FIFA 20: Legacy Edition (Switch) - Test: Grobes Foulspiel

Und am Ende wundert man sich wieder.

Es ist FIFA 19 in neuer Verpackung mit neuen Lizenzdaten, nicht mehr und nicht weniger und dazu völlig überteuert.

Es nicht so lange her, da sagte EAs CEO Andrew Wilson, es gebe so wenig Spiele des Unternehmens für die Switch, weil die Spieler diese lieber auf anderen Plattformen spielen. Eine Aussage, die jeder, der sich die Legacy Edition von FIFA 20 für Nintendos Konsole anschaut, zu 100 Prozent unterschreibt. Es sei denn, ihr habt keine andere Wahl, dann ist es unter Umständen okay - vielleicht und im allerbesten Fall aber eigentlich nicht wirklich.

Was EA hier für viel Geld in den Laden und in den eShop stellt, ist nicht mehr als ein von vorne bis hinten überteuerter DLC mit den aktuellsten Fußball-Lizenzen, denn abgesehen davon ändert sich im Grunde... nichts. Okay, die Menüs und die Einblendungen in den Matches sehen anders aus, aber sonst: nichts. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt, dass die Testversion mit zweiwöchiger Verspätung eintrudelt. Wenngleich es ein Desaster mit Ansage war.

Zur E3 und somit vor einigen Monaten nannte EA die Details zur Switch-Version und was diese konkret bietet. In Form eines kleinen Frage-und-Antwort-Artikels auf der FIFA-Seite. Und seitdem fiel kein großes Wort mehr darüber. Zwischenzeitlich gab es auf der Produktseite bei Amazon keine Beschreibung für die Switch-Version, dann eine fehlerhafte (der fehlende Volta-Football-Modus war aufgeführt), die dann wegfiel, bevor jetzt eine neue und korrekte hinzugekommen ist. Auf Nintendos Webseite gab es bis zum heutigen Tag keine Beschreibung des Inhalts.

Spielerisch läuft hier alles wie im letzten Jahr, auch bei den Elfmetern. (FIFA 20: Legacy Edition Switch - Test)

Machen wir uns nichts vor, mit der Legacy Edition von FIFA 20 erhaltet ihr nicht mehr als FIFA 19 in neuer Verpackung. Wenn das ein "Vermächtnis" sein soll, wie es der Name verspricht, dann ist es kein gutes. Es ist zugleich nichts Neues bei den Legacy Editions von FIFA, das war beim Wechsel von PlayStation 3 und Xbox 360 zu PS4 und Xbox One genauso der Fall. Der Unterschied ist: Die Switch ist ein aktuelles System und hätte Besseres verdient als das.

Spielerisch ist FIFA 20 auf PC, Xbox One und PS4 die deutlich bessere Wahl. Ehrlich, dazwischen liegen Welten, in technischer und spielerischer Hinsicht. Das macht sich vor allem beim Tempo bemerkbar, wenn ihr seht, wie locker leicht die Verteidiger auf der Switch die angreifenden Akteure einholen. Wer einmal FIFA 20 auf einer der anderen Plattformen erlebt hat, möchte das auf Nintendos Konsole so nicht mehr sehen. Es ist mehr als schade, nein, es ist ein großes Ärgernis, dass nicht wenigstens diese sinnvollen Änderungen dort ebenso Einzug hielten.

Wie erwähnt fehlt Volta Football als wichtiger neuer Modus auf der Switch, die neuen Optionen bei den Hausregeln im Anstoß-Modus sucht ihr ebenso vergeblich. Und FUT? Das ähnelt gleichermaßen der letztjährigen Version, bietet hier keine Neuerungen. Squad Battles, FUT Champions, Division Rivals? Wer braucht das schon! Das neue Belohnungssystem FUT Seasons? Nope! Haben es die neuen Systeme für die Freistöße und Elfmeter auf Nintendos Konsole geschafft? Haha, guter Witz.

Auch inhaltlich tut sich nichts. (FIFA 20: Legacy Edition Switch - Test)

Was ist dann dabei? Das, was es letztes Jahr gab plus die neuen Lizenzen. Wenn es nicht so traurig wäre, müsste ich glatt darüber lachen. Anstoß, Karriere, Turniere und Frauen-Länderspiele, Skill-Spiele und Online-Saisons und -Freundschaftsspiele sowie lokale Saisons gibt es - und dazu FUT. "Mit denselben Features wie in FIFA 19", sagt EA auf seiner Webseite. Besser lässt es sich nicht ausdrücken, was zu erwarten ist. Wenn ihr mehr über das Inhaltliche und Spielerische von FIFA 20 in dieser Version wissen möchtet, lest einfach den Test zu FIFA 19 (Switch).

Im Grunde spielt sich FIFA 20 auf der Switch ja ganz okay, wenn ihr alles andere außen vor lasst, aber angesichts des geringen Aufwands, der in diese Version geflossen ist, würde ich niemandem ernsthaft dazu raten. Auch nicht denen, die kein FIFA für die Switch besitzen. Unterstützt diese Vorgehensweise nicht, vor allem nicht zu diesem Preis. Für das, was die Legacy Edition bietet - und bei dem Begriff weiß mittlerweile so gut wie jeder, was Sache ist -, ist sie mindestens 30 Euro zu teuer. Dafür knapp 50 Euro zu verlangen, dazu fehlen mir die Worte, um das angemessen zu beschreiben. Es gibt keinen Grund, sich FIFA 20 für Switch zu kaufen. Es sei denn, es ist euch nicht möglich, ohne die aktuellsten Lizenzen zu leben. Oder wenn ihr es günstiger als FIFA 19 findet.

FIFA 19 auf der Switch für unter 30 Euro auf Amazon.de - Spielt sich nicht schlechter. Oder überhaupt anders.

Bei einer anderen und vor allem faireren Preis- und Veröffentlichungspolitik gäbe es nicht diese große Kritik. Warum EA es nicht macht und stattdessen lieber haufenweise negative Bewertungen einsteckt? Ich weiß es nicht. Es scheint sich im Endeffekt noch zu lohnen. Und wenn es sich nicht mehr lohnt, fällt diese Version vermutlich einfach der Schere zum Opfer. Vermissen würde sie in der Form mit Sicherheit keiner.

Tipps zu FIFA 20 haben wir auch: FIFA 20 Tipps und Tricks - Alle Guides

Hier findet ihr die besten Talente: FIFA 20 - Die besten Talente mit Potenzial

Entwickler/Publisher: EA Sports/EA - Erscheint für: PC, PS4, Xbox One, Switch - Preis: ca. 50 Euro - Erscheint am: erhältlich - Getestete Version: Switch - Sprache: Deutsch, Englisch und andere - Mikrotransaktionen: Ja (Ultimate Team)

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Über den Autor:

Benjamin Jakobs

Benjamin Jakobs

Leitender Redakteur News

Seit 2006 bei Eurogamer.de dabei, Redakteur und hauptverantwortlich für den Newsbereich. Begann seine Spielerlaufbahn auf dem PC mit Wing Commander, UFO und dem Bundesliga Manager, spielt mittlerweile aber hauptsächlich auf den Konsolen, genauer gesagt Xbox One, Xbox 360, Switch, PS4, Wii U, PS3 und 3DS. Ist grundsätzlich für viele Spiele und Genres offen und mag vieles, was mit Science-Fiction zu tun hat, kann aber mit JRPGs nicht wirklich viel anfangen. @f1r3storm auf Twitter.

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