Sich ein paar Gedanken über die Zukunft zu machen, das ist wohl generell nicht verkehrt. Und ja, die Tage der PlayStation 4 als das aktuelle Flaggschiff der PS-Reihe könnten gezählt sein, auch in der Pro-Variante. Hier also ein paar wilde Spekulationen, was die PS5 sein könnte und auch wann sie kommt. Spekuliert ruhig mit, wenn ihr möchtet.

1. Die PlayStation 5 kommt schon 2019

Klingt erst mal wild, schließlich gibt es noch keine Ankündigung über Chips, keinen offiziellen Entwicklungsstart oder ähnliche Dinge, die einen Konsolen-Release seit Anbeginn der Zeit begleiten. Das ist aber für Konsolen wie PlayStation und Xbox auch nicht mehr nötig. Diese Geräte basieren auf leicht angepassten Varianten existierender PC-Hardware, selbst wenn Details und einzelne Chips abweichen. Es ist nicht mehr so, dass von Grund auf eine neue Architektur entwickelt werden muss. Eine PS5 könnte also einfach eine leistungsstärkere Version der PS4 Pro sein, so wie ein stärkerer PC zwar einen neuen Grafikchip und Prozessor intus hat, aber im Grunde das gleiche Gerät bleibt.

Daher könnte es sein, dass ihr schon mal anfangen solltet zu sparen, denn ein 2019er-Launch wäre keine technische Frage, sofern Sony nicht abenteuerlustig wird und die Cell-Architektur aufs Neue versucht. Was man wohl praktisch ausschließen kann, weil: warum sollten sie!?

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Dieses Jahr ohne Sony.

Dann ist da der Fakt, dass Sony bisher keine der für 2019 garantierten, großen Triple-A-Spiele klar terminiert hat. The Last of Us 2 ist nicht für 2019 angekündigt, aber auch nicht ausgeschlossen. Nach dem sehr starken 2018 kann es sein, dass wir mit den kommenden PS4-Titeln, die garantiert sind (Days Gone zum Beispiel) schon den ersten "Abgesang" für die 4er-Generation sehen und die echten Highlights für die PS5 bleiben. Die früh im Jahr stattfindende E3 lässt man dieses Mal aus, was man eigentlich nicht macht, wenn man Spiele ankündigen möchte. 2018 mit seinen vielen Hits wäre so ein Fall. Man könnte es aber auslassen, wenn man etwas hat, das man lieber in einem selbstdefinierten Rahmen zeigen möchte, ohne etwas vom Rampenlicht abgeben zu müssen - selbst wenn eine neue Konsole sicher allen anderen die Show stehlen würde. 2013 wäre so ein Jahr, wo zwar keine Messen ausgesetzt wurden, aber die Ankündigung der PS4 erfolgte in New York nach eigenen Regeln. Insoweit könnte es also schon dieses Jahr für die PS5 ein ähnliches Event geben. Reine Spekulation, nur um das noch mal zu sagen.

2. Streaming, Abwärtskompatibilität und Laufwerk

Wann auch immer die PS5 genau kommt, sie wird wohl kaum eine rein klassische Laufwerks-Konsole mehr sein. Ob sie noch ein Laufwerk drin hat, das wird sich zeigen. Dafür spricht, dass es eben eine gewisse Nutzergruppe mit Hang zu physischen Medien gibt, dass DVDs und Blu-Rays sich immer noch ganz ordentlich verkaufen, auch wenn die Umsätze für Streaming die von physischen Medien bereits 2016 überholten. Dagegen spricht, dass dieser Trend anhalten wird und sich das physische Medium zu einer reinen Enthusiasten-Nische entwickelt, für die es sich nicht lohnt, ein die Kosten für das Gerät nach oben treibendes Laufwerk miteinzukalkulieren. Meine Idee dazu wäre das Laufwerk als optionales Accessoire anzubieten, aber das ist auch wirklich nur eine Idee. Die PS5 könnte also die erste Generation ohne Laufwerk sein - technisch gesehen war das die PSP Go, auch wenn sie nur ein Halbschritt war -, muss sie aber nicht. Es ist gerade die Zeit des Umbruchs, bei der PS6 wird man wohl nicht mehr groß spekulieren müssen. Meine eigene Einschätzung wäre, dass es dieses Mal noch ein Laufwerk gibt, aber ich wäre in keiner Weise überrascht, wenn es nicht der Fall wäre.

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Die Niederländer von nl.letsgodigital.org machen ihrem Namen mit diesem Entwurf alle Ehre. Kein Laufwerk mehr.

