Jenny LeClue ist Detektivin. Keine gewöhnliche Detektivin. Eine fiktive Detektivin in einem fiktiven Roman eines fiktiven Schriftstellers in einem Videospiel. Sie ist das Werk des Autors Arthur K Finklestein, der mehr als 30 Romane mit Jenny LeClue verfasst hat. Mittlerweile zeigen sich Abnutzungserscheinungen bei seiner einst bewährten Formel. Die Bücherverkäufe gehen zurück und der Verleger wünscht sich mehr Pep, mehr Drama, einen Mord - sei ein wenig wie George R. R. Martin oder so ähnlich.

Zuerst wehrt sich Finklestein dagegen, bevor er am Ende widerwillig zustimmt und seine in die Jahre gekommene Erfolgsformel aufmischt. Und ihr begleitet ihn in Jenny LeClue - Detectivu bei diesem Vorhaben. Ihr interagiert gleichzeitig mit Finklestein - der obendrein als Erzähler dient - und spielt währenddessen als Jenny LeClue, während er an seinem Buch schreibt, löst ihre Fälle. Das alles in einem an Adventures anmutenden Spielablauf, wenngleich ohne Point and Click und ohne das Kombinieren von Gegenständen. So lief es jedenfalls den 30 bis 40 Minuten der angespielten Beta.

Diese dient mehr der Einführung ins Spiel, ist somit nicht repräsentativ für all das, was später kommt. Der erste Fall, den Jenny zu lösen hat, präsentiert sich simpel. Ihr geht der verschwundenen Brille einer Bewohnerin des Städtchens Arthurthon nach. Keine echte Herausforderung. Und im Grunde die Art von Fall, die Jenny nicht mehr machen möchte, da sie sie langweilen. Für den Einstieg reicht's.

Mysteriöse Dinge passieren. (Beta-Gameplay)

Auf die Art und Weise bringt euch das Spiel in den ersten Minuten verschiedene Features näher. Zum Beispiel die Möglichkeit, an verschiedenen Punkten Entscheidungen zu treffen. Damit beeinflusst ihr zum einen das Geschehen direkt in der jeweiligen Szene und legt fest, ob Jenny gegenüber ein paar anderen Mädchen, die sie aufziehen, einfach beleidigend ist oder komplett in die Vollen geht und ihr Gegenüber zum Weinen bringt.

Den Entwicklern zufolge beeinflusst ihr so den Verlauf von Jennys Geschichte und die von Finklestein. Wie sich das alles konkret auswirkt, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt schwer einschätzen. Dahingehend erinnert Jenny LeClue mit den zu treffenden Entscheidungen mehr an Titel wie The Walking Dead, mit nahezu keinen Dialogoptionen und dafür mehr Interaktivität - wie gesagt, bisher. Wie das im späteren Spielverlauf aussieht, zeigt sich noch.

Erkundet die Spielwelt. (Beta-Gameplay)

Im Fall der verschwundenen Brille schaut sich Jenny dann die Bewohnerin genauer an, identifiziert wichtige Punkte an ihrem Outfit - erkennbar an dem zur Farbe Grün wechselnden Cursor, zum Teil sucht ihr mit einer Lupe nach versteckten Hinweisen - und befragt dann die Person danach. Am Ende, wenn ihr alle Hinweise gesammelt habt, präsentiert euch das Spiel alle Anhaltspunkte auf einem Zettel. Ihr kombiniert die richtigen Drei miteinander, um auf des Rätsels Lösung zu kommen. Fall gelöst, alle glücklich.

Dabei besticht das Spiel mit seinem schönen Look im Vintage-Stil der 20er Jahre. Die Farben sind kräftig und der erste Abschnitt ist schön bunt gehalten. Abseits der wichtigen Dinge interagiert ihr mit allerlei anderen Objekten, einfach zum Spaß. Auf diese Weise erfahrt ihr weitere Hintergrundinformationen, entdeckt Geheimnisse und erlebt humorvolle Situationen. Gleichzeitig deutet sich im ersten Kapitel Mysteriöses an. Hinter dem verschlafenen, langweiligen Städtchen steckt - so ist es ja meistens - mehr als erwartet. Was genau? Das verrät erst das fertige Spiel. Neben diesen Mysterien und dem Abenteuer des Detektivseins geht es in der Geschichte darüber hinaus um das Erwachsenwerden.

Wie ihr eure Untersuchungen durchführt. (Beta-Gameplay)

Ein wenig erinnert mich die Prämisse einer jungen Nachwuchsschnüfflerin an Veronica Mars - tolle Serie im Übrigen. Der erste Fall präsentierte sich kurzweilig, mit einer Prise Humor und macht mit seinen angedeuteten Mysterien neugierig. Es interessiert mich, was dahintersteckt und am liebsten würde ich gleich weiterspielen - wenn die Beta nicht an einem vorgegebenen Punkt enden würde.

Wie gesagt hinterlässt das erste Probespielen einen gelungenen Eindruck. Wer narrative Spiele mag, behält das hier im Hinterkopf. Einige Fragen sind noch offen, zum Beispiel wie sich einzelne spielerische Elemente später auf die Geschichte auswirken und ob die Fälle durchgehend interessant bleiben. Interessant ist der Ansatz des Spiels allemal. Es ist bunt, farbenfroh, unterhaltsam und bietet eine sympathische Hauptfigur, deren Elend ihr gut nachempfinden könnt. Wie spannend es dann in seiner Gesamtheit ausfällt, sehen wir zum Release.

Entwickler/Publisher: Mografi - Erscheint für: PC, PS4, Switch - Erscheint am: Anfang 2019 - Gespielte Version: PC

PC-Spiele testen wir auf Lenovo Legion PCs und Laptops, die uns von Lenovo zu diesem Zweck zur Verfügung gestellt wurden. Hier erfahrt ihr mehr über Gaming-Laptops 2018 im Allgemeinen und hier geht es zur Website von Lenovo Legion Gaming.

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Über den Autor:

Benjamin Jakobs

Benjamin Jakobs

Editor, Eurogamer.de

Seit 2006 bei Eurogamer.de dabei, Redakteur und hauptverantwortlich für den Newsbereich. Begann seine Spielerlaufbahn auf dem PC mit Wing Commander, UFO und dem Bundesliga Manager, spielt mittlerweile aber hauptsächlich auf den Konsolen, genauer gesagt Xbox One, Xbox 360, Switch, PS4, Wii U, PS3 und 3DS. Ist grundsätzlich für viele Spiele und Genres offen und mag vieles, was mit Science-Fiction zu tun hat, kann aber mit JRPGs nicht wirklich viel anfangen. @f1r3storm auf Twitter.

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