FlatOut Ultimate Carnage • Seite 2

Rasen für Dummies!

Rempeln, Schubsen, Drängeln, Crashen – jedes Mittel ist recht, um die neuerdings elf Kontrahenten aus dem Rennen zu werfen. Mit einer Burnout-Steuerung und Takedown-Features kein Problem, doch hier ist vorausschauendes Fahren angesagt und vorsichtiger Einsatz von Gas und Bremse. Das Handling der Boliden fühlt sich dabei an wie die ideale Mischung aus arcadelastiger Steuerung à la Burnout, die mit einem ordentlichen Schuss Realitätsnähe der Marke Project Gotham Racing versehen wurde. Um die Rennsemmeln trotzdem gekonnt durch die teilweise engen Kurven zu zirkeln, hilft der obligatorische Boost, der für halsbrecherische Sprünge, kraftvolles Rempeln oder dem rücksichtslosen Zerstören der Rennstrecke winkt – und exakt darauf sind die Strecken ausgelegt.

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Über 8000 Objekte schüren die Zerstörungswut der Fahrer.

Ganze Gewächshäuser gehen zu Bruch, Ihr springt quer durch alte Scheunen, rast durch Tankstellen, die Sekunden später in Flammen aufgehen und brettert mit Vollgas an riesigen Holzgerüsten vorbei, die krachend hinter Euch zusammenbrechen und die Konkurrenz unter sich begraben. Klingt einfach, doch die erstklassige Physik-Engine der FlatOut-Serie erfordert ein hohes Maß an Feingefühl. Nur allzu schnell sorgen Trümmer auf der Strecke für einen Abflug oder heftige Rempler der Konkurrenz lassen Euch von der Strecke driften. Taktik ist gefragt und nicht zu wenig davon. Oftmals habe ich im direkten Duell einen Rückzieher gemacht, um in der nächsten Kurve lieber geschickt auf der Innenseite zu überholen und somit doch noch als Erster durchs Ziel zu gehen.

FlatOut Ultimate Carnage ist also durchaus fordernd, wenn auch das Handling aufgrund unzähliger Tuningmöglichkeiten mit zunehmender Spieldauer immer zugänglicher wird. Dafür ist die Konkurrenz dank Gummiband-Prinzip eine harte Nuss. Es gelingt selten, einen sicheren Vorsprung herauszufahren, und der kleinste Fehler kostet sofort mehrere Plätze.

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Frustig, wenn man vom ersten auf den zwölften Platz zurückfällt.

Wie zu erwarten hat Bugbear am umfangreichen Karriere-Modus nichts geändert, und wer noch kein FlatOut in der heimischen Garage stehen hat, kann bedenkenlos zugreifen. Doch auch an die Fans hat man gedacht. Im neuen Carnage-Modus werden die beliebten Minispiele - in denen Ihr die Crash Test Dummies durch die Luft schleudert, als Bowlingkugel missbraucht oder geschickt übers Wasser hopsen lasst - mit den neuen Spielmodi 'Beat The Bomb' und 'Death Match Derby' vereint. Während letzterer eine Art automobiles 'Last man Standing' darstellt, in der es lediglich darum geht, seine Gegner möglichst schnell in die Schrottpresse zu verfrachten, ist 'Beat The Bomb' nichts anderes als ein recht eintöniges Check-Point-Rennen, bei dem jedes Tor mit einer Zeitgutschrift belohnt wird, bis die Uhr abgelaufen ist – allen in allem eine nette Idee, aber auch nicht mehr.

Online-Raser freuen sich indes über die beiden neuen Spielmodi 'Head On', bei dem kurzerhand mitten im Rennen die Fahrtrichtung gewechselt wird (kennt Ihr vielleicht noch von früher aus der Eishalle, wenn vom permanenten Rechtsherumfahren langsam die Knöcheln schmerzten), während bei 'Hunter Prey' Jäger und Gejagte permanent die Rollen wechseln und sich gegenseitig in die Einzelteile zerlegen.

Auch wenn FlatOut Ultimate Carnage kein Blind Date ist, sondern eher wie ein Treffen mit einer alten Freundin wirkt, die sich gerade einer umfangreichen Schönheits-OP unterzogen hat, keimt dank Facelift neue Liebe auf. Die inneren Werte waren schon immer ansprechend, doch gepaart mit der neuen optischen Präsentation ist FlatOut eine Wucht.

Wer sich also damals schon verliebt hat, kann sich die Kosten für die OP schenken. Ist es aber Euer erstes Treffen, und dann sind wir doch mal ganz ehrlich, ist Schönheit natürlich ein wichtiger Faktor. Daher investiert die paar Kröten in das Update – es ist zwar spielerisch das Gleiche, sieht aber tausend Mal besser aus.

8 /10

Crashpiloten, die Herausforderungen lieben, gehen ab dem 24. August auf Xbox 360 an den Start.

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Tobias Lampe

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