Betrachten wir alle Warhammer-Franchises in ihrer Gesamtheit, sind allein seit dem vergangenen Jahr mehr als zehn Videospiele erschienen. Dass bei dieser Masse nicht alles in bester Qualität erstrahlt, überrascht nicht. Erfreulich daran ist, dass nicht alles im Durchschnitt versumpft. Positivbeispiele wie Total War: Warhammer 2 und Warhammer: Vermintide 2 stechen hervor und hinterlassen ihre Spuren. Der nächste Vertreter der Warhammer-Spieleriege ist Warhammer 40.000: Mechanicus, das Elemente aus XCOM und Darkest Dungeon miteinander verknüpft.

Hinter dem Projekt stehen die französischen Bulwark Studios. Ihr bisher einziges Spiel, Crowntakers, kommt auf Steam "größtenteils positiv" an. Kein schlechtes Vorzeichen für das zweite Werk. Darin übernehmt ihr die Kontrolle über eine Armee des Adeputs Mechanicus, die den Maschinengott anbeten. An Bord der Ark Mechanicus "The Caestus Metalican" begeben sich die Techpriester und ihre Gefolgsleute zum neu entdeckten Necro-Planeten Silva Tenebris. An der Story des Spiels ist im Übrigen Black-Library-Autor Ben Counter beteiligt. Hinter allem steckt ein Warhammer-erprobter Veteran, wobei die Geschichte und ihre Hintergründe, Begriffe oder Zusammenhänge für Einsteiger nicht immer leicht verdaulich sind.

Verschiedene Aspekte stehen dabei im Mittelpunkt von Mechanicus. Zum einen ist das die Ausrüstung und Verbesserung eurer Einheiten. Ihr stattet eure Techpriester mit verschiedenen Waffen, Upgrades oder Augmentationen aus, um sie durchschlagskräftiger zu machen. Dabei kommen erste Entscheidungen eurerseits zum Zuge. Ihr habt eine begrenzte Zahl an Punkten zur Verfügung, mit denen ihr eure Leute verbessert oder zusätzliche Einheiten anheuert, die ihr in den Kampf schickt. Anhand der wenigen in der Preview-Version verfügbaren Einsätze zeigt sich, dass das keine Nebensächlichkeit ist. Denkt gut darüber nach, wen ihr womit ausstattet und wie viele eurer Einheiten ihr in die Gefechte schickt.

1
Raum für Raum bewegt sich euer Trupp voran.

Bevor ihr euch in irgendwelche taktischen Auseinandersetzungen stürzt, erkundet ihr die einzelnen Gräber, indem ihr euren Einsatztrupp Raum für Raum über die Übersichtskarte bewegt. Dort passiert dann nichts, ihr stoßt auf feindliche Kräfte oder auf ein Ereignis. Zum Beispiel habt ihr die Möglichkeit, ein gefundenes Relikt zu untersuchen, zu zerstören oder es einfach in Ruhe zu lassen. Was ihr tut, hat verschiedene Auswirkungen. Manche dieser Ereignisse bescheren euch Boni, geben euch Punkte zum Verbessern und Anheuern von Einheiten oder heilen die im Einsatz befindlichen Kräfte. Andere haben Konsequenzen, die ihr eventuell später spürt. Läuft es schlecht, erhöht sich die Gefahrenstufe des Gebiets und ihr bekommt es mit mehr und stärkeren Feinden zu tun.

Dieses Risk-and-Reward-System erstreckt sich bis hin zu den taktischen Kämpfen, die ihr austragt, sobald ihr auf Necrons stoßt. Das Ganze erinnert an XCOM, indem ihr euch eine bestimmte Zahl an Feldern weit über die Spielfläche bewegt. Anzumerken ist, dass hier nicht die einzelnen Seiten Runde für Runde abwechselnd am Zug sind. Vielmehr gibt es eine Zeitleiste, die zeigt, wer als nächstes an der Reihe ist. Orientiert euch daran und attackiert zum Beispiel gezielt feindliche Einheiten, die nach euren Leuten an der Reihe sind, um sie zu schwächen.

Ein paar Minuten Gameplay aus der Preview-Version.

