'Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden' ruft zur 'Killerspiel'-Entsorgung auf

Update: Erster Zwischenbericht

Update 2: Wir waren gestern vor Ort in Stuttgart, um die erste Entsorgung von "Killerspielen" live zu beobachten. Unser Report berichtet über die Ereignisse und fängt die Meinungen der Teilnehmer ein.

Update 1: Wie Welt Online berichtet, seien "bis zum frühen Nachmittag vor allem von Jugendlichen nur etwa zwei Dutzend Spiele wie das umstrittene Counter-Strike in den Müllcontainer geworfen worden."

Dem widersprechen allerdings einige Personen, die selbst bei der Aktion vor Ort waren, in den Kommentaren des Welt-Artikels oder auch bei Stigma Videospiele.

Laut Bündis-Vorstand Hardy Schober, dessen Tochter bei dem Amoklauf in Winnenden getötet wurde, steht bei der Aktion allen voran die Symbolik im Vordergrund: "Wir wollen, dass diskutiert wird und ein Zeichen setzen, dass Killerspiele aus den Kinderzimmern verbannt werden. [...] Wenn ich einen Amoklauf in Deutschland mit der Aktion verhindere, ist das Ziel erreicht."

Die Aktion möchte man künftig auch in weiteren Städten durchführen.

Gleichzeitig zur "Killerspiel-Entsorgung" fand auch eine Gegenaktion von Spielern statt, die sich laut Patrik Schönfeldt, dem stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden des Verbandes für Deutschlands Video- und Computerspieler, "pauschal veruteilt" fühlen.

Unter dem Motto "Videospiele – Menschen verbinden statt aufhetzen" sammelte man selbst Spiele ein, um diese an Jugendtreffs weiterzugeben. Außerdem begrüße man zwar die Bemühungen des Aktionsbündnisses, Eltern auf für Kinder nicht geeignete Medien aufmerksam zu machen, allerdings könne die "massnhafte Vernichtung von Kulturgut" angesichts der Geschichte Deutschlands falsch aufgefasst werden.

Für die Aktion hatte das Aktionsbündnis, das seit seinem Bestehen immer wieder angefreindet wird, übrigens eigens einen privaten Sicherheitsdienst engagiert. Probleme gab es allerdings keine.

Originalmeldung: Wollt ihr ein Trikot der deutschen Fußballnationalmannschaft mitsamt Unterschriften der Spieler gewinnen? Kein Problem. Die Chance dazu bekommt ihr, wenn ihr am Samstag in Stuttgart öffentlich eure "Killerspiele" entsorgt.

Das "Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden", das aus den betroffenen Familien besteht, hat diese Aktion ins Leben gerufen und will an diesem Samstag vor der Stuttgarter Staatsoper einen Container aufstellen, in dem man seine "Spiele, die das Töten von Menschen simulieren", entsorgen kann.

Das Motto der Aktion lautet übrigens "Es wird sich nichts ändern, wenn wir nichts tun!" und stammt aus der Benefiz-CD "...die Liebe bleibt!".

Werft ihr ein Spiel in besagten Container, könnt ihr im Anschluss daran ein Los ziehen. Und Hauptgewinn ist eben das Trikot der Nationalmannschaft. Was anschließend mit den Spielen passiert, ist nicht bekannt.

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Über den Autor:

Benjamin Jakobs

Benjamin Jakobs

Leitender Redakteur News

Seit 2006 bei Eurogamer.de dabei, Redakteur und hauptverantwortlich für den Newsbereich. Begann seine Spielerlaufbahn auf dem PC mit Wing Commander, UFO und dem Bundesliga Manager, spielt mittlerweile aber hauptsächlich auf den Konsolen, genauer gesagt Xbox One, Xbox 360, Switch, PS4, Wii U, PS3 und 3DS. Ist grundsätzlich für viele Spiele und Genres offen und mag vieles, was mit Science-Fiction zu tun hat, kann aber mit JRPGs nicht wirklich viel anfangen. @f1r3storm auf Twitter.

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