es ist absehbar, dass es eine Reihe bekannter Figuren gibt. Der Jäger aus Bloodborne, Crash Bandicoot, Kratos, Sackboy, um einige zu nennen. Da die Reihe nicht auf Charaktere aus Sony-Spielen beschränkt ist, sind die Möglichkeiten nahezu grenzenlos. Nintendo hat zwar schon Amiibo produziert, die nicht zum eigenen Inventar gehören, doch das ist eher die Ausnahme.

Die Auswahl

Es gibt mittlerweile haufenweise Amiibo, die Auswahl ist groß und es kommen immer neue hinzu, zuletzt zum Beispiel die große Meisterdetektiv-Pikachu-Amiibo. Die Totakus sind mit einer bunten Auswahl gestartet - von Bloodborne über Ni No Kuni 2 und Tekken 7 bis hin zu LittleBigPlanet und Wipeout - und sofern die Reihe gut ankommt, folgen mit Sicherheit in regelmäßigen Abständen viele weitere Figuren.

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Der Sammlerfaktor

Zu Anfang war es schlimm, mittlerweile ist es ein klitzekleines Bisschen besser, aber ihr merkt nach wie vor, wenn Amiibo begehrt sind. In dem Fall sind sie schnell weg. Und kurz darauf verlangen einzelne Verkäufer horrende Preise dafür. Je nach Figur ist eine Amiibo ein beliebtes Sammlerobjekt. Ist verständlich, wann kommt man schon zu den Preisen an eine Figur seines Lieblingscharakters? Wie groß die Produktionsmengen sind, unterscheidet sich von Figur zu Figur. Manche sind längere Zeit nach der Veröffentlichung noch zum Normalpreis zu finden, bei anderen braucht ihr eine große Menge Glück. Nachproduktionen gibt es, aber nicht bei jedem Charakter.

Und wie läuft das bei den Totakus ab? Die Webseite des Herstellers sagt, dass es vorkommen kann, dass Figuren ausverkauft sind. "Je nachdem, wie die Nachfrage für den jeweiligen Charakter aussieht, wird geprüft, ob die Figur für eine Neuauflage in Frage kommt. Alle Exemplare der ersten Auflage eines Charakters haben auf der Verpackung einen 'Erste Auflage'-Stempel. So kannst du erkennen, dass die jeweilige Figur zum ersten Produktionslauf gehört. Alle späteren Auflagen werden nicht mit diesem Rautenzeichen markiert", heißt es.

Anders gesagt: Wenn eine Auflage vergriffen ist, habt ihr vielleicht Pech. Oder solltet beten, dass die Nachfrage groß genug für eine Nachproduktion ist. Wie sich das entwickelt, ist aktuell nicht abzuschätzen, da Erfahrungswerte fehlen.

Geplant sind Sondereditionen, mit denen ihr für eine begrenzte Zeit das Spiel und eine Figur in einer Sammlerbox erhaltet. Angekündigt ist bislang keine. Darüber hinaus plant man "ein paar besondere Versionen der Figuren", ohne näher ins Detail zu gehen. Bei den Amiibo gibt es spezielle Varianten wie zum Beispiel die größeren Figuren (Woll-Yoshi und Meisterdetektiv Pikachu), den goldenen oder silbernen Mario (warum gab es die hier nicht, Nintendo?) und ähnliches.

Der Sammlerfaktor kommt bei den Totakus also ebenfalls zum Tragen. Wie sehr, bleibt noch abzuwarten.

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Der Preis

Preislich geben sich Amiibo und Totakus nicht viel. Die Amiibo kosten in der normalen Variante ca. 15 Euro, wie auch die Totakus, größere oder limitierte Versionen sind teurer. Bei den geplanten Sondereditionen der Totakus ist das nicht anders, alles andere wäre überraschend. Wie diese aussehen und was sie kosten, steht in den Sternen. Erhältlich sind die Totaku-Figuren übrigens exklusiv bei Gamestop.

Das Fazit

Gibt es einen klaren Sieger in diesem Duell? Jein. Preislich und in puncto Design/Umsetzung liegen Amiibo und Totakus auf einem vergleichbaren Niveau. Nintendos Material wirkt fester, robuster und es riecht beim Öffnen der Verpackung nicht. Das ist ein unangenehmer Punkt, in dem der Totaku-Hersteller nachbessern muss. Ansonsten bin ich mit den beiden Figuren zufrieden, die ich mir probeweise kaufte. Der Jäger und Crash Bandicoot sind gut umgesetzt, entsprechen ihren Vorbildern und machen was her, wenn sie auf dem Schreibtisch oder im Regal stehen. Was verlangt ihr mehr? NFC-Fähigkeiten? Für den Sammler geschenkt. Ich habe die Amiibo nicht deswegen. Lediglich euer Geldbeutel weint, wenn er daran denkt, was da unter Umständen noch für Figuren kommen. Wo soll man das alles unterbringen?

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Über den Autor:

Benjamin Jakobs

Benjamin Jakobs

Leitender Redakteur News

Seit 2006 bei Eurogamer.de und spielt hauptsächlich auf Konsolen. Mag Sci-Fi, Star Wars UND Star Trek. @f1r3storm auf Twitter.

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