Selbst mit einem Laufwerk jedoch wird Streaming eine große Rolle spielen. Zum einen werden die Internet-Leitungen immer schneller - selbst in diesem Land hier und da -, zum anderen gibt es da das Gerücht einer universelle Abwärtskompatibilität der PS5 zu jedem Gerät, das den Namen PlayStation trägt. Ein Patent zeigt, wie es sehr vage theoretisch gehen könnte, alles auf einer Konsole zu emulieren, indem man der Software eine andere Hardwarearchitektur beim Boot vorgaukelt, aber es gibt eine andere Option, mit der Sony nicht unvertraut ist.

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Zumindest hat diese Idee noch ein Laufwerk.

Sicher, PS1, PS2 und PSP lassen sich mit gutem Willen - siehe PSOne-Mini-Debakel - zuverlässig emulieren, aber bei der PS3 wird das schon sehr viel schwieriger. Zum einen hatte die eine sehr eigene Architektur, zum anderen schon eine ganz ordentliche Leistung, deren Emulation selbst eine mögliche PS5 überfordern könnte. Während PS4-Spiele einfach aufgrund ähnlicher Architektur weiterlaufen könnten, die Chips der PS3 müsste man fast sicher hardwareseitig einbauen, um es sicher und korrekt zum Laufen zu bekommen. Das wird sicher nicht passieren, also wäre die Lösung, die Spiele zu streamen. Und das wiederum könnte ein weiterer Testlauf sein, dem dann schnell mehr in der Richtung folgt - etwas, das mit PlayStation Now natürlich schon längst begonnen hat. Schaut also schon mal, was bei euch in der Gegend an Bandbreite zu haben ist und vor allem, ob es eine Drosselung nach so-und-so-viel Gigabytes gibt ...

3. Die PS4 wird vielleicht nicht aus den Regalen verschwinden

War früher ein Generationswechsel ein einschneidender Bruch und Sprung, muss das heute nicht mehr der Fall sein. Vorausgesetzt, die Annahme, dass eine PS5 auf der Architektur der PS4 basiert, nur mit schnelleren Chips und mehr Leistung, dann gibt es bei heutigen Spiele-Engines keinen Grund, dass zum einen PS4-Spiele nicht auf der PS5 laufen - schließlich kann mein PC auch mehr als Witcher 2, aber laufen tut es tadellos - aber auch umgekehrt ist das durchaus möglich. Weniger Auflösung und Effekte, vielleicht sogar wie am PC justierbar und schon läuft ein "PS5-Titel" auch auf der PS4. Bei einigen Spielen gibt es jetzt schon Optionen, um sie auf PS4 Pro und One X den eigenen Wünschen anzupassen. Demnach würde man die PS4 einfach als Low-End-Konsole weiterverkaufen, während Enthusiasten zur teureren PS5 greifen. Last of Us 2 können aber beide spielen.

4. Es wird keine PS5, PS6 oder überhaupt eine neue Konsole geben

Jedenfalls nicht im eigentlichen Sinne. Wenn schon Streaming, wenn schon die Grenzen zwischen PS4 und PS5 verschwimmen, warum dann nicht "PlayStation" als Dienst und nicht als Hardware, mit der man fast eh nie das große Geld in der Branche macht? Siehe das bereits existente, wenn auch noch nicht allumfassende PlayStation Now, das dann wohl der Urvater eines solchen Dienstes wäre. PlayStation als App im Smart-TV - natürlich erst mal von Sony, die schönen Bravias wollen verkauft werden - oder als unscheinbarer USB-C-Dongle. Oder erst einmal als eine Box mit einem HDMI-Ausgang, nicht größer als ein Apple-TV. Controller dazu, den Rest erledigt die hoffentlich vorhandene Standleitung, um Last of Us 2 mit satten 60 Frames und allen Effekten in 4K zu streamen. Oder das Ganze gleich aufs Handy, wenn man möchte. Oder den Laptop über ein Browser-Plugin. Die Möglichkeiten sind endlos, wenn nicht mehr lokal gerendert werden muss. Sogar verschiedene Preisklassen sind denkbar, 30 Frames und 1080p für 10 Euro im Monat, die doppelte Framerate für den dreifachen Preis, weil es vier Mal so viele Pixel in 4K sind. Sachen in der Richtung sind absolut denkbar bei allem, was einen Screen hat und die nötigen Latenzzeiten kleinhalten kann.

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Was am Ende bleibt: Kreuz, Kreis, Quadrat und Dreieck.

Nur so ein Gedanke, wenn es darum geht, wie es mit Konsolen überhaupt in Zukunft weitergeht.

Also, das ist alles reine Spekulation, basierend auf Gerüchten, aber diese nehmen immer mehr zu, wenn es um das Thema PlayStation 5 geht. Und das allein ist immer ein sicheres Zeichen, dass sich langsam etwas tut, auch wenn man noch nicht genau weiß was.

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Über den Autor:

Martin Woger

Martin Woger

Chief Editor - Eurogamer.de

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