Mit den Wahrnehmungspunkten gibt es ein zusätzliches Element, das euch weiter laufen oder stärkere Waffen einsetzen lässt. Die Punkte regenerieren langsam mit der Zeit oder ihr ladet sie an auf dem Schlachtfeld verteilten Objekten oder niedergeschossenen Feinden auf. Es macht einen großen Unterschied, ob ihr eure Standardwaffen mit wenig Schaden oder die dicken Brummer auf eure Gegner loslasst, die mächtig Aua verursachen. Es ist nötig, das aktiv und clever auszunutzen, möchtet ihr überleben, da ihr in vielen Situationen in der Unterzahl seid. Manche Kontrahenten verschwinden ausschließlich nach einem kritischen Treffer in die ewigen Jagdgründe, anderenfalls stehen sie nach ein paar Runden von den Toten auf.

Grundsätzlich seid ihr mit euren Techpriestern in den Einsätzen unterwegs. An bestimmten Punkten der Zeitleiste habt ihr die Möglichkeit, weitere mitgebrachte Einheiten aufs Schlachtfeld zu bringen. Von schwachen Nahkämpfern bis zu vor Waffen strotzenden Kreaturen ist vieles dabei und hier kommt es auf die strategisch günstige Positionierung an. Die Unterstützungskräfte sind unter Umständen das Zünglein an der Waage im entscheidenden Moment. Oder nicht mehr als Kanonenfutter, wenn ihr sie falsch aufstellt. Es verleiht den Taktikkämpfen eine zusätzliche Nuance, die es zu berücksichtigen gilt. Und da es nicht möglich ist, Züge rückgängig zu machen, möchte jede Aktion wohlüberlegt sein.

2
Im Spielverlauf stattet ihr eure Protagonisten mit neuer Ausrüstung aus.

Ich hatte ein wenig Probleme damit, mich in der Preview-Version richtig einzuspielen. Das lag nicht am Spiel selbst. Vielmehr daran, dass die Entwickler hier mehrere Missionen aus der Mitte des Spiels zum Ausprobieren anboten, um spätere Technologien und Einheiten zu zeigen, und mich damit ins kalte Wasser warfen. Ich spiele es nicht in der angedachten Reihenfolge, lerne nicht Stück für Stück die Spielelemente kennen, wie es normalerweise der Fall wäre. Das Gesehene und Gespielte macht aber Spaß und ist eine Herausforderung für eure taktischen Fähigkeiten, so viel steht fest.

Ebenso klar ist, dass Mechanicus eine reine Einzelspieler-Angelegenheit ist. Es gibt weder einen Koop- noch einen Multiplayer-Modus. Das stört mich jetzt weniger, den einen oder anderen von euch eventuell schon. Sind taktische Kämpfe und Herausforderungen mit dem Adeptus Mechanicus euer Ding, behaltet dieses Spiel in eurem Blickwinkel. Gelingt es den Entwicklern, das volle Potential des Spiels zu entfalten und es abwechslungsreich und spannend zu halten, steht uns einer der besseren Vertreter des Warhammer-Videospiel-Universums in Haus. Drückt die Daumen.

Entwickler/Publisher: Bulwark Studios/Kasedo Games - Erscheint für: PC, Mac, Linux - Erscheint am: 15. November - Gespielte Version: PC - Sprache: Deutsch, Englisch und andere Sprachen

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Über den Autor:

Benjamin Jakobs

Benjamin Jakobs

Editor, Eurogamer.de

Seit 2006 bei Eurogamer.de dabei, Redakteur und hauptverantwortlich für den Newsbereich. Begann seine Spielerlaufbahn auf dem PC mit Wing Commander, UFO und dem Bundesliga Manager, spielt mittlerweile aber hauptsächlich auf den Konsolen, genauer gesagt Xbox One, Xbox 360, Switch, PS4, Wii U, PS3 und 3DS. Ist grundsätzlich für viele Spiele und Genres offen und mag vieles, was mit Science-Fiction zu tun hat, kann aber mit JRPGs nicht wirklich viel anfangen. @f1r3storm auf Twitter.